aktualisiert: 10.02.2012 17:33 Uhr
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ZELL
Pfarrer will in Zell Frieden stiften
Bürgermeister-Leasing: Gemeinderat in Mediation
Krach in Zell zwischen Gemeinderat und Bürgermeisterin. Anita Feuerbach möchte den Zwist aus dem Weg räumen. Schnell. Noch vor der nächsten Zusammenkunft des Gremiums am Valentinstag. Also hat sie die Räte für Montagabend zu einem außergewöhnlichen Treffen eingeladen. Der ehemalige Zeller Pfarrer Friedemann Jung will versuchen, die Kontrahenten wieder zu versöhnen.
Leasing abgelehnt
Friedemann Jung, Theologe und Kabarettist, wohnt in Zell. Vor einigen Jahren war er dort auch mal als Pfarrer tätig. Jetzt unterrichtet er Religion am Grünewald-Gymnasium in Würzburg. Als er vom Krach im Zeller Gemeinderat hörte, hat er der Bürgermeisterin spontan angeboten, zu vermitteln. „Das ist das Dorf in dem ich wohne. Da kann man sich doch nicht so benehmen“, sagt er. Und Anita Feuerbach geht darauf ein. „Mir ist es ein großes Anliegen, dass der Streit aus dem Weg geräumt wird“, sagt sie.
Was war passiert? Die Bürgermeisterin wollte, dass die Gemeinde ihr ein Auto least. Ein Fahrzeug, sowohl für dienstliche als auch private Zwecke. Unter der Bedingung, dass die Gemeinde den Leasingvertrag abschließt, gewähren Autohändler von Premiummarken Bürgermeistern eine günstigere Leasingrate. Viele Bürgermeister im Landkreis nutzen dieses Angebot. „Daher sah ich in meinem Antrag nichts Verwerfliches“, sagt Feuerbach. Zumal sie alle Kosten für das Auto, auch die Leasingrate, aus eigener Tasche zahlt. Der Gemeinde entstünden dabei überhaupt keine Kosten, rechtfertigt sie sich.
Beschluss akzeptiert
Doch der Gemeinderat lehnte in öffentlicher Sitzung aus vielerlei Gründen fraktionsübergreifend ab. Manch einer wollte die Frau Bürgermeisterin nicht als „Werbeikone“ für eine bestimmte Automarke sehen. Andere hatten Bedenken, dass mit dem Leasing doch ein Risiko für die Gemeinde verbunden sei. Grundsätzlich sah der Rat aber ein, dass die Bürgermeisterin ein Dienstauto braucht. Als Alternative schlugen sie vor, ein umweltfreundliches Fahrzeug anzuschaffen, das alle Rathausbediensteten nutzen könnten. Feuerbach lehnt dies aber ab.
„Den Beschluss habe ich aber akzeptiert“, sagt sie. Als die Main-Post davon Wind bekam, ging ihr zwei Wochen später, als sie im Gemeinderat eine persönliche Erklärung abgab, der Gaul durch – wie sie selbst sagt. Dass die Information überhaupt an die Presse ging, verstand sie als „persönlichen Angriff“. „Sachliche Niederlagen kann ich ja ertragen, aber das war zu viel“, beschreibt Anita Feuerbach ihre emotionale Verfassung.
Spannender Montag
Mediationen im Gemeinderat sind selten. Im Landkreis Würzburg dürfte der Vermittlungsversuch durch einen Pfarrer der erste seiner Art sein. Wie der Theologe wieder Frieden in den Zeller Gemeinderat bringen möchte, will er vor dem Treffen am Montag nicht verraten. „Ich habe aber schon eine Idee“, sagt er. Unterschiedliche Meinungen kennt er aus vielen Sitzungen des Kirchenvorstandes. „Auch wenn ich kein ausgebildeter Mediator bin. Da habe ich meine Erfahrungen gesammelt“, sagt Jung. Wohlwissend, dass das Ganze auch scheitern könnte.
Scheitern könnte es beispielsweise, wenn sich Feuerbach nicht für den Vorwurf, die Gemeinderäte hätten mit ihrer unsachlichen Diskussion gegen die Gemeindeordnung verstoßen, entschuldigt – wie es SPD und Zeller Mitte einfordern. Bislang lehnt die Bürgermeisterin das ab. „Es könnten sich auch die entschuldigen, die alles an die Presse getragen haben“, sagt Feuerbach. Was auch immer passiert – der Montagabend im Zeller Rathaus dürfte spannender sein als je zuvor.
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rasenwunder (66 Kommentare) am 13.02.2012 22:09
Alle Zeller Bürger sollten den Rabatt bei BMW bekommensollten doch alle Zeller Bürger den Rabatt bekommen und schon wäre Ruhe dann kann sich jeder so ein Fahrzeug zu den gleichen Konditionen Leasen. Auch den Geldwerten Vorteil versteuern usw. ....und ansonsten finde ich das Klasse das sich einer mit Hirn der Sache annimmt - es scheint so, das im Gemeinderat nicht mehr also viel davon übrig geblieben ist!!! |
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Berge (552 Kommentare) am 12.02.2012 17:02
SozialneidAlso doch, da ist wieder örtliche Missgunst, Begleichung einer persönlichen Rechnung durch eine scheinbar legale Hintertür und blanker Sozialneid im Spiel, der auch nichtdavor zurücksteckt mit persönlichen Daten zu verletzen. Typisch Deutsch! |
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peterlesbub (330 Kommentare) am 11.02.2012 11:43
Man munkeltdass in einem Nachbarort der gleiche Sachverhalt vom Gemeinderat einstimmig innerhalb von weniger als 3 Minuten einstimmig genehmigt wurde. Also geht doch.Schöne Grüße an alle Zeller, die guten Willens sind ! |
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GemeindedienerZell (6 Kommentare) am 12.02.2012 08:27
Geheimna, na, na! Sie wollen doch nicht aus nö Sitzung plaudern, Herr Kollege! |
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otmarnass (27 Kommentare) am 11.02.2012 10:36
Eine Frage der politischen KulturWarum soll eine Bürgermeisterin kein solches Fahrzeug zu günstigeren Bedingungen bekommen. Ich sehe keine ernstzunehmenden Gefahren für den Gemeindehaushalt, wenn Frau Feuerbach alles selber zahlt. Immerhin hat sie als direkt gewählte Vertreterin der Gemeinde Zell von der Verfassung her eine herausragende Position. Die Amtsinhaber sollten in diesem Ehrenamt auch motiviert und etwas pfleglich behandelt werden. Es finden sich ohnehin immer weniger Bürger, die zu so einer zeitaufwändigen Tätigkeit bereit sind. Für einen Außenstehenden liest sich das Ganze wie eine Provinzposse kleinkarierter Neiderei. |
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Wetter
dann kann sich jeder so ein Fahrzeug zu den gleichen Konditionen Leasen. Auch den Geldwerten Vorteil versteuern usw. ....
















