aktualisiert: 03.05.2009 18:20 Uhr
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WÜRZBURG
NS-Verbrechen: Stadt sauer auf Bahn
„Zug der Erinnerung“ kommt vom 14. bis 16. Mai nach Würzburg
Mehrere hunderttausend Kinder wurden während der Nazi-Diktatur mit der Deutschen Reichsbahn in Vernichtungslager deportiert. An diese Barbarei erinnert das Projekt „Zug der Erinnerung“. Vom 14. bis 16. Mai macht er im Bahnhof Würzburg Halt.
An die 100 Stationen wurden bereits angefahren. Nicht die Deutsche Bahn hat sich dieser Aufarbeitung angenommen – sondern ein gleichnamiger Verein.
Mit einer deutschlandweiten Tour wird über das Schicksal der Deportierten informiert. Die Bahn gibt zwar Gleise und Bahnsteige frei – verlangt dafür aber Trassen- und Stationsgebühren.
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Deshalb hat sich der „Zug der Erinnerung“ mit Bitte um einen finanziellen Zuschuss an die Stadt Würzburg gewandt. Diese stellt nun – nach Beschluss im Stadtrat – 6000 Euro für den dreitägigen Aufenthalt in Würzburg bereit.
Oberbürgermeister Georg Rosenthal hat die Schirmherrschaft übernommen und empfiehlt besonders Schulen den Besuch der Ausstellung, die vom Stadtarchiv um Daten und Hintergründe zu Würzburger Deportationsopfern ergänzt wird.
Dass sich die Bahn AG als Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn finanziell überhaupt nicht beteiligt, stößt dem OB und dem Stadtrat sauer auf.
Rosenthal hat deshalb einen deutlichen Brief an den neuen Bahn-Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube geschrieben.
Es sei nicht nachzuvollziehen, „aus welchen Gründen die Bahn AG ein solches Gedenken nachhaltig missachtet und damit ein zweifelhaftes Signal im Hinblick auf die Erinnerungskultur aussendet.“
Hintergründe zum Projekt unter: http://www.zug-der-erinnerung.de/

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