publiziert: 10.12.2009 14:56 Uhr
aktualisiert: 11.03.2010 17:02 Uhr
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Mittelschulen sollen Hauptschulen ergänzen

Gründung von Schulverbünden: Margetshöchheim und Zellingen sind sich einig

Die Reform ist nicht unumstritten: Im Freistaat Bayern sollen kleinere Hauptschulen in die „Bayerische Mittelschule“ umgewandelt werden. Das hat natürlich auch Auswirkungen im Landkreis Würzburg. Von 13 Hauptschulen sollen nur vier oder fünf übrig bleiben.

Schulamtsdirektor Heinz Larisch erläuterte in der Sitzung des Kreisausschusses das Konzept. Als „Mittelschule“ dürfe sich eine Hauptschule nur dann als Gütesiegel eines breiten Bildungsangebotes nennen, wenn sie folgende Merkmale aufweist:
 
• drei berufsorientierte Zweige Technik, Wirtschaft und Soziales;
 
• ein Ganztagsangebot;
 
• ein Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt.

Darüber hinaus hält die Mittelschule Kooperationen mit einer Berufsschule, der regionalen Wirtschaft und der Arbeitsagentur bereit. Dazu kommt eine individuelle Förderung der Schüler im Klassenverband unter Beibehaltung des Klassenlehrerprinzips.

Schulverbünde


Kleine Schulen, die die diese Bildungsangebote nicht allein bereitstellen können, haben die Möglichkeit, in Schulverbünden zusammenzuarbeiten, um sich so zu Mittelschulen zu entwicklen.

  

(Für eine größere Ansicht auf die Grafik klicken.)

Laut Larisch handele es sich hier um ein Konzept für den ländlichen Raum. Kleinere Schulstandorte könnten auch dann weiter betrieben werden, wenn sie mangels Schülern nicht mehr durchgängig alle Jahrgangsstufen anbieten können. Ausdrücklich ist dabei auch an eine Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg gedacht.

Der Schulamtsdirektor machte deutlich, das die Umwandlung in eine Mittelschule gesellschaftlich akzeptiert werden müsse. Freiwilligkeit gehört dazu. Er könne keine Hauptschule zu einen solchen Schritt zwingen: „Dann bleibt sie halt Hauptschule“.

In Margetshöchheim hat man schon in Richtung Mittelschule gedacht. Wie Bürgermeister Waldemar Brohm in der Sitzung des Kreisausschusses sagte, haben Gemeindevertreter von Zellingen (Landkreis Main-Spessart) und Margetshöchheim bereits Verhandlungen geführt, um ihre beiden Verbandsschulen zu einem Schulverbund zusammenzuführen.
 
„Wir sind uns eigentlich schon einig“, bestätigte Bohm. Es fehlt nur noch die Zustimmung von oben. Im benachbarten Schulverband Karlstadt allerdings, soll der Vorstoß auf wenig Begeisterung gestoßen sein.

Im Würzburger Stadtumland hat man die Fühler ebenfalls ausgestreckt. So liebäugelt etwa die Gemeinde Reichenberg mit einem Anschluss an die Hauptschule am Heuchelhof. In Gerbrunn kann man sich wohl ebenfalls die Zusammenarbeit mit einer Würzburger Hauptschule vorstellen.

Zusammenarbeit


Ein ähnliches Bild im südlichen Landkreis: Der Schulverband Ochsenfurt hat sich ausdrücklich offen erklärt für eine Zusammenarbeit, sei es mit den beiden kleineren Hauptschulen in Gaukönigshofen und Röttingen oder mit Marktbreit im Landkreis Kitzingen.

In den kommenden Monaten hat nun das Staatliche Schulamt die Aufgabe, verschiedene Szenarien gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden zu erarbeiten. Im Februar wollen sich Bürgermeister, Schulleitern und Vertreter der Regierung bei einem so genannten Dialogforum zusammen setzen.


Bis zum Beginn des kommenden Schuljahrs soll das Konzept in seinen Grundzügen stehen.

Im Blickpunkt


Dialogforum Das Dialogforum ist eine vorgezogene Bürgerbeteiligung. Die Positionen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Schulstrukturen sollen möglichst umfassend diskutiert werden und ein deutliches Bild von den Bedürfnissen und Problemen, aber auch von den Ideen und Lösungsansätzen vor Ort widerspiegeln.
 
In den Regionen sollen die Chancen, Risiken, Belastungen und Vorteile für die Zusammenarbeit in Schulverbünden erörtert werden. Es gilt herauszufinden, wie die Schulverbünde im Interesse der Schüler gestaltet werden können.

Von unserem Redaktionsmitglied Günther Hillawoth
    
    

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Die neuesten Kommentare

lauser28 (65 Kommentare) am 11.12.2009 09:20

Flixkschusterei

Erst werden die Haupstschulen durch die Gesetzgebung kaputt gemacht und jetzt sollen irgendwelch komischen Lösungen entstehen, um den Anschein zu wahren, dass man etwas für die Hauptschulen machen will.

Das grundsätzliche Problem liegt doch am überholten bayerischen Schulsystem, bei dem nach der 4. Klasse eine gandenlose Selektion statt findet.

Darum sage ich allen Eltern und vor allen Elterbeiräte, schaut auf die Studenten ung geht auf die Straße, nur so kann man etwas ändern.
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