publiziert: 26.09.2010 15:52 Uhr
aktualisiert: 26.09.2010 17:04 Uhr
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Offen und verborgen: Orte der Düsternis und Hoffnung

„Endspiel 2010“ an 14 Stationen mitten in der Stadt erlebbar
  • Finstere Apokalypse mit freundlicher Dame: In Stift Haug hängen großflächige Werke des Künstlers Jacques Gassmann zu den Johannes-Visionen. Die Kirche ist eine von 14 Stationen auf einem neuen Kunstweg durch die Stadt.
    FotoS (2): Theresa Müller
  • Bunte Unheilsvisionen: 1000 Jahre alt sind die Darstellungen der Bamberger Apokalypse, die im Burkardushaus gezeigt werden.
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Die Veranstaltungsreihe „Endspiel. Würzburger Apokalypse 2010“ ist bisher ein großer Erfolg. Über 90 Veranstaltungen finden sich bis November auf der Plattform, die Diözese und Domschule geschaffen haben. Meist sind das Ausstellungen, Lesungen, Musikaufführungen in Kirchen, Museen oder Tagungshäusern. Nun geht „Endspiel“ mitten in die Stadt. Das Kunstreferat der Diözese hat einen „apokalyptischen Weg“ durch Würzburg erarbeitet. Auf einem Flyer mit Stadtplan sind die Kunstwerke eingetragen, der Besucher steuert die Orte selbst an.

Bürgermeister Adolf Bauer brachte es bei der Vorstellung auf einen Punkt: „Das ist eine Möglichkeit für Touristen und Würzburger, die Stadt und ihre verborgenen Schätze besser kennenzulernen.“

14 Stationen gibt es auf dem Weg, der zu offensichtlichen und verborgene Kunstwerken führt. Die Kunstwerke, die oft schon seit Jahrhunderten in Würzburg sind, sollen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Angst und Schrecken, Hoffnung und Trost einladen, sagt der Kunstreferent der Diözese und Mitorganisator Dr. Jürgen Lenssen. Orte der Begegnung mit der Apokalypse sind Kirchen, Rathaus und Mainfranken Theater.

Und so geht es zu den apokalyptischen Orten Würzburgs: Am besten beginnen Interessenten ihren Spaziergang an der zentral gelegenen Marienkapelle am Marktplatz und beenden ihn im Kiliansdom. „Aber jeder Besucher kann sich seinen Weg natürlich auch selbst zusammenstellen“, betont Dr. Jürgen Emmert vom Kunstreferat der Diözese. Den Zeitrahmen bilden dabei die Öffnungszeiten der Gebäude. Derzeit sind 13 von 14 Stationen zugänglich. Die Aktion dauert bis zum 21. November.

Weitere Orte der Apokalypse sind: Juliusspital-Kirche, Stift Haug, Matthias-Ehrenfried-Haus, Mainfranken Theater, St. Johanniskirche, Martin von Wagner Museum, St. Michael, Diözesanarchiv, Burkardus-Haus, Rathaus, Neumünster und Museum am Dom.

An jeder Station findet sich eine Stele mit Informationen zu den beiden Aspekten „offensichtlich“ und „verborgen“. Dort liegen auch Faltblätter mit näheren Details aus. Auch für Kinder gibt es einen interaktiven Rundweg, den Julia Pracher, Mitarbeiterin im Kunstreferat, ausgearbeitet hat. Ein Posaunenengel weist die Richtung zu einer Box mit Spielanleitung und Materialien, die die Kinder für die Bewältigung der Aufgaben brauchen. So sind sie mal Architekt, mal Uhrmacher, erläutert Pracher die spielerische Annäherung an das schwere Thema „Apokalypse“.

Auch für erwachsene Spielkinder hat die Domschule den neuen Rundweg interessant gemacht: Bei einer Schnitzeljagd für Erwachsene mit GPS-Empfängern geht es über bestimmte Koordinaten und Aufgabenstellungen zu einem Schatz. Nähere Infos gibt es im Internet unter www.geocaching.com mit dem Stichwort „Apokalyptische Orte“, erläutert Dietmar Kretz von der Domschule, einer der Mitorganisatoren von „Endspiel“.

Ganz sicher gibt es einige Höhepunkte bei dem Rundgang. Und dazu zählt ohne Frage der 32-teilige Zyklus des Malers Jacques Gassmann, der den Innenraum der Kirche Stift Haug komplett verändert. Die großflächigen Visionsbilder der Johannes-Apokalypse wirken im Gotteshaus, als wären sie speziell für den großen Kirchenraum gemalt worden. „Ich habe die Johannes-Visionen mit Tinte aus der Leinwand herausgewaschen“, erläuterte der Künstler sein Vorgehen. Und am Ende kommt nach all der Düsternis die Hoffnung in Form eines Bildes, das über dem Altar hängt. Es ist reinweiß mit Bergkristallen aus Jerusalem.

Weit in die Vergangenheit geht die Darstellung der Bamberger Apokalypse. Die kleinteiligen Bilder für ein Buch entstanden vor etwa 1000 Jahren, erläuterte Professor Dr. Bernhard Schemmel von der Staatsbibliothek Bamberg. Die 56 Miniaturen – ausgestellt sind natürlich Drucke – entstanden wohl in einem Kloster auf der Bodensee-Insel Reichenau. Sie sind im Burkardus-Haus ausgestellt. Ein Computer mit Lupenfunktion erlaubt dem Besucher auch kleine Details der dramatischen bunten Darstellungen zu untersuchen.

Die Diözese bietet Führungen für den Apokalypse-Weg an. Informationen gibt es im Museum am Dom unter Tel. (0931) 3 86-6 56 00. Nähere Informationen zum Projekt "Endspiel. Würzburger Apokalypse 2010" im Internet unter www.endspiel2010.de

Von unserem Redaktionsmitglied Ernst Jerg
    
    

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wueus (29 Kommentare) am 27.09.2010 20:19

Armageddon

Wahnsinn! Armageddon in Würzburg.
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