aktualisiert: 11.08.2012 12:02 Uhr
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WÜRZBURG
„Magischer Ort“ zieht die Kritiker an
Die Pläne für die moderne Aussichtskanzel im „Würzburger Stein“ sind ein heiß diskutiertes Thema
Die geplante futuristische Aussichtsplattform am höchsten Punkt der Rotkreuzsteige in der berühmtesten fränkischen Weinlage, dem „Würzburger Stein“, hat schon einmal heftige Wellen geschlagen. Der Verschönerungsverein hat das geplante „Beton-Ungetüm“ bereits abgelehnt und dem Stadtrat empfohlen, so etwas nicht zu genehmigen. Indes hagelte es auch im Internet einhellig massive Kritik. „Von allen guten Geistern verlassen ...“ war noch eine der harmlosesten Bemerkungen. „Wie ein gestrandetes Hausboot“, aber niemals wie eine Aussichtsplattform wird es empfunden und ein Kommentator meinte gar, man sollte lieber statt der Aussichtskanzel die Schrift „Schorsch mei Tropfe“ wieder auffrischen, die Jahre lang an einer Weinbergsmauer prangte.
In einem Gespräch verteidigte Horst Kolesch, Chef des Juliusspital-Weinguts und Vorsitzender des Vereins Stein-Wein-Pfad e.V. das geplante Werk noch einmal mit Nachdruck. Es soll eines von zwölf sogenannten „magischen Orten“ im fränkischen Weinbaugebiet werden. Die Pläne des Kasseler Architekten Fabian Rügemer seien zweifelsfrei als Sieger eines hoch qualifizierten Architektenwettbewerbs hervorgegangen. Das Preisgeld ist 3000 Euro, insgesamt 100 000 Euro soll die Ausführung des Werkes kosten. Er bezeichnete es mit seiner schrägen Formensprache und dem monolithischen Baukörper als Besonderheit, modern, eigenständig und „noch nie da gewesen“. Sicher sei der Grundbaustoff Beton, über die Oberflächengestaltung sei aber noch nicht bestimmt worden.
Wie die Landesgartenschau 2018 auf der anderen Talseite am neuen Stadtteil Hubland soll sich die neue Aussichtskanzel im Steinweinberg auch sozusagen auf Augenhöhe mit der Festung Marienberg befinden. Freilich meint dazu der Verschönerungsverein, dass man eine solche Blickbeziehung nicht erst herstellen muss, die ergebe sich problemlos überall im Stein.
Zunächst hat der künftige „magische Ort“, von dem auch Stadtbaurat Christian Baumgart begeistert zu sein scheint, nur magisch die Kritik angezogen.
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reutjo (1984 Kommentare) am 10.08.2012 17:31
wer nicht ......bis vor ans Geländer geht (Foto in der M-P), einen Schritt nur zurückbleibt, sich nicht hinauslehnen will / kann (zB Rollstuhlfahrer), hat einen "Vierkanttunnelblick" aus derRöhre, über die Stadt. Der ist dann "magisch" quadratisch - gut ist er nicht !! Denn "das weite Rund" wird nicht gesehen; kann nicht gesehen werden. Da bin ich wirklich gespannt, ob sich das im Stadtrat durchse (h) tzt. 2014 ist Wahl; da geh ich hin ..... !!!° |
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ei_der_daus (27 Kommentare) am 10.08.2012 16:18
Beim Gang durch den BetontunnelMal angenommen, der Betontunnel wird gebaut:Wie sieht es dann nach einer Weile im Inneren aus? Auf dem Boden? An den Wänden? Und wie riecht es?? Anders gefragt: Wer wird das Teil eigentlich sauberhalten? |
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deltatango (356 Kommentare) am 10.08.2012 14:30
So, so, magisch also ...Da meint wohl jemand, die Würzburger wären allesamt blöd genug, dass man ihnen nur ein Werbepapperl draufkleben muss und schon fänden sie es toll. Aber Hauptsache, dem Herrn Baumgart gefällts. Und der hat ja nun mit seiner Professur die Geschmocksgarantie.Ich bin zwar nicht der Meinung, wenn es im Grand Canyon eine Aussichtskanzel gibt, braucht Wü zwansgsläufig auch prompt eine, aber ich kann die Betonschachtel durchaus am geplanten LGS Gelände vorstellen - wenns denn unbedingt sein muss. Nur: vom Steinberg lasst ihr mal besser die Betonmischer weg, der Neubau da oben ist sowieso schon eine Bausünde, die in vielen anderen Kommunen in dieser Form sicherlich nicht genehmigt worden wäre. Es reicht!!!!! |
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ghwuemp (34 Kommentare) am 10.08.2012 10:44
wozu?Wozu braucht man für so etwas Architekt, Wettbewerb, Preisgeld...und dann noch die hohen Baukosten?So etwas klatscht ein durchschnittlicher Polier mit seinen Kumpels unter Anwendung von 17er Sprießen und 17er Schlüsseln im Bauwagen nach Feierabend hin...oder war beim Steinburg-Umbau noch etwas Beton übrig? |
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schaefer.uli (25 Kommentare) am 10.08.2012 10:06
Magisch bedeutet nicht nur geheimnisvoll...sondern laut Duden auch "etwas Bedrohliches und möglichst zu Vermeidendes". Die deutsche Sprache hat schon ihre Feinheiten! Ich bin gespannt, ob sich das Volk der Dichter und Denker für eine Lösung entscheidet, die diesen Titel rechtfertigt oder ob es zu einer "geheimnisvollen" Baugenehmigung kommen wird. Zumindest die Mehrheit der Kommentatoren, ich kann mich spontan an keine positive Resonanz erinnern, hält diese Hoffnung am Leben. |
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