aktualisiert: 02.08.2012 12:14 Uhr
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WÜRZBURG
Oegg-Tor-Teile bleiben wohl im Museum
Leser Walter Mack will Schmiedekunst aus München zurückholen – Residenz-Freunde für Schließung des Tores
Abgesegnet hat sie der Stadtrat – die Schließung des historischen Oegg-Tores an der Residenz im Zuge des Straßenbahnbaus. Wer nun meint, das Tor könne mit alten Gittern wieder zugemacht werden, liegt falsch: Der große Mitteltorbogen war stets frei passierbar, überwölbt vom 1751/52 geschaffenen schmiedeeisernen Kunstwerk von Hofschlosser Johann Georg Oegg (1703-1782).
Von ihm stammen auch die beiden Seitenteile des Oegg-Tores. Sie waren eingesetzt, wo heute Fußgänger links und rechts der Straße laufen. Die Gitter existieren noch, aufbewahrt werden sie seit den 1880er Jahren im Bayerischen Nationalmuseum in München. Wie das Gesamtwerk früher einmal ausgesehen hat und wie es bei Wiedereinsetzung wirken würde – dies zeigt nun Peter Schlagbauer in einer Fotomontage.
Der Senior ist Mitglied der Bürgerinitiative „Ringpark in Gefahr“, die anlässlich der Protest-Probesperrung des Oegg-Tors zur Gegenkundgebung erschienen war. Das historische Tor, so Schlagbauers Überzeugung, müsse für den Autoverkehr dicht gemacht werden, so wie es der Nahverkehrsplan schon 1995 vorsah. Schlagbauer hat in der Montage die seitlichen Tore aus dem Münchner Museum geholt und sie eingesetzt.
Ein feiner Anblick, finden auch die Freunde der Würzburger Residenz. Schlagbauer gehört auch ihnen an, wie weitere 280 Mitglieder. Der 1990 gegründete Verein hat sich nach dem Protest gegen die Sperrung zu Wort gemeldet und fordert genau diese. Die Reduzierung des Verkehrs, im Umfeld der Residenz sowie auf dem Residenzplatz, gehört zu den Gründungszielen der „Residenzfreunde“. Schon früher wollten sie das Oegg-Tor für die Durchfahrt schließen, man verwies auf schädliche Erschütterungen durch Bus- und Schwerlastverkehr. Doch die Argumente wurden als irrelevant abgetan.
Es sind vor allem konservatorische Bedenken, die die „Freunde“ zu Befürwortern einer Schließung machen. Dadurch würden die einzigartigen Kunstwerke von der Hand Johann Georg Oeggs, „die in der Welt nicht ihresgleichen haben“, besser geschützt. Leider nähmen sie derzeit permanenten Schaden durch Korrosion und Substanzverlust: So fehlt zum Beispiel seit einigen Jahren dem unteren mittleren Bogen ein Girlandenteil. Es wurde von einem Lastwagen erfasst und heruntergerissen.
„Eine Rückführung an den Rennweg nach Würzburg kommt nicht in Betracht.“Schreiben aus dem Kunstministerium in München
Allerdings fordern die Residenzfreunde, bei der Neugestaltung der für den Durchgangsverkehr gesperrten Toranlage den Rennweg als wahrnehmbaren Weg zu erhalten. Es handele sich hierbei um eine uralte Aus-und Einfallsstraße in die Stadt, die schon lange vor der Erbauung von Rosenbachpalais und Residenz existierte. Für den Vorstand der „Freunde“ gingen nun Vorsitzender Tilmann Kossatz sowie Peter A. Süß und die Oegg-Expertin Verena Friedrich an die Öffentlichkeit.
Den direkten Weg ins Münchner Ministerium hat dagegen Main-Post-Leser Walter Mack gesucht – und ist darüber schier verzweifelt. Er fragt sich, ob sein Brief von den Ministerialen überhaupt sorgfältig gelesen wurde: „Meine Angelegenheit bezieht sich auf 'Äpfel' und ich erhalte Antworten über 'Birnen'“ schrieb er zuletzt in einem persönlichen Brief an Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch. Macks Ansinnen: Das Ministerium möge prüfen, ob die beiden Seitentore aus dem Münchner Nationalmuseum nach Würzburg, in die Ausstellungsräume der Residenz, zurückkehren könnten.
