publiziert: 26.05.2011 14:23 Uhr
aktualisiert: 26.05.2011 15:24 Uhr
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Lösung für den Judenhof in Sicht

Wohngebäude soll aus Ensemble herausgetrennt und einzeln verkauft werden

Für die Nutzung des Hauptgebäudes des Anwesens Judenhof 1 scheint sich offenbar eine Lösung abzuzeichnen. Nach einem Mehrheitsbeschluss im Gemeinderat sollen die dazu gehörende Laubhütte und die Garage aus dem Grundstück herausgetrennt und das Wohnhaus verkauft werden. Einen Kaufinteressenten gebe es bereits, teilte Bürgermeisterin Anita Feuerbach mit. Allerdings sind nicht alle in dem Gremium von der Idee begeistert.

Über kein Wohnhaus in Zell wurde in den letzten Jahren so kontrovers und heftig diskutiert wie über das Anwesen Judenhof 1. Zuhauf waren Ideen und Vorschläge zur Nutzung des denkmalgeschützten Hauses, das einst der bekannten jüdischen Familie Mendel Rosenbaum gehört hatte, in den Gemeinderat eingebracht, beschlossen und immer wieder verworfen worden.

Zuletzt wollte die Gemeinde in dem Hauptgebäude eine Kinderkrippe unterbringen, doch auch dieses Vorhaben scheiterte an hohen Umbaukosten. Auch die Anregung des Freundeskreises Laubhütte, ein Museum beziehungsweise eine Dokumentationsstätte Laubhütte im Erdgeschoss unterzubringen und das Obergeschoss multifunktional zu nutzen, wurde wegen fehlenden Konzepts und fehlender Kostenvoranschläge nicht weiter verfolgt.

Kleine Lösung

Umso überraschender war für manch einen der Vorschlag der Verwaltung, die Laubhütte und die Garage aus dem gesamten Grundstück herauszutrennen und das Hauptgebäude zu verkaufen. Bürgermeisterin Feuerbach berief sich dabei auf Experten, die das Anwesen untersucht hatten und auf einen Abschlussbericht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Demnach sei eine „kleine Lösung“ vorstellbar.

Damit ist gemeint, die Laubhütte wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen und zu erhalten. Zugleich teilte Feuerbach mit, dass ein konkreter Kaufantrag für das Haus vorliege. Ein Teil des Verkaufserlöses könnte dann für die Einrichtung der geplanten Informationsstätte Laubhütte mit eigenem Eingang verwendet werden.

Noch kein Konzept

Die Vorgehensweise stößt nicht überall auf Verständnis. „Ich halte es für falsch, das Wohnhaus oder Teile des Anwesens zu verkaufen, solange noch kein endgültiges Konzept für die Laubhütte steht“, kritisierte Birgit Kunz (Zeller Mitte). Denn man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen, welche Flächen man vom Grundstück tatsächlich benötige oder wie hoch der Kostenunterschied zwischen der sogenannten „kleinen“ (nur Laubhütte mit Neubau Eingangspavillon) und der „großen“ Lösung sein werde. Ihrer Meinung nach hätte die „große“ Lösung unter Einbeziehung des Wohnhauses einen Sinn gehabt. „Ein mit überschaubarem Aufwand denkmalgerecht saniertes „Mendel Rosenbaum Haus“ hätte zusammen mit dem Bauvorhaben Hospiz der Petronella-Bausenwein-Stiftung eine Initialzündung für den Bereich des ehemaligen Klosters Unterzell sein können“, so Kunz weiter.

Ihr Fraktionskollege Richard Wagner erinnerte daran, dass in dem erwähnten Abschlussbericht die Rede von der „einmaligen Bedeutung der Laubhütte in ganz Deutschland“ gewesen sei und dass ein für „beide Gebäude (Judenhof 1 und Laubhütte) verträgliches Nutzungskonzept“ gefunden werden müsse. Insofern mache es überhaupt „keinen vernünftigen Sinn“, das Gebäude oder Grundstücksteile jetzt zu verkaufen, wenn noch gar kein Nutzungskonzept vorliege.

Für die Fraktionen der CSU/Freie Zeller Bürger und der SPD-Wählergemeinschaft ist die Sache ganz klar. Man könne sich vorstellen, das Wohnhaus von der Laubhütte zu trennen, sagte Ralf Geisler (CSU). Seine Kollegin Elisabeth Reinhart ergänzte, für sie seien das Hauptgebäude und die Laubhütte zwei verschiedene Sachen.

Rudolf Schmitt (SPD) plädierte dafür, die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Denn man werde nie erleben, dass Kaufinteressenten Schlange für das Gebäude stünden. Je länger das Haus leer stehe, desto mehr Kosten verursache es. Gegen die Stimmen der Fraktion der Zeller Mitte wurde beschlossen, das Wohngebäude zu verkaufen.

Von unserem Mitarbeiter Gideon Zoryiku
    
    

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