aktualisiert: 13.02.2012 18:53 Uhr
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WÜRZBURG
Nicht über Juden reden, sondern mit ihnen
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit feiert 50-jähriges Bestehen
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Engagiert für Verständigung: Der Vorstand der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit (von links) Alexandra Golosowskaia, Burkhard Hose, Rosa Grimm, Regina Kon, Karen Heußner, Peter Reinl, Karlheinz Müller, Marianne Gehrig, Rivka Schachaf-Scherpf, Jesko Graf zu Dohna und Alexej Kondratev.Foto: Norbert Schwarzott
Braucht es 50 Jahre nach der Gründung noch eine „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken“? Die Frage stand im Mittelpunkt des Jubiläumsfestakts im jüdischen Gemeindezentrum Shalom Europa. Die Antwort der Redner war eindeutig: Die Gesellschaft, die aktuell 400 Mitglieder zählt, hat sich noch lange nicht überlebt.
„Nicht über Juden reden, sondern mit ihnen“, dieses Motto hat an Aktualität nichts verloren, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. 20 Prozent der Deutschen sind mehr oder weniger latent antisemitisch eingestellt. Weitverbreitete Klischees, Vorurteile und vor allem Unwissen machen Experten dafür verantwortlich.
Hier setzt die christlich-jüdische Gesellschaft an. Schon den Gründervätern war es einerseits wichtig, die Erinnerung an die Shoa, die Vernichtung jüdischen Lebens, die auch Christen nicht verhindert haben, wachzuhalten. Zudem ging und geht es darum, zu erklären, wie Juden glauben, wo es Gemeinsamkeiten zum Christentum gibt, wo Unterschiede. Vorträge für Pfarrer, Lehrer und Jugendliche standen im Mittelpunkt der Gründerjahre, getrieben vor allem vom Engagement David Schusters.
Der gebürtige Brückenauer war 1938 nach Palästina emigriert und 1956 nach Würzburg zurückgekehrt. Von 1958 bis 1996 war Schuster (1910 bis 1999) Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Würzburg und ab 1962 auch jüdischer Vorsitzender der Gesellschaft, neben einem evangelischen und einem katholischen Vorsitzenden. Noch heute gibt es diese Dreierspitze, aktuell mit Regina Kon von der jüdischen Gemeinde, dem katholischen Pfarrer Burkhard Hose und dem langjährigen evangelischen Dekan Günter Breitenbach.
Rund 90 000 Besucher hat die Gesellschaft allein in den vergangenen 25 Jahren bei Vorträgen, Führungen und Gedenkveranstaltungen gezählt, so Geschäftsführerin Rosa Grimm. Herausragend dabei Begegnungen mit gebürtigen Würzburger Juden wie dem Dichter Yehuda Amichai oder dem Komponisten Norbert Glanzberg. Oder die Wiederentdeckung der Dichterin Marianne Rein. Hinzu kommen politische Statements wie das Eintreten gegen Antisemitismus und Rassismus. Man engagiert sich beim Holocaust-Gedenken, im Bündnis für Zivilcourage, bei Demonstrationen wie „Bunt statt braun“.
Und man versteht sich als Ansprechpartner für die auf rund 1000 Mitglieder gewachsene jüdische Gemeinde in der Region – unter Beibehaltung „freundschaftlich gebotener Distanz“, so der Motor der Gesellschaft, der Theologieprofessor Karlheinz Müller. Ziel der Würzburger Vereinigung sei nicht der Dialog unter Wissenschaftlern, sondern die „praktische und unaufdringliche Teilhabe“ am jüdischen Leben. Man habe gelernt, den Juden – „und zwar allen, ohne vorzusortieren“ – in ihrem Alltag zuzuhören und sich so Vertrauen zu erwerben.
Dass diese Haltung auch künftig gefragt ist, unterstrichen Grußredner wie Josef Schuster, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Würzburg, der katholische Bischof Friedrich Hofmann, der evangelische Regionalbischof Christian Schmidt, Regierungspräsident Paul Beinhofer und Oberbürgermeister Georg Rosenthal.
