publiziert: 08.02.2012 13:38 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 13:46 Uhr
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Krach in Zell: Rote Rosen reichen nicht

Gemeinderat Schmitt ist für eine Mediation

Ausgerechnet am Valentinstag, dem Fest der Liebenden, trifft sich der Zeller Gemeinderat zu seiner nächsten Sitzung. Eine Sitzung, die sicherlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen wird. Denn der Krach zwischen Bürgermeisterin Anita Feuerbach und jenen Gemeinderäten, die ihr das vergünstigte Bürgermeister-Leasing eines Autos zu privaten und dienstlichen Zwecken abgelehnt haben, ist noch nicht beigelegt (wir berichteten mehrfach).

Rudolf Schmitt ist Gemeinderat in Zell und gehört der SPD/Wählergemeinschaft an. In einer Stellungnahme schreibt er, dass „diese unschöne Geschichte nur eine Entschuldigung von Frau Feuerbach beim Gemeinderat und der Zeller Bevölkerung beenden kann“. Feuerbach hatte zwei Wochen nachdem der Gemeinderat ihr das Leasing eines Autos abgelehnt hatte, dem Rat vorgeworfen, „in neidischer, missgünstiger Absicht“ gehandelt zu haben. Der Rat habe sogar, so Feuerbach in ihrer persönlichen Erklärung, „gegen die Gemeindeordnung verstoßen“.

Entschuldigung gefordert

„Dadurch steht eine Äußerung im Raum, die irreparabel ist. Wer lässt sich schon ungerechtfertigte Gesetzesverstöße vorwerfen“, schreibt Schmitt. Und weiter heißt es in seiner Stellungnahme: „Mit einer Verteilung von roten Rosen am Valentinstag ist das nicht erledigt. Ein Mediator wäre der richtige Weg. Jeder Tag, der ohne Entschuldigung vergeht, beschädigt das Amt des Bürgermeisters in Zell mehr.“

Und noch einmal rechtfertigt Schmitt die fraktionsübergreifende Ablehnung des Autoleasings. Denn durch die vergünstigten Leasing-Konditionen würden den Bürgermeistern Steuervorteile entstehen, die so nicht durch das Lohn- und Einkommenssteuergesetz abgedeckt sind. „Viele hätten gerne auch dieses Modell, weil es erheblich günstiger ist als die Ein-Prozent-Regelung, die für sie gilt.“ Bürgermeister müssen nämlich nur den steuerlichen Vorteil, also die Differenz zwischen der üblichen Leasingrate und der günstigen beim Finanzamt angeben. Andere hingegen, die einen Firmenwagen fahren, müssen die private Nutzung versteuern. Mindestens ein Prozent des Listenpreises wird ihnen Monat für Monat als geldwerter Vorteil berechnet.

Lob erwünscht

„Statt also den Gemeinderat zu beschimpfen, sollte Frau Feuerbach dem Gemeinderat ein Lob aussprechen. Denn er hat sehr gut recherchiert“, so Schmitt weiter.

tf
    
    

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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

ZellerBock (13 Kommentare) am 10.02.2012 09:44

Na endlich

Es ist ja mal positiv, dass Corrector zugibt, dass ihm detailierte Angaben zur Berechnung fehlen.
Also, der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass die Bürgermeister das Angebot annehmen, weil es günstiger ist, als andere Zahlungsmodelle. Auch wie der Autohersteller die Leasingrate kalkuliert, ist sein Geheimnis (wahrscheinlich ähnlich wie die Autoleiher, die als Großkunden Autos kaufen, eine bestimmte Kilometerzahl laufen lassen und mit dem abgezogenen Einkaufsrabatt als Jahreswagen wieder verkaufen).
Mal ganz einfach, eine Amtsperoide dauert normalerweise 6 Jahre, wenn sich der Autohersteller nicht zu dusslig anstellt, könnte er optimalerweise 6x ein Fahrzeug verleasen. ergo, er wird alles von den Modalitäten anpassen, dass der Bürgermeister/Gemeinde keine Nachteile hat; sonst versaut er sich doch den Ruf auf Jahre, Stichwort Folgegeschäft. Und so dumm ist doch kein Hersteller! Mitdenken.
(0)
zauberstab (2 Kommentare) am 09.02.2012 17:30

ich hab die Schnauze voll

von diesem Leasingthema, das nun in meinen Augen hinreichend kommentiert wurde. Ich würde mir wünschen, dass nun die MainPost wieder andere Themen aufgreift. Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche, die Zeller SPD wird alles daran setzen, die Zeller Bürgermeisterin anzugreifen, auch wenn die SPD immer wieder versichert, das alles geschieht zum Wohle der Zeller Bürger. Wenn die Herren das ehrlich meinen, dann kann ich nur anmerken, " was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu !!!!
(1)
1958kos (177 Kommentare) am 09.02.2012 12:18

Sorry ..

ich hatte zu dem Artikel vor ein paar Tagen nur mit "Kindergarten" geantwortet.
Hiermit entschuldige ich mich bei allen Kindergärten
(0)
max2010 (71 Kommentare) am 08.02.2012 22:34

Unfassbar

Alle Zeller Gemeinderäter sowie Frau Feuerbach sollten sofort zurücktreten und Neuwahlen ausführen. Wer so viel Zeit hat, über eine "gängige und nicht verwerfliche Praxis" zu diskutieren, sorgt sich nicht um das Wohl der Bürger und hat dementsprechend nichts in der Gemeindevertretung zu suchen.

Schluss ist Herr Schmidt, der jetzt mindestens eine Entschuldigung haben möchte. Mal ehrlich: Ihm geht's doch gar nicht um eine Entschuldigung, er will nur mit Pressemitteilungen sich in den Medien groß aufspielen.
(4)
peterlesbub (327 Kommentare) am 08.02.2012 14:52

Kleine Anmerkung

Die sog. 1 % Regelung im Steuerrecht ist nur anzuwenden, wenn der Arbeitgeber, hier also die Gemeinde, sämtliche Autokosten trägt und es dem Arbeitnehmer kostenlos, auch für Privatfahrten überlässt.
Das ist hier aber nicht der Fall, weil hier der Arbeitnehmer (BM/in) sämtliche Autokosten aus seiner Privatschatulle zahlt, lediglich die günstigere Leasingrate in Höhe der Differenz zur "normalen" Rate wird als geldwerter Vorteil versteuert.
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