aktualisiert: 21.10.2010 10:53 Uhr
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WÜRZBURG
Rechtsanwälte: Kampf um Mandate im Gefängnis
Wenn Bürger Rat bei einem Anwalt suchen, erwarten sie, nicht nur auf einen rechtskundigen, sondern auch auf einen rechtschaffenen Menschen zu treffen. Das ist aber nicht zwangsläufig der Fall. Auch unter Rechtsanwälten gibt es schwarze Schafe. Das mag daran liegen, dass längst nicht alle Anwälte von ihrer Arbeit gut leben können. Während nach Auskunft der Vorsitzenden des Würzburger Anwaltsvereins, Christina Glück, im Bundesdurchschnitt ein Anwalt auf 533 Einwohner kommt, sind es in Würzburg nur 