publiziert: 25.06.2009 17:14 Uhr
aktualisiert: 25.06.2009 18:26 Uhr
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Muskelspiele vor neuem Sex-Club in Gattinger Straße

Betreiber fühlt sich bedroht - Rotlicht-Größen demonstrieren Stärke durch gemeinsames Hunde-Ausführen
  • Muskelspiele
    A3637 Jörg Carstensen (dpa)
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Es riecht nach Zoff im Zuhälter-Milieu in der Gattinger Straße: Das neue Etablissement eines auswärtigen Anbieters in der Gattingerstraße 9 stößt bei einheimischen Rotlicht-Größen auf wenig Begeisterung. Die zeigen sie durch eine Art fürsorglicher Belagerung.

Eine der Frauen, die hier dem Gewerbe nachgehen, inseriert mit „99 Euro, all inclusive“. Was man darunter verstehen mag, ist schwer herauszufinden, die Damen lassen sich ebenso wenig blicken wie ihre Kundschaft. Die habe man bedroht: Man werde sie filmen und die Bilder ins Internet stellen, behauptet der Betreiber. „Wir betreiben den Laden als Erotik-Objekt mit vier bis fünf Hostessen“, sagt er am Telefon. Nein, es habe keine Gespräche mit dem einheimischen Rotlicht gegeben, ehe der Laden eröffnete. „Wir sind schließlich ein freies Land.“

Seit zwei Tagen marschieren muskelbepackte Männer – darunter die Köpfe des einheimischen Milieus – vor dem Haus auf. Nicht weit davon parkt ein Wohnmobil als mobile Kommandozentrale. Von ferne beobachtet die Polizei das Geschehen, kontrolliert hier und da Personalien, nimmt einen Mann mit, der einen berauschenden Mutmacher dabei hatte. „Ein Schwerpunkt polizeilicher Tätigkeit ist es, Straftaten zu verhindern,“ sagt auf Anfrage Polizei-Sprecher Heinz Henneberger. „Unsere Anwesenheit ist zum jetzigen Zeitpunkt rein vorbeugender Natur.“

Indessen demonstrieren die Rotlicht-Größen Stärke durch gemeinsames Hunde-Ausführen, wobei nicht von Pudeln oder Dackeln die Rede ist. Oder sie entfalten abschreckende Wirkung dadurch, dass sie ohne erkennbaren Anlass vor dem Haus stehen – was nicht verboten ist.

Der Betreiber des Etablissements, der bisher sein Geschäft in Nürnberg und München betrieb, fühlt sich von der „Belagerung“ bedroht. „In Nürnberg wäre eine solche Versammlung schon längst aufgelöst“, schimpft er. Zwei Tage dauere das schon. Bis zu 25 Mann seien vor dem Haus aufmarschiert, einer mit Eisenstange. Von einem Dutzend spricht die Polizei, sechs sieht der Reporter mit eigenen Augen am Donnerstagnachmittag. „Wann kommt die Ablösung?“ fragt einer. Der Mann, der die Stange geschwungen haben soll, ist seit Jahren eine feste Größe im Geschäft. Er lässt am Mittwoch mitteilen, er habe mit der Sache nichts zu tun. Am Donnerstag sitzt er aber mit seinen Kollegen vor dem Haus.

Keiner von ihnen will mit der Presse sprechen. Doch ihr Ingrimm darüber, dass hier – gegen ihre Geschäftsinteressen – seit einem Monat ein neuer Gewerbebetrieb eröffnet hat – ist unverkennbar. Gegen „die Stadt“ und „die Russen“ schimpft einer. „Die können offenbar machen, was sie wollen.“

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler
    
    

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