publiziert: 15.12.2011 16:32 Uhr
aktualisiert: 15.12.2011 16:56 Uhr
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Oberstufenschüler veranstalteten EU-Planspiel

  • Erklären jüngeren Schülern Europa: Einige Teilnehmer des P-Seminars im Fach Sozialkunde des Riemenschneider-Gymnasiums.
    Foto: Lisa Höfer
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Die Turnhalle des Riemenschneider-Gymnasiums war schon in einen Tagungsraum mit Podest, Multimediaecke und unzähligen Stuhlreihen verwandelt worden, als sich die Zehntklässler der Schule einfanden, um einen Unterrichtstag der anderen Art zu erleben. Die Oberstufenschüler hatten ihre jüngeren Mitschüler zu einem Planspiel unter dem Motto „Schüler unterrichten Europa“ eingeladen, das das Projekt-Seminar im Fach Sozialkunde veranstaltete.

Die Zehntklässler waren gespannt, was sie erwarten würde, denn unter den komplexen Funktions- und Arbeitsweisen der Europäischen Union konnten sie sich bislang nicht wirklich viel vorstellen. „Das ist doch alles richtig kompliziert und wirr, glaube ich“, meinte ein Schüler, als er seinen Platz einnahm.

Die „Chefkoordinatoren“ der Seminargruppe, Eva Langenfeld und Johannes Müller, erklärten daher zu Beginn den Ablauf des Planspiels. Verschiedene Schülergruppen sollten die Interessen einzelner EU-Staaten und Parteien vertreten und dann den Gesetzgebungsprozess in der EU durchspielen. Ziel war eine Verordnung für einen europaweiten Ausstieg aus der Atomkraft, der im Idealfall alle zustimmen und die dann verabschiedet wird.

Chancen und Probleme

Bevor es allerdings zum Meinungsaustausch kam, zeigten einige der insgesamt 14 Seminarteilnehmer Chancen und Probleme des Staatenverbunds auf. Bei Streitthemen innerhalb der EU, wie eben dem Atomausstieg, waren auch viele Schüler der 10. Klasse gut informiert und trugen mit ihrem Wissen zu einer regen Diskussion bei. Tschernobyl hatte zwar keiner von ihnen erlebt, doch die Ereignisse von Fukushima waren noch in den Köpfen präsent, sodass vor allem die Gefahren und Probleme der AKWs zur Sprache kamen.

Nachdem die Zehntklässler auf die einzelnen Parteien und Staaten aufgeteilt worden waren, ging es in Kleingruppen mit dem Gedankenaustausch weiter.

Einigen Schülern fiel es durchaus schwer, sich mit einem Land wie Frankreich zu identifizieren, in dem Dutzende Reaktoren stehen und in dem weiterhin an der Kernenergie festgehalten wird. Diese Interessen sollten die „Franzosen“ dann auch im großen Länderplenum mit den Schülervertretungen für die Staaten Deutschland, Österreich, Italien und Polen durchsetzen, was zu erneuten Meinungsverschiedenheiten führte.

Kann man die EU-Länder ohne Atomkraftwerke überhaupt mit genügend Strom versorgen? Kann man Kernenergie nicht doch sicher machen? Viele solcher Fragen fielen und die gut informierten Oberstufenschüler standen den Jüngeren mit ihrem Wissen zur Seite und klärten auf. „Die Seminarteilnehmer waren nicht nur von Anfang sehr engagiert und haben das Planspiel selbstständig auf die Beine gestellt, sie waren vor allem auch selbst sehr interessiert am Thema Europäische Union“, so Seminarleiter Johannes Beck.

Nach einigem Hin und Her kam es letztlich zu einer Einigung zwischen den verschiedenen Ländern und Parteien und ein Gesetz zum Atomkraftausstieg konnte verabschiedet werden. Die Zehntklässler hatten es geschafft, sich doch noch einig zu werden. Ein Jugendlicher zog Bilanz: „Wir hätten nie gedacht, wie viele Phasen so ein Gesetzesentwurf durchlaufen muss. Entscheiden zu müssen, das ist ja richtige Arbeit!“ Ein anderer meinte: „Wir haben heute auf jeden Fall einiges gelernt und wissen jetzt mehr über die EU und ihre Arbeit.“

Damit erfüllte das Projektseminar seinen Zweck. „Natürlich sollten die Seminarteilnehmer in erster Linie das eigenständige Organisieren und Durchführen eines Projekts lernen, aber wenn auch die jüngeren Schüler von so einer Veranstaltung profitieren, dann können wir mehr als glücklich sein“, stellte Lehrer Johannes Beck fest.

Von unserer Mitarbeiterin Lisa Höfer
    
    

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