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bamag (48 Kommentare) am 15.02.2012 10:22
grinssss......Glückwunsch zum Bonuspunkt, ich hab da allerdings weniger den guten alten Lennons John im Verdacht, sondern den Verfasser des Beitrags Tja, und Sie scheinen nicht verstanden zu haben, worauf ich hinaus will. Merken Sie eigentlich nicht, dass Sie sich nur Einzelheiten aus einem Kontext picken? Ok, dann gehe ich einfach mal auf Ihren "Fall Möllemann" ein. Wie Sie sagen, hatten Sie den flyer ja damals vor Augen. Warum macht ein Politiker a) mit diesem Thema Wahlkampf und b) auf diese Art und Weise? Das war ein einseitiges anprangern der Politik Israels mit dem offensichtlichen (hätte eigentlich jeder erkennen müssen) Ziel, deutsche Ressentiments gegen Israel zu schüren. Als kleine Hilfestellung, damit auch Sie das nachvollziehen können picke auch ich mal nur einen Faktor heraus: >>In der Charta der Hamas von 1988 wird ganz offen die Zerstörung des Staates Israels als politisches Ziel genannt: „Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er andere Länder vorher ausgelöscht hat.“ Ferner ruft die Hamas ihre Anhänger generell zum Mord an Juden auf: „Jeder Jude ist ein Siedler und es ist unsere Pflicht, ihn zu töten.“ Jegliche Form des Ausgleichs wird abgelehnt: „Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Dschihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung.“ |
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DMA (696 Kommentare) am 14.02.2012 08:37
Ist es nicht schade,dass Menschen immer noch nach Religionen "sortiert" werden und man den Bedarf sieht, sich mit Menschen aufgrund deren anderen Glaubens auszutauschen? Ist es nicht Scchade, dass es einer besonderen Erwähnung wert ist, dass ein christlicher Würdenträger vor Mitbürgern jüdischen Glaubens eine Rede gehalten hat? Was interessiert es mich, woran mein Gegenüber glaubt? Warum sollte dies überhaupt irgendeine Relevanz haben? |
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bamag (48 Kommentare) am 14.02.2012 14:19
Haben Sie den......Artikel eigentlich gelesen? Kann ich mir nicht vorstellen. Diese Gesellschaft wurde vor 50 Jahren gegründet, um mit der kleinen jüdischen Gemeinde, die sich in Würzburg nach der Shoa wieder zusammengefunden hatte, eine Basis des vertrauensvollen Zusammenlebens zu schaffen. Und dank David Schuster s.A. und seinen damaligen Mitstreitern ist dies auch gelungen...mehr Infos - falls es Sie doch interessieren sollte - finden Sie hier: http://christlich-juedische-wuerzburg.de/index.html Da haben Sie schon recht - auch ich frage auch keinen Menschen, den ich kennenlerne, ob und wenn ja, was für eine Religion er hat. Tolle Menschen und fiese Typen gibt es in allen Hautfarben und Religionen rund um den Globus. Aber rund um den Globus gibt es eben auch Menschen, denen weder das eine noch das andere egal ist und die "die Anderen" nicht tolerieren und schon gar nicht lieben. Rund um den Globus kann ich leider nicht aktiv sein, aber in Würzburg, Unterfranken, Bayern und der BRD
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DMA (696 Kommentare) am 14.02.2012 15:42
ich weiß nicht wie Sie auf die Idee kommenich könnte den Artikel nicht gelesen haben. Selbst nachdem ich ihn ein zweites mal durchgelesen habe, ändert dies nichts an meiner Meinung. Warum wird erwähnt, dass Friedrich Hofmann katholischer Bischof ist usw. wenn man nicht die Absicht hat die unterschiedlichen Glaubensrichtungen als Besonderheit hervorzuheben? Warum heißt die Organisation "Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken", wenn man nicht Religion als etwas trennendes erfahren würde?Und was die angebliche antisemitische Haltung angeht, von der 20% befallen sein sollen. Hier habe ich noch immer keine Definition finden können, die dieser Studie zugrunde gelegt wurde. Ich vermute nämlich, dass antisemitismus mit Israel-Kritisch gleichgesetzt wurde, wie dies üblicherweise in unserer Gesellschaft festzustellen ist (siehe Fall Möllemann. Im Gegensatz zu bayerischen Mitbürgern hatte ich den Flyer damals tatsächlich im Briefkasten gehabt und weiß daher, was da drinnen stand) |
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bamag (48 Kommentare) am 14.02.2012 19:56
und warum wird erwähnt......dass andere Redner, z.B. Christian Schmidt evangelischer Regionalbischof, Paul Beinhofer Regierungspräsident und Georg Rosenthal Würzburger OB ist? Weil die Herren ihre Grußworte in ihrer Eigenschaft als Repräsentanten ihrer "beruflichen Sparte" überbracht haben....und warum nannte man die Gesellschaft damals wohl nicht "Gesellschaft für Zusammenarbeit von mehr oder weniger entnazifizierten Deutschen und Überlebenden der Shoa und ihrer Nachkommen"?!?!? Vielleicht oder sehr wahrscheinlich, dass der Glaube damals die erste mögliche gemeinsame Basis war. Übrigens: den kompletten Antisemitismusbericht 2012 können Sie sich problem- und kostenlos im Netz durchlesen und sich ein Bild über die Definition machen. |
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