publiziert: 17.07.2012 19:36 Uhr
aktualisiert: 19.07.2012 12:04 Uhr
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Neue Straßenbahn nimmt weitere wichtige Hürde

Volkswirtschaftliche Analyse: Projekt ist förderfähig

Das war am Dienstag eine wichtige Weichenstellung für den Bau der neuen Straßenbahn ans Hubland. Nach monatelanger Bearbeitung fällt nun der volkswirtschaftliche Nutzen für das Projekt größer aus als die Kosten. Dies ist die Voraussetzung, um an die hohe staatliche Förderung für das Millionenprojekt zu kommen – rund 60 Prozent der Gesamtkosten, wie Thomas Schäfer, Geschäftsführer der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (WVV) dem Umwelt- und Planungsausschuss des Stadtrates darlegte.

Die volkswirtschaftliche Abwägung erfolgt in einem bundeseinheitlichen Verfahren („standardisierte Bewertung“). Dabei ist der Faktor von 1,0 zu übertreffen. Keine leichte Sache, auch nicht in anderen Städten, wie Schäfer sagte. Die geplante 5,4 Kilometer lange Linie 6 vom Barbarossaplatz durchs Frauenland zum Hubland liegt jetzt bei 1,05. Vor einem Jahr hatte es mit einem Stand von 0,84 noch recht düster ausgesehen.

Was ist seitdem passiert? Die WVV hat ein Verkehrsbüro als Berater hinzugezogen. Dessen Analysen liegen mittlerweile vor. Fahrgastdaten wurden überprüft, Liniennetze, bisherige Verkehrsmodelle. Den entscheidenden Schritt nach vorn schaffte man offenbar durch genauere Betrachtung des „Ohne-Falls“: Würde die Straßenbahn nicht gebaut, müsste aufgrund steigender Kapazitäten bis 2025 der Busbahnhof erweitert werden, ebenso vier Haltestellen. Drei, so Schäfer, müsste man neu bauen. Dies alles würde Kosten verursachen, die durch die neue Straba vermieden werden.

Im Stadtrat kritisierten Patrick Friedl (Grüne) und Wolfgang Scheller (CSU) erneut die vorgeschriebenen Kriterien der volkswirtschaftlichen Bewertung: Schüler würden viel zu gering angesetzt, was diese Linie rechnerisch verschlechtere. Laut WVV-Chef Schäfer läuft bis Anfang August die öffentliche Auslegung der Pläne. Bis Anfang November sollen die Einwendungen gesichtet sein, dann gebe es voraussichtlich einen Erörterungstermin mit der Regierung. Diese könne dann in die eigentliche Planfeststellung eintreten. Schäfer hofft auf Baurecht bis Ende 2013.

Spürbar war im Stadtrat die Erleichterung, dass mit dem Nutzen-Kosten-Faktor von 1,05 eine entscheidende Hürde zunächst genommen ist. Die WVV will nun in erste Gespräche mit dem Bund als Zuschussgeber gehen. Erwartet werde dort ein klares Ja von der Kommune und dem Freistaat: „Man muss zusammenstehen.“

aj
    
    

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»Alle 23 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

steve67 (1153 Kommentare) am 20.07.2012 12:12

Nichts

anderes war zu erwarten, wenn man das X-te Gutachten erstellen lässt nur um ein Projekt das völlig unsinnig ist endlich durchziehen zu können. Im Übrigen noch eine kleine Geschichte: Ich stand neulich am Unicafe an der Ampel, die rot war. Insgesamt 5 Minuten. Warum? Weil sage und schreibe 3 (oder waren es 4?) Straßenbahnen im Abstand von ca. 1 Minute vorüberfuhren. Es bildete sich ein Rückstau über mehrere hundert Meter. Für die Fahrgäste der Straßenbahn sicher toll. Für alle anderen Sch.....
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steve67 (1153 Kommentare) am 20.07.2012 12:13

Und die

Strabas waren alles andere als voll....
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Laeufer61 (610 Kommentare) am 20.07.2012 13:10

Und wieviel Leute haben...

...jeweils in den Autos gesessen, haben sie die auch gezählt?
Im Schnitt pro Fahrzeug 1,2 Personen oder?
Und wieviel Platz ein Auto braucht, erkennen sie ja dann an der Länge des Staus.
Dazu kommt der Benzin- und Dieselgestank bei den laufenden Motoren und so macht das Kaffeetrinken im Freien direkt neben einer Ampel sicher richtig Spaß zwinkern grinsen

MfG
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steve67 (1153 Kommentare) am 20.07.2012 13:54

Gut erfasst was

ich damit sagen wollte. Von wegen ökologische Straba. Im Gegenteil, sie bewirkt dass noch mehr Abgase ausgestossen werden. Sie werden jetzt bestimmt einwenden die Autofahrer könnten ja Straba fahren - was ist wenn sie nicht wollen? Kommt dann BigBrother Lauefer61 und zwingt sie? Übrigens stand ich mit dem Fahrrad da, nur damit jetzt nicht wieder was kommt....
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Laengrich (1 Kommentare) am 18.07.2012 22:23

.....

mich wundert diese Gier nach einer Straßenbahn. Eine Straßenbahn mehr macht aus Würzburg keine Großstadt und auch keine moderne Metropole. Wenn ihr die Zukunft wollt, dann nicht mit einer veralteten Technologie. Besser sind Hybrid- oder Elektrobusse, die werden übrigens auch vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz gefördert. Aber da hat sich die WVV ja vehement gewehrt.
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