aktualisiert: 11.08.2012 12:02 Uhr
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WÜRZBURG
Kremmler legt Berufung ein
„Viel Zuspruch erfahren“
Kurz vor Ablauf der Frist hat Berthold Kremmler Berufung gegen seine Verurteilung wegen Bedrohung eingelegt. „Nach dem Artikel in der Main-Post über den Prozess habe ich viel Zuspruch erfahren“, sagt der Kulturschaffende. „Insbesondere Juristen“, aber auch „viele Baumgart-Gegner“ hätten ihn ermutigt, in die zweite Instanz zu gehen. Deshalb habe er sich, obwohl er „kein Prozesshansel“ sei, zu diesem Schritt entschlossen.
Wie berichtet, hatte Kremmler im Herbst 2011 im Beisein einer Ingenieurin der Stadt gesagt, es gäbe „ein Blutbad in der Stadtverwaltung“, falls sein 80 Jahre alter Nussbaum bei Straßenarbeiten beschädigt werden sollte. Weder die Ingenieurin noch Stadtbaurat Christian Baumgart als ihr Vorgesetzter hatten Kremmlers Äußerung ernst genommen und Anzeige gegen ihn erstattet. Aber ein Oberstaatsanwalt, der von den markigen Worten durch die Zeitung erfuhr, sorgte dafür, dass ein Verfahren eingeleitet wurde.
In seinem Prozess am 1. August hatte Kremmler beteuert, er habe seine Äußerung nicht ernst gemeint. Das Amtsgericht verurteilte ihn zur Zahlung von 20 Tagessätzen a 100 Euro. Nun muss sich das Landgericht mit dem Fall beschäftigen. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.
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rebnik (515 Kommentare) am 10.08.2012 11:53
...2...die erschreckenden Gewalttaten von Amokläufe und den Morden der NSU-Mörderbande. Die Zahl der Handgreiflichkeiten erhöht sich ja auch an allen Ecken und Enden, wie man traurigerweise in der MAINPOST nachverfolgen kann.Damit will ich die Sache um den Herrn Kremmler nicht gutheißen. Aber wenn man gar nicht weiß, wer Herr Kremmler eigentlich ist (ein angesehener Kulturmensch, prominenter Würzburger), und die Justiz handelt doch ohne Ansehen der Person, dann kann man schon der Überzeugung sein, jemanden, der ein "Blutbad" ankündigt, dafür festzuhalten und zur Verantwortung ziehen zu müssen. Herr Kremmler sollte besser zurückstecken und sich demütig geben, damit er sich nicht noch mehr Scherereien einhandelt. Denjenigen, welchen seine Äußerungen gewidmet waren, wird er damit sowieso nichts entgegensetzen können, wenn es um den Kampf um den Nußbaum geht. Ganz nebenbei gesagt, haben die Wutanfälle deutscher Grundstücksbesitzer auch schon für Tote gesorgt. Schlimm, aber iss so!
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1934 (283 Kommentare) am 11.08.2012 08:28
Sie haben schon irgendwie recht,aber wahrscheinlich fehlt es Ihnen - glücklicherweise - an eigener Erfahrung, was es heißt, von einer Behörde oder deren Vertreter in seinem Leben bedroht zu werden. Haben Sie mal die Zeitung aufgeschlagen und lesen müssen, dass vor Ihrer Haustür eine Stadtautobahn gebaut werden soll? Haben Sie sich schon mal an die Stadtverwaltung gewandt udn auf die kriminellen Machenschaften im Bereich der Finanzen aufmerksam gemacht? Haben Sie schon mal ein Schreiben von einem OB bekommen, der Ihnen mit der Justiz droht, statt sich sachlich um eine Angelegenheit kümmert?Wenn jeder Polizist sich wie ein Staatsanwalt verhalten würde und jeden Wutanfall zur Anzeige brächte, wäre der Staat entweder schuldenfrei oder die Straßen menschenleer. Die Justiz spricht keine Gerechtigkeit mehr, sondern wickelt Bürger ab: Hier hast du dein Urteil und wenn du noch mal aufmuckst, dann bekommst du noch eine zusätzliche Strafe. Und bitte meine Meinung hier nicht im Zusammenhang mit dem NSU bringen. |
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rebnik (515 Kommentare) am 11.08.2012 12:35
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Kann aber verstehen, dass ein Oberstaatsanwalt der Sache der "...dann gibt es ein Blutbad!"-Äußerung ohne Ansehen der Person nachgeht, das würde ich sicher auch so machen. Und ich will Ihre Meinung nicht mit der NSU oder Nachbarschaftstreiten mit bösem Ausgang in einen Zusammenhang bringen, sondern ich wollte deutlich machen, vor welchem Hintergrund mittlerweile ein Oberstaatsanwalt eine so konkrete Gewaltandrohung behandelt.
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rebnik (515 Kommentare) am 10.08.2012 11:37
Ach naja...
Es wird allerdings nicht viel helfen, denn Friedfertigkeit besteht in der Gesellschaft durch sie selbst, sprich, wenn sich Menschen an die Friedfertigkeit halten. Können sich die Menschen sicher fühlen, funktioniert das auch. Leider wird das Sicherheitsgefühl von einer immer stärker um sich greifenden Orientierungslosigkeit und Gestaltungsverdrossenheit gestört. Die Institutionen sind wohl auch viel hellhöriger geworden durch |
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mdeeg (1420 Kommentare) am 11.08.2012 11:48
Das ist nicht in Ordnung...die Gewalttätigkeit nimmt sogar seit Jahren ab!Was zunimmt ist die Respektlosigkeit gegenüber Polizei und Staatsgewalt. Warum wohl? Wenn man das Gefühl haben muss, dass der Staat nicht mehr ehrlich und tatsächlich am Gesetz orientiert immer ungenierter sondern Einzelne mit Amtsgewalt selbst persönlich/emotional oder zur Durchsetzung von eigenen Interessen motiviert agieren, hat das eine zunehmende Kluft und Delegitimation im Ansehen zur Folge. Staatsanwälte wie der hier tun der Gesellschaft keinen Gefallen, der Nutzen für Prävention gegen tatsächliche Gewalt liegt nicht nur bei Null - es hat sich nur gezeigt, dass man seine Wut besser nicht zeigt. Das Problem sind aber erkennbar oft gerade die Menschen, die eben ihre Wut nicht zeigen.... |
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