aktualisiert: 29.07.2009 18:39 Uhr
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WÜRZBURG
Kollegiatinnen des St. Ursula-Gymnasiums erproben ihr parlamentarisches Geschick
Hartes Ringen im Schülerinnen-Landtag
Erwartungsvolle Stille herrschte im großen Ratssaal des Würzburger Rathauses, als Dr. Doerthe Winter vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) zusammen mit drei Mitarbeiterinnen rund 40 Kollegiatinnen des St. Ursula-Gymnasiums in ihre Rollen als Bayerische Parlamentarierinnen einwies.
So verwandelten sich dank Oberbürgermeister Georg Rosenthals Einverständnis einen Vormittag lang der große Ratssaal, der Wappensaal und weitere Konferenzzimmer des Würzburger Rathauses in die Räumlichkeiten des Bayerischen Landtags.
Die Schülerinnen der Leistungs- und Grundkurse Sozialkunde des St. Ursula-Gymnasiums sollten nämlich das Planspiel „Der Landtag sind wir“ möglichst realitätsnah erleben.
Entwickelt hat es die „Forschungsgruppe Jugend und Europa“ des CAP der Universität München.
In simulierten Fraktionssitzungen wurden zunächst die jeweiligen Fraktions- und Ausschussvorsitzenden gewählt.
Diese Rollen beeindruckten die Schülerinnen. In der Evaluationsrunde gestand eine Schülerin, dass man sich in dieser Rolle außerordentlich wichtig fühle, andererseits aber ständig ungeheuer unter Druck stehe, weil jeder ständig etwas von einem wolle.
Auch zeigten die nachgespielten Koalitionsgespräche zwischen CSU- und FDP-Fraktion, wie mühselig das Ringen um Konsensfähige Positionen sein kann.
Dies bestätigte auch der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner (CSU), der im Laufe des Vormittags an einer der Fraktionssitzungen teilgenommen hatte.
Deutlich wurde den Schülerinnen auch, mit welchem Geschick man um eine mehrheitsfähige Position zur Verabschiedung einer Gesetzesvorlage ringen muss.
Dabei setzten sich die Schüler mit der Frage auseinander, ob es sinnvoll ist, zur Erhöhung der Sicherheit auf öffentlichen Plätzen verstärkt auf die Installation von Videoüberwachungsanlagen zu setzen.
In der Evaluationsrunde bestätigten die beiden Abgeordneten Günther Felbinger (Freie Wähler) und Manfred Ländner den Schülerinnen eine große Ernsthaftigkeit, mit der sie um die Frage der Dauer der Archivierung von Videoüberwachungsbändern gerungen haben.
Harald Retsch, Mitarbeiter der Schulleitung und Sozialkundelehrer am St. Ursula-Gymnasium, ist davon überzeugt, „dass dieses Planspiel eine große Chance bietet, den Schülerinnen handlungsorientiert zu verdeutlichen, mit welchen Chancen und Hindernissen parlamentarische Entscheidungsprozesse verbunden sind und zudem den ein oder anderen jungen Menschen motiviert, sich politisch zu engagieren.“
Die Planspielreihe „Der Landtag sind wir“ wird vom Bayerischen Landtag finanziert. Bewerben können sich bayerische Schulen ab der 8. Klasse aufwärts, unabhängig vom Schultyp. Das Angebot ist für die Schulen kostenlos.

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