Zunächst wird sein Schreiben vom Kultus- an den Kunstminister weitergereicht. Dann wird ihm eine angeblich „erbetene Auskunft“ zur Schließung des Oegg-Tors in Aussicht gestellt. Danach hatte Mack aber nicht gefragt. Schließlich folgt eine fachliche Aussage eines Ministerialrats im Kunstministerium: Der Zustand der schmiedeeisernen Tore lasse eine Aufstellung im Freien nicht mehr zu, sie würden gerade konservatorisch überarbeitet.
Weiter heißt es in dem Schreiben: „Um die Tore dauerhaft sicher zu erhalten, ist es notwendig, sie auch künftig in einem geschlossenen Raum aufzubewahren. Damit kommt eine Rückführung an den Rennweg nach Würzburg nicht in Betracht.“ Eine interessante Einschätzung, nur: Leser Walter Mack will die Tore ja nicht einhängen, sondern sie geschützt in der Würzburger Residenz ausstellen. So hatte er es geschrieben. Er mag kaum glauben, wie oberflächlich schriftliche Eingaben im Ministerium gelesen werden. Und so wartet er weiterhin darauf, auf die Frage nach einem Apfel auch einen Apfel zu bekommen.
Das historische Oegg-Tor
Zwischen Residenz und Rosenbachpalais hatte Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim aus Gründen der Symmetrie ein dem Gartentor an der Südseite der Residenz entsprechendes Pendant anbringen lassen. Die Freunde der Würzburger Residenz schreiben dazu: „Dieses bestand aus fest stehenden Seitenteilen und einer Durchfahrt, die durch einen prächtigen Gitteraufsatz bekrönt wurde. Zu diesem 1767 fertig gestellten Aufsatz existierte noch bis 1945 eine eigenhändige Entwurfszeichnung dieses genialen Meisters der Schmiedekunst (Kriegsverlust). Glücklicherweise sind alle Bestandteile dieses Oegg'schen Werkes erhalten – die Aufsätze in Würzburg, die Seitenteile im Bayerischen Nationalmuseum in München. Diese Seitenteile waren wie die Seitenteile am Gartentor fest montiert. Ursprünglich gab es also keine separaten Fußgängerdurchlässe. aj
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holle4es (83 Kommentare) am 01.08.2012 22:29
Weg mit dem Frankoniabrunnen!Wird der Frankoniabrunnen eigentlich auch wieder abgerissen, wenn Oeggtor und Residenzplatz in den Urzustand versetzt werden sollen? Ist ja schließlich auch nicht ganz stilecht! |
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rebnik (515 Kommentare) am 01.08.2012 21:23
...Sieht wirklich sehr schön und prächtig aus, aber die Münchner wollens net hergeben, was machen wir denn da??? Sturm auf München? Oder in modernem Stil ergänzen mit Stahl und Glas? - bitte schlagen Sie mich nicht, das war nur ein Witz! Ist schon komisch, dass ausgerechnet die Gitter, die sich in der Münchner Obhut (oder Beuteverwahrung) befinden, so schlecht erhalten sein sollen und die Prunkgitter, die hier in Würzburg seit Jahr und Tag der Witterung ausgesetzt sind, halten sich und halten sich und halten sich... Vielleicht sollte man sich nicht mit dem Münchner Bescheid zufrieden geben. Hier wäre doch mal eine Bürgerinitiative genau das Richtige, von vielen Menschen getragen, die das Ziel hat, nach der Oegg-Tor-Sperrung die beiden Seitengitter wieder anzubringen. Außerdem wäre es interessant, mal genaueres über den Zustand und das Aussehen dieser Prunkgitter zu erfahren. |
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deutzi (272 Kommentare) am 02.08.2012 11:19
EHERgeht ein Kamel durch ein Nadelöhr,als das von München geraubte fränkischeEigentum zurück gegeben wird.Warum läßt Franken sich so an der Nase herumführen. Wohlauf die Luft ist frisch und rein, wer lange sitzt muß rosten.
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Hingucker (1929 Kommentare) am 01.08.2012 14:16
Oegg-Tor Sperrungist schon erschreckend was die B........ so alles genehmigt. Warum fragt man da nicht die Würzburger Einwohner, ob sie den Bau der Linie 6 wollen, oder die Schließung des Oegg-Tors? |
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Raymond (777 Kommentare) am 01.08.2012 11:28
gute Idee ....sieht echt gut aus ....auf dem Bild , sicher wuerde auch die komplette Absperrung um den Platz ( hab da mal ein Bild gesehen ) noch besser aussehen ........muesste mal ne Umfrage gemacht werden , wer das moechte ....und wie viele
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