publiziert: 29.06.2012 18:37 Uhr
aktualisiert: 01.07.2012 12:06 Uhr
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Radler müssen auf sichere Wege warten

Diskussion über die Baustelle am Röntgenring offenbart Einstellung des Stadtrates zum Radwegenetz
  • Radfahren am Röntgenring: Der Oberbürgermeister und Teile des Stadtrats glauben, man könne Entscheidungen über Verbesserungen noch aufschieben. Foto: THOMAS OBERMEIER
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Mit einiger Spannung wurde am Donnerstag von Stadträten und Zuhörern erwartet, wie Oberbürgermeister Georg Rosenthal die Reklamation des Beschlusses begründen würde, den der Umwelt- und Planungsausschuss zum Ausbau des Seitenstreifens am Röntgenring zwischen Koelliker- und Klinikstraße getroffen hatte. Der lag im Sinne der Bauverwaltung, die dort auf Kosten von 36 Dauerparkplätzen eine großzügigere und sichere Lösung für Radweg und Fußweg will. Wie kurz berichtet, wurde das heikle Thema nach langer Debatte auf Vorschlag des OB vertagt, ehe es zu einer namentlichen Abstimmung kam.

Ohne die wegfallenden Parkplätze zu erwähnen, bekannte sich der Oberbürgermeister grundsätzlich zum Ausbau der Radwege. Aber gerade dort anfangen, weil die Stadtwerke sowieso graben, wollte er nicht. Lieber hätte er ein Gesamtkonzept für Röntgen- und Haugerring. Rosenthal sprach von einer intensiven, roh gefassten Planung bis zum Berliner Ring einschließlich des Ausbaus des Bahnhofs.

Da ein Stück herauszulösen, würde Erwartungshaltungen wecken. Schwerpunkt sei eine Fahrrad-Wegeachse von der Stadt zum Hubland. Auf der anderen Seite seien dafür im Haushalt gar keine Mittel vorgesehen. Die Verwaltung machte aber deutlich, dass am Röntgenring die Stadtwerke als Verursacher der Baustelle den größten Kostenanteil hat.

Für Matthias Pilz (Grüne) war nicht zu erkennen, warum man hier nicht mit einer Verbesserung beginnen soll. Dies sei eine Hauptachse von der Zellerau in die Stadt, und der Stadtrat habe sich nicht nur für eine Achse entschieden. Durch die Baustelle der Stadtwerke bestehe die Chance einzusteigen.

Alexander Kolbow, neuer Fraktionschef der SPD, deren Ausschussmitglieder zuletzt noch für den Verwaltungsvorschlag gestimmt hatten, war plötzlich auf der Seite des OB und wollte keine Änderung der momentanen Situation. „Wir haben auch an anderer Stelle die Decke einfach wieder zugemacht.“

Die CSU steht in der Sache hinter dem OB und kann sich vorstellen, den gesamten Fahrradweg ins Glacis zu verlegen. Thomas Schrenk (Bürgerforum) meinte, der Stadtrat sei für alle zuständig, auch für die Autofahrer. Er konnte sich aber vorstellen, die Dauerparkplätze in bewirtschaftete Parkplätze umzuwandeln.

Für Karin Miethaner-Vent (Grüne) war es unverständlich, wenn bei einer vorhandenen, „trostlos breiten“ Straße die Radler ins Glacis geschickt werden.

Zitate aus der Stadtratssitzung

Oberbürgermeister Georg Rosenthal: (Bild) „Ich stelle den Willen zur Verbesserung nicht in Abrede. Aber bei 36 Stellplätzen wird es nicht bleiben, weil wir oft die gleiche Situation haben.“

Stadtbaurat Christian Baumgart: „Der Konflikt Radler, Auto, Fußgänger funktioniert hier nicht. Es gab Unfälle. Wir versuchen anzudocken, wo gebaut wird, um Geld zu sparen. Das ist unser System.“

Thomas Schmitt (CSU, Bild): „Das ist eine Ideologiedebatte. Warum verträgt der Ringpark die Radfahrer nicht? Im Central-Park in New York geht es doch auch.“

Patrick Friedl (Grüne, Bild): „Das ist mitnichten eine Ideologie. Es ist ein Sicherheitsbedürfnis, da bin ich gegen jede Form von Belustigung und Zynismus.“

Benita Stolz (Grüne, Bild): „Wenn wir Pendler zu alternativen Verkehrsmitteln bringen wollen, müssen wir anfangen. Es gibt keine Alternative, das ist eine Luxusdiskussion.“

Von unserem Redaktionsmitglied Richard Wust
    
    

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»Alle 20 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

LeoleUfo (23 Kommentare) am 01.07.2012 08:54

@spoeke - zum Nachtrag

Nicht alleine die Stadträte machten mir den Job unangenehm sondern die Pächter,meine Chefs und deren rechte Gesinnung wie das restl.Gastmilieu- ein Herr Frey von der rechtsradikalen DVU war dort Stammgast und der Chef verbog sich den Rücken vor lauter Demut und Hofierung. Ich hab den 2 mal bedienen müssen, dann war mir kotzübel von dem rechten Sack. Beim 3.mal hab ich nur die Bestellung aufgenommen und die sitzen lassen ohne Getränk und Essen.Weil die fragten als erstes, sind sie Jude, sie sehen so ausl.aus usw. mit Schenkelklopf.
Dabei bin ich Österreicher. Ich liess mir das nicht gefallen. Der Frey bestellt erstmal 2 Schlachtplattenund 2l Wein für sich,brauchte 2 Stühle damit er überhaupt hocken kann und lässt dann seinen Braunschei...raus.
Mein Chef (ich nenne den Namen bewusst nicht) saß immer wie Kleinschüler dabei und hat den bewundert.Das hat mich angeko...
Da treffen sich auch WÜ-Millionäre jeden Freitag um neue Immobiliengeschäfte zu machen.Das musste ich jetzt mal rauslassen.
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rebnik (515 Kommentare) am 01.07.2012 12:18

LeoleUfo - Sie haben einen schönen Schreibstil!

Sie kommen aus Österreich - man merkt gleich, dass Sie kein Franke sind: viel Gefühl, Sprachwitz, keine starrsinnige Bescheidwisserei - *seufz*!

Stimmt es wirklich, dass sich die Stadträte im Bürgerspital so schlecht benehmen?
Und dass der mensch Frey von der rechtsextremen DVU dort Stammgast war?

Das klingt wirklich abstoßend. Aber manchmal braucht man auch den Blick in den hässlichen Abgrund.
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LeoleUfo (23 Kommentare) am 01.07.2012 07:45

@ Scheva- zum Nachtrag

Muß man von der Zellerau nach Grombühl fährt man natürlich die mainstream-Schlagader entlang über die Talavera durch den Park und am Bahnhof vorbei und bekommt eine halbe Abgasvergiftung bei den Temperaturen.Radelt man langsam in der Zellerau eine Einbahnstrasse die zu eng ist zum Überholen, bekommt man Auffahrpressing, Hupen,Stinkefinger incl.lautstarker Beschimpfung. Der Verkehr incl. Teilnehmer ist ein asoziales Spiegelbild geworden, ICH bin besser weil schneller als du heisst die Devise. Ellbogen raus.
Ich habs mal dieses Jahr gewagt auf der rechten Seite auf einem Teilstück wo es keinen Fahrradweg mehr gibt auf gut 300m auf der Strasse nach Heidingsfeld zu fahren, ein Baulaster hat mich derart hautnah geschnitten daß es mich fast auf die Strabatrasse geweht hat. Sowas bleibt hängen und man bekommt als Radfahrer einen Haß auf so rücksichtslose Autofahrer, die Unfälle mit Toten dieses Jahr sprechen ja meine Meinung aus.Sie dürfen die alte Mainbrücke lieben, mir geht sie aufn Keks.
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spoeke (1 Kommentare) am 01.07.2012 07:37

erschreckende Ignoranz und Unfähigkeit

Diese Ignoranz und Unfähigkeit seitens des OB macht sprachlos. Wenn er etwas Selbstachtung hat, sollte er seine eigene Mut- und Visionslosigkeit eingestehen und zurücktreten. Mögliche Anschlussverwendung: Einen Grüßaugust braucht man vielleicht auf den mainfränkischen Dörfern noch. Trauriges Hauptargument für den OB bliebe noch: kommt nix besseres nach.
Würzburg hat unglaubliches Potential, geografisch wie baulich. Es tut weh wie dieses Potential von kleingeistigen Lokalpolitikern konsequent im Keim erstickt wird. WÜ ist ein einziger Verkehrsinfarkt und schreit geradezu nach Ausbau vernünftiger Fahrradstrecken zur Entlastung und, um die Stadt l(i)ebenswerter zu machen (die Alte Mainbrücke als Radweg ist ja mal ein schlechter Witz...).
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LeoleUfo (23 Kommentare) am 01.07.2012 08:21

@ spoeke

Der Rosenthal hat schon mal mit seinen Wahlkämpfern an meiner Tür geklingelt und ich hab ihm gesagt dass ich mit SPD oder CSU nichts am Hut hab- er hat vor ein paar Tagen den neugepflasterten Zellerauer Marktplatz eingeweiht, der jetzt so steril aussieht wie ein trostloser Platz in Paris ohne irgendwelches Grün oder Pflanzen- hat ja nur 1,1 Mill. gekostet.Für ein Nautiland will man 15 Mille ausgeben aber die Zeller Steige ist seit Jahren gesperrt worunter die Zellerauer Geschäfte natürlich arg leiden und nichts passiert. Insofern stimme ich mit ihrer Meinung überein dass dies keine echte bewusste Stadtpolitik ist. Viel zu viele Autos und Menschen hier.Ich war mal Kellner im Bürgerspital, der Treffpunkt der absolut rechten Reichen
in WÜ wo sich die Millis treffen. Dort wurde ich vom herrlich herrischem Chef oft in den Teufelskeller verbannt wo die Stadträte an einem Riesenmarmortisch mit Gravur sich jeden Montag treffen.
Was ich da tlws. hörte war schlimm.Nach 1 Jahr hab ich gekündigt
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