publiziert: 28.07.2008 17:45 Uhr
aktualisiert: 29.07.2008 10:58 Uhr
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Nur die nächsten Anlieger waren gegen FH

Analyse nach klarem Bürgerentscheid: Nicht mal im Frauenland konnte sich die BI durchsetzen
  • Eher gedrückte Stimmung herrschte im Gasthaus Akropolis bei der Bürgerinitiative „Alandsgrund“. Im Bild (vorne von links) Stefan Lindner, Dagmar Dewald und Klaus Hobeck.
    FOTO Theresa Müller
  • Wolfgang Jung (links), der Mann vom Live-Ticker der Main-Post, interviewt den CSU-Kreisvorsitzenden Oliver Jörg. FOTO N. SCHWARZOTT
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Der Bürgerentscheid über den FH-Neubau am Sanderheinrichsleitenweg hat ein klares Ergebnis gebracht: 19 960 Bürger sagten Ja zum Ratsbegehren für den schnellen Bau, die Bürgerinitiative (BI) Alandsgrund schaffte nur 6741 Stimmen für ihr Begehren gegen den FH-Standort zwischen Adami-Bad und Hubland-Uni. Locker übersprang das Ratsbegehren mit seinen Ja-Stimmen (19,64 Prozent aller Wahlberechtigten) das für die Gültigkeit erforderliche Quorum von zehn Prozent.

Die BI scheiterte an dieser Hürde (6,63 Prozent Ja-Stimmen). Die gestellte Stichfrage hatte somit keine Bedeutung. Die hätte sie nur gehabt, wären beide Bürgerentscheide gleichzeitig angenommen oder abgelehnt worden und hätten dabei das Quorum von zehn Prozent erreicht. Auch dann hätte das Ratsbegehren für den FH-Neubau mit rund dreimal so vielen Stimmen wie das Bürgerbegehren die Nase klar vorne gehabt.

Bemerkenswert ist große Zahl an ungültigen Stimmen – allein 10 005 bei der Bürgerinitiative. Ein deutliches Indiz dafür, dass die Pro-FH-Kampagne von Stadt, Wirtschaft und Hochschule gefruchtet hat: Um die Abstimmung zu vereinfachen, hatten sie aktiv damit geworben, den Bürgerentscheid 1 (Bürgerinitiative) gar nicht anzukreuzen und ihn damit für ungültig zu erklären. Während für die Bürgerinitiative 37,36 Prozent der Stimmzettel ungültig sind, ist dies beim Ratsbegehren nur in 7,33 Prozent der Fall. Das heißt, die FH-Gegner haben überwiegend das Pro-FH-Ratsbegehren mit Nein angekreuzt statt es zu ignorieren.

Gespannt war man auf die Wahlbeteiligung bei Würzburgs drittem Bürgerentscheid. Sie fiel mit 26,4 Prozent deutlich besser aus als im Juni 1997 (Verlagerung des Röntgen-Gymnasiums zu Gunsten der FH-Erweiterung). Beim ersten Würzburger Bürgerentscheid hatten damals nur 17,7 Prozent der Wahlberechtigten mitgemacht. Deutlich mehr waren es mit 43,3 Prozent im Dezember 2006, als das Arcaden-Projekt samt Bahnhofssanierung knapp abgelehnt wurde. Dass am vergangenen Sonntag gut jeder Vierte zur Abstimmung ging, wurde angesichts des schwül-heißen Wetters und einer Spezial-Thematik allgemein als positiv bewertet.

Am eifrigsten gingen die Würzburger im Frauenland (35,62 Prozent), im Steinbachtal (35,47) und in Rottenbauer (33,10) abstimmen. Gering war das Interesse in der Zellerau (20,04), am Heuchelhof (19,76) und in Grombühl (16,98). Die Bürgerinitiative konnte sich in keinem der 13 Stadtteile durchsetzen. Am besten schnitt sie noch im Frauenland ab – mit 15,3 Prozent Ja-Stimmen zu 19,6 Prozent für das Ratsbegehren.

Klar für sich entscheiden konnte die BI die Sache einzig im Abstimmungslokal Kepler-Schule (Keesburg) – also in nächster Nachbarschaft des geplanten FH–Neubaus. Im Abstimmungsraum an der noch nahen Waldorfschule gab es ein Patt: jeweils 171 Stimmen für Bürgerbegehren und Ratsbegehren. In der Stichfrage hätte hier die BI knapp vorne gelegen. Von den zwei Frauenländer Briefwahlbezirken ging einer an die Bürgerinitiative, einer an die FH-Befürworter.

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Jungbauer
    
    

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