publiziert: 29.12.2011 10:32 Uhr
aktualisiert: 29.03.2012 17:25 Uhr
» zur Übersicht Stadt Würzburg
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG
Kein Zuschuss: Marathon-Verein Würzburg vom Stadtrat enttäuscht

Thema im Sportbeirat
  • Start zum iWelt-Marathon am 15. Mai 2011: Bei gut 3600 Gesamt-Teilnehmern machten sich in diesem Jahr 920 Läufer auf die volle Strecke – die „Königsdistanz“ über 42,195 Kilometer.
    Archivfoto: Norbert Schwarzott
Bild von

Wer einen Stadtmarathon laufen will, braucht nicht nur einen langen Atem – er muss mittlerweile ordentlich in die Tasche greifen: 100 Euro kosteten die letzten der 40 000 Startplätze für Berlin im nächsten Jahr, in München sind die Athleten mit 55 bis 75 Euro dabei. Würzburg fällt da mit 40 bis 58 Euro (je nach Meldefrist) noch vergleichsweise preiswert aus – doch eine Verteuerung droht. Nicht zuletzt, so die Kritik der Marathonmacher, weil die Stadt Würzburg die Veranstaltung finanziell nicht unterstützt.

Dabei haben die ehrenamtlichen Organisatoren vom Stadtmarathon-Verein mit der Rückkehr zum Zweirunden-Kurs ihre Kosten schon gedrückt. Es macht einen Unterschied, ob eine 42-Kilometer-Schleife durch die Innenstadt abgesteckt und frei gehalten wird oder die 21-Kilometer-Halbmarathon-Runde – für Marathonis zweimal zu durchlaufen. Doch auch für die Absperrung dieser „kurzen“ Strecke bezahlt der Marathon-Verein eine fünfstellige Summe an die Stadt. Und auch sonstige Kosten für Verpflegung, Zeitmessung, Marathonmesse und die ganze Organisation wollen finanziert sein.

Wenn dann wie zuletzt die Teilnehmerzahlen stagnieren oder zurückgehen, wird das finanzielle Risiko für den Marathonverein immer größer. Probleme, mit denen man nicht nur in Würzburg kämpft. In Regensburg wurde erst vor wenigen Wochen der Marathon 2012 abgesagt und die Marathon GmbH aufgelöst – wegen finanzieller Querelen. Für die an der Donau geplanten Bayerischen Marathon-Meisterschaften ist kurzfristig Würzburg eingesprungen. Hier findet der iWelt-Marathon am 20. Mai 2012 in seiner zwölften Auflage statt.

Die Laufveranstaltung am Main ist nach den Worten von Organisationschef Günter Herrmann in trockenen Tüchern. Doch warnte er die Läufer für das Jahr 2013 schon einmal vor: „Wir müssen wohl höhere Startgebühren erheben, um eine sichere Basis für die Zukunft des iWelt-Marathons zu haben.“ Maßgeblich dafür, dies sagte er jüngst in einer Pressekonferenz, sei die bisherige Weigerung der Stadt, den – aus seiner Sicht für Würzburg prestigeträchtigen – Event finanziell zu fördern. Für die Haushaltsberatungen im November hatte der Marathonverein einen jährlichen Zuschuss von 15 000 Euro beantragt. Eine Mehrheit gab es im Stadtrat dafür nicht, auch nicht für eine geringere Summe. Stattdessen, so Sportreferent Muchtar Al Ghusain, habe man das Thema dem Sportbeirat übergeben.

Marathonchef Herrmann ist sauer. Während andere Vereine und Organisatoren von der Stadt unterstützt werden, gehe der Marathonverein leer aus – und nicht nur das: „Wir können die städtischen Gebühren bald nicht mehr schultern“, sagte er vor Presse und Sponsoren. Den Firmen dankte er für ihr Engagement.

Wären sie nicht an Bord, so Herrmann, wäre das Ereignis – neben dem Residenzlauf die größte Sportveranstaltung in Unterfranken – nicht denkbar. Der Vorsitzende verweist auf die Werbung, die sein Verein vielerorts für das touristische Würzburg macht. Umso mehr wurmt ihn die Ablehnung im Stadtrat. Vom Sponsoren-Plakat hat er die Stadt Würzburg jedenfalls zunächst mal entfernt.

Sportreferent Al Ghusain zeigte sich gegenüber der Main-Post bemüht, die Wogen zu glätten. „Die Stadt lässt den Marathon nicht allein“, meinte er auf Anfrage. Zur nächsten Sitzung des Sportbeirates im Januar habe man Marathonchef Herrmann eingeladen. Es sei wichtig, die Sache gemeinsam mit den Veranstaltern zu besprechen – auch, „um genauere Informationen zu erhalten, wie groß der Bedarf ist.“ Die Vertagung im Stadtrat war aus seiner Sicht „keine brüske Zurückweisung“. Nach einer Empfehlung des Sportbeirates könne sich das Plenum erneut mit der Zuschussfrage beschäftigen.

Wer sich bis zum 31. Dezember für den Würzburger iWelt-Marathon am 20. Mai 2012 anmeldet, läuft für die geringere Startgebühr von 40 Euro.

Info und Anmeldung im Internet: www.wuerzburg-marathon.de

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Jungbauer
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

»Alle 7 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

45acp (194 Kommentare) am 31.12.2011 01:50

Nervensägen..........

geht im Wald laufen oder arbeitet euch müd und nervt net rum! Ganze Innenstadt für so ein Kasperllaufen sperren - gehts noch ?????
(0)
bergfried (76 Kommentare) am 30.12.2011 12:48

Tja, die Stadt!

Mein Vorschlag an die Stadt: Gebt dem SV 05 keine Kohle mehr für deren Schwimmbad!! Dieses Jahr waren das immerhin sage und schreibe über 400.000 (in Worten: Vierhunderttausend) Euro!!! Wieso ein Verein für ein Schwimmbad solche Summen bekommt ist mir ein Rätsel. Jeder Bürger der Stadt zahlt für dieses Bad, egal ob er dort Mitglied ist oder nicht. Der SV 05 soll sein Bad gefälligst selbst finanzieren. Aber das trifft dann wahrscheinlich den gesamten Stadtrat, weil die alle dort Mitglied sind und dann höhere Mitgliedsbeiträge zahlen müssten. Wenn die Stadt sich diese Riesensumme sparen würde, könnte locker ein Zuschuss zum Marathon gewährt werden. Ausserdem hat die Stadt selbst Bäder, die dann leichter zu finanzieren sind.
(0)
adam10s (34 Kommentare) am 30.12.2011 08:33

Verlegung

Warum überlegt man nicht den Marathon aus der Innenstadt heraus auf die "grüne Wiese" zu verlegen. Vielleicht wären einige kleinere Gemeinden im Umland offen für so eine Veranstaltung und würden für Straßensperrungen nicht so viel Geld verlangen. Oder entlang des Mains auf den Radwegen. Mit 42 bzw 21km kommt man aus Wü raus ein ganzes Stück weit.
(1)
45acp (194 Kommentare) am 31.12.2011 02:00

ja...............!!!!

raus in den Wald mit den ganzen Langweilern und dünnen Spassbremsen. Erzieher, Sozialpäds, unausgelastete Alleinerziehende, Musiktherapeuten, Ausdruckstänzer und Germanistikstudenten im 18. Semester go-go-go .....haltet meine Stadt frei und nervt nicht !
Trinkt mal nen Schoppen und esst was ordentliches - das macht klar im Kopp und schärft den Blick für wichtige Dinge des Lebens !
(0)
emme (2 Kommentare) am 30.12.2011 07:45

recht so!

wer erlaubt eigentlich diesen ganzen hobbysportlern, dass dabei die gesamte innenstadt gesperrt wird!?

keinen öffentlichen cent für legginsträger!!!
(1)
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Stadtteilserie 

Alles im (Über)blick
Von A wie Altstadt bis Z wie Zellerau - wir stellen Ihnern die verschiedenen Stadtteile Würzburgs vor. »mehr
    
Anzeige
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Ȇbersicht ePaper

Mainpost Wuerzburg
  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  25.05.2012

    
Anzeige
    

Spezial 

Westumgehung Würzburg
Wie Gegner und Befürworter wegen der "B26 neu" kämpfen. Ein Top-Thema in der Region. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Würzburg.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr