aktualisiert: 24.06.2012 12:05 Uhr
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WÜRZBURG
Karin Miethaner-Vent : richtig „grün“, aber parteilos
Wenige wissen, dass die Vorzeige-Grüne nicht in der Partei ist
Gar nicht so selten bei stundenlangen Stadtratssitzungen passiert es. Alles scheint geklärt, da hebt, meist bei einem Bauthema, kurz vor der Abstimmung Karin Miethaner-Vent von der Fraktion der Grünen noch einmal die Hand und hat eine Nachfrage. Ein fast missgünstiges Raunen geht dann durch den Ratssaal bis hin zur Pressebank. Sie will es genau wissen, ist stets gut vorbereitet und bringt nicht selten die Verwaltung in Bedrängnis.
Das findet dann immer wieder einen Niederschlag in der Presse. „Karin Miethaner-Vent (Grüne) wollte das so nicht stehen lassen“ heißt es dann. Doch selbst ihre Kritiker, denen sie im Lauf der Jahre mit ihrer geraden Haltung Ärger bereitet hat, zollen durch die Blume Anerkennung. Man hört auch: „Wenigsten hat sie die Unterlagen gelesen“. Sie ist ohne Zweifel ein Aushängeschild der Würzburger Grünen. Was wenige wussten: Sie gehört zwar der Fraktion der Grünen, nicht aber der Partei an.
Stadtparteitag am Samstag
Im Felix-Fechenbach-Haus in Grombühl halten die Grünen an diesem Samstag ihren ersten Stadtparteitag ab und laden vor allem politisch interessierte Nichtmitglieder ein, am kommunalpolitischen Programm der Partei mitzuarbeiten und sich eventuell auch auf der Grünen-Liste für die Kommunalwahl 2014 aktiv zur Verfügung zu stellen. Das sei das Besondere an den Grünen, dass für sie auch Nichtmitglieder in Parlamenten sitzen, meinte Kreisvorsitzender Patrick Friedl.
Stimmt, zeigten unsere Recherchen. Ausgerechnet eine der Grünsten der Grünen, Karin Miethaner-Vent, gehört nicht der Partei an.
Obwohl sie das „parteilos“ im Internet nicht verschweigt – an die große Glocke hat sie diese Tatsache nie gehängt. Warum das so ist? Karin Miethaner-Vent ist seit vielen Jahren Vorsitzende der Kreisgruppe Würzburg im Bund Naturschutz. Dort ist ihr Motto, sagt sie ohne Umschweife: „Was ich mache, mache ich gründlich“. Dass viele Ziele übereinstimmen, daran gibt es keinen Zweifel. Innerhalb des Bund Naturschutz sei es aber auch nicht unumstritten, politische Mandate anzustreben.
Sie hat sich dennoch für die politische Arbeit überzeugen lassen, aber eben ohne Parteizugehörigkeit. Inzwischen ist die 67-jährige Umweltberaterin und wissenschaftliche Angestellt seit 1996 für die Grünen im Stadtrat.
Bei jeder Aufstellungsversammlung werde sie gefragt, ob sie nicht Mitglied wird. Doch das könne sie nicht leisten, neben der Arbeit als Kreisvorsitzende auch noch die vielen Parteitermine wahrzunehmen und sich für Landes- und Bundespolitik zu engagieren. Dann müsse sie ihr Engagement beim Bund Naturschutz aufgeben, doch da will sie weitermachen.
Bei ihrer Stadtratsarbeit sieht sie sich als Spezialistin für Naturschutz, Grün- und Stadtplanung. An der Basis könne man Fachleute für eine Partei gewinnen, ist Karin Miethaner-Vent überzeugt.
Der Stadtparteitag der Grünen beginnt an diesem Samstag um 10 Uhr. Mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen wird der Startschuss zur Erarbeitung des Kommunal-Wahlprogramms gegeben.
Von unserem Redaktionsmitglied
richard Wust
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Die neuesten Kommentare
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peterlesbub (453 Kommentare) am 24.06.2012 10:59
Najaes ist ja auch inzwischen eine nette Partei, die inzwischen auch gute Kommunalpolitik macht. Wenn man die anderen beratungsresistenten Honoratiorenfraktionen beobachtet, muss man das anerkennen. Auf Bundespolitik von den sog.Chaoten- Piraten ganz zu schweigen. Ich gehöre übrigens keiner Partei an. |
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Hartkamp (45 Kommentare) am 22.06.2012 15:28
ziemlich nett ....hochgeschrieben werden die grünen. |
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