publiziert: 26.01.2012 13:07 Uhr
aktualisiert: 26.01.2012 13:21 Uhr
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Kartensammlung als Begleiter auf dem Jakobsweg

Sandra Glücks ganz besondere Kartensammlung als Begleiter für Pilger auf dem Jakobsweg mit Bibelzitaten und Fragen
  • Außergewöhnliche Kartensammlung: Sandra Glück gibt Impulse zum Nachdenken (nicht nur) auf dem Jakobsweg
    Foto: Thomas Obermeier
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Manche gehen, um sportlich aktiv zu sein, andere aus religiösen Gründen auf dem Jakobsweg bis zu dem spanischen Ort Santiago de Compostela. „Ich muss mich auf den Weg machen, um letztendlich an einem Ziel anzukommen“, sagt Sandra Glück. Die Betriebswirtin hat ihren Job an den Nagel gehängt, damit sie genügend Zeit für den Pilgerweg nach Santiago hatte. Daraus entstand eine Kartensammlung als Wegbegleiter für Pilger mit dem Titel „Weggehen, um anzukommen“.

Nachdem die Autorin zunächst einige Etappen durch die Pfalz und das Saarland, über Taizé (nahe Cluny/Frankreich) Richtung Westen erwandert hatte, lief sie im Herbst 2008 von Le Puy (französische Region Auvergne) mit einem Abstecher über Lourdes in Südwestfrankreich bis zur Grabeskirche des Apostels Jakobus in Santiago (Galicien, Nord-West-Spanien).

„Tatsächlich geht diese Kartensammlung tiefer“, so Herausgeber Uwe Dinkhoff vom Verlag der Ideen (Volkach). Sie könne eine Wandlung auf dem Weg bewirken, wenn Pilger sich auf die Bibelzitate und Fragen einlassen, die sie von Karte zu Karte und von Ort zu Ort finden, stimmt er der Autorin zu. Immer erscheint auf der Kartenrückseite ein passendes Foto und immer wieder auch die Entfernung bis Santiago de Compostela. Beginn dieses äußeren Weges ist in Le Puy en Valey (Frankreich).

Nachdenkenswertes. Ergreifende Bilder von Orten und Landschaft. Wer sich an die Reihenfolge der Karten hält, folgt dem Weg nach Compostela anhand einer logischen Gliederung vom „Suchen“ (der Aufbruch) über „Finden“, „Entdecken“ und „Empfangen“ bis hin zum Ziel, dem Ankommen am heiligen Ort. „Vielleicht spürst du, dass du selbst heil geworden bist“, schrieb die Autorin auf auf eine Karte.

„Wie eng ist das Tor und wie eingeengt ist der Weg, der ins Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden“, lautet das erste Bibelzitat auf der Karte (Mt 7,14). „Was engt dich in deinem Leben ein?“, so die Frage an den Pilger. „Was soll sich für dich verändern? Was hat dich zu der Person gemacht, die du heute bist?“

„Welche unterschiedlichen Rollen spielst du im Alltag? Wann fühlst du dich wohl, wann nicht?“ Immer wieder ist der Pilger angesprochen, über sich selbst zu sinnieren, nie wird eine Antwort nach außen verlangt, im Gegenteil: die Karten können, versehen mit eigenen Notizen oder Skizzen und Stempel, zum individuellen Reisetagebuch werden. „Und manchmal kann eine Frage einen Punkt berühren, über den ich sonst nie so nachdenke“, erläutert Sandra Glück.

Zur Einführung in die Kartensammlung formuliert Sandra Glück diese Aufforderung: „Loslassen: Vergangenes kann dich daran hindern, ganz frei zu werden. Versuche, dich von dem zu lösen, was du bist und erreicht hast“. Und weiter: „Umkehren: Vielleicht ist dein Weg nicht immer geradlinig und du bist auf Ab- oder Irrwege gekommen. Die Entscheidung und der Mut zur Umkehr können helfen, das Ziel schließlich zu erreichen“.

Durch die Einfachheit, mit welcher der Pilger Monate lang zurecht kommen kann, lernt er vor allem sich selbst kennen. Die meisten materiellen Dinge sind zurückgelassen, und wichtige Fragen sind nur noch die nach einer Unterkunft und dem Wetter am kommenden Tag, so Sandra Glück.

Freiheit durch Stille

Männer laufen den von ihr skizzierten Weg durchschnittlich in 110 bis 120 Tagen; Frauen brauchen etwas länger, meist etwa 120 Tage. Die Freiheit kommt durch die Stille.

„Für mich ist es erstaunlich, dass man erstmal weggehen muss, um zu sehen: Was geht hier eigentlich ab“, so die Autorin. Bei ihrer Rückkehr im Advent musste sie sich an den Trubel in der Heimat erst gewöhnen. Sie fand übrigens bald einen neuen Job: als Mitarbeiterin bei der Fränkischen Jakobusgesellschaft, die zu Informationsveranstaltungen einlädt, den Pilgern Tipps für Unterkünfte gibt und Pilgerausweise ausstellt, mit denen Interessenten gegen Spenden oder geringe Gebühr in Pilgerherbergen übernachten können. Und immer wieder empfängt sie auch Pilger in Santiago de Compostela.

Kosten: 12,50 Euro pro Set. Erhältlich in gut sortierten Buchläden oder beim Verlag der Ideen, www.verlag-der-ideen.de. Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg e.V., Ottostraße 1 (Kilianeum), Tel. (09 31) 38 66 38 70, E-Mail: info@jakobus-franken.de, www.jakobus-franken.de

Von unserem Redaktionsmitglied REGINA URBON
    
    

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