publiziert: 08.08.2011 16:03 Uhr
aktualisiert: 08.08.2011 16:05 Uhr
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Keine Platzangst mehr im Kernspin-Tomografen

Das neue Ochsenfurter MainÄrztehaus arbeitet künftig mit einem „offenem MRT“ – eine Erleichterung für viele Patienten

In der Radiologischen Praxis im MainÄrztehaus in Ochsenfurt wird ein offener Kernspin-Tomograf (MRT-Magnet-Resonanz-Tomograf) betrieben. Das ist in der Region einmalig. Die nächsten stehen in Nürnberg und Frankfurt.

Endlich: Am Montag wurden die ersten Patienten im Kernspin-Tomografen untersucht. Kein Tunnel-MRT, sondern ein „Offenes MRT“, das einen 360-Grad-Rundblick ermöglicht. Die enge, laute Röhre, in der viele Patienten Platzangst bekommen, ist von gestern.

2008 gab es schon einmal einen Kernspin-Tomografen in Ochsenfurt. Es handelte sich um ein mobiles Gerät, das sich in einem riesigen Lastwagen-Anhänger befand. Es stand im Hof der Main-Klinik und wurde von der radiologischen Praxis Dr. Stefan Schmitt, Dr. Alexandra Obert und Liane Breit betrieben. Trotz 100-prozentiger Auslastung war das Gerät nicht mehr finanzierbar. Deswegen gingen die Radiologen eine Gemeinschaft mit den Kitzinger Kollegen ein.

Damals war bereits das MainÄrztehaus in Planung. Dem Ochsenfurter Radiologenteam schwebte vor, dort auch ein MRT zu betreiben. Radiologe Dr. Stefan Schmitt erklärt: „Es wurde schon damals überlegt, nicht noch ein MRT als Tunnel anzuschaffen.“ Schließlich gibt es bereits acht dieser Geräte im Umkreis. Trotz der hohen Investitionskosten entschieden sich die Praxisbetreiber, ein offenes MRT anzuschaffen. Das kostet 1,5 Millionen Euro, also rund 50 Prozent mehr als das Tunnelsystem. Trotzdem zahlen die Krankenkassen für diese Untersuchung keine höheren Vergütungen.

Unterschiedliche Baumaßnahmen und eine lange Vorbereitungszeit war notwendig. Ernst wurde es im April, zu einer Zeit als am MainÄrztehaus noch heftig gearbeitet wurde. Das MRT arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern und Radiowellen. Daher braucht es eine Aluminium-Abschirmkabine um keine Elektro-Geräte in der Nähe zu stören.

Die Lösung? Ein Raum im Raum. Ein Faradayscher Käfig, also eine allseitig geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter, entstand. Der gesamte Raum wurde mit Aluminiumplatten und Abschirmglas versehen.

Doch damit nicht genug: Das MRT hat ein Gewicht von 7,8 Tonnen. So schwere Gewichte befinden sich normalerweise im Keller. Das wollten die Radiologen ihren Patienten nicht zumuten. Ein spezieller kreisförmiger Untergrund mit einem Durchmesser von zwei Metern wurde gebaut. Mit dieser Konstruktion kann zum einen das Gewicht des MRT getragen werden, zum anderen dient es zur Schallentkopplung im MainÄrztehaus.

Spannend war die Anlieferung des Geräts: Ein Spezialkran hievte einen Transportcontainer durch ein ausgebautes Fenster in den zweiten Stock. In Millimeterarbeit musste der Container platziert und das MRT anschließend hineingezogen werden. Ein schwieriges Unterfangen: Das Gewicht des Containers durfte sich nicht verlagern, sonst wäre das MRT zu ruckartig bewegt worden.

Nach vier Stunden stand das MRT endlich auf seinem Platz. Das nächste Problem: Das Gerät ist heliumgekühlt und musste möglichst schnell angeschlossen werden. Nur wenige Stunden später wurde das Gerät wieder gekühlt. Nach weiteren Anschlüssen und Installationen ist das MRT jetzt startklar.

Nach dieser langen Vorbereitung konnten vor einigen Wochen die Probeuntersuchungen starten. Am Montag stand nun endlich der normale Praxisbetrieb an.

Das Gerät ist hauptsächlich für Übergewichtige oder Platzangst-Patienten gedacht. Damit die Wartezeit nicht zu lang wird, werden die Ochsenfurter Patienten ohne Platzangst oder solche, die kein Problem mit der Röhre haben, weiterhin in Kitzingen untersucht.

ONLINE-TIPP

Weitere Bilder vom Ochsenfurter Magnet-Resonanz-Tomografen unter wuerzburg.mainpost.de

Von unserer Mitarbeiterin USCHI MERTEN
    
    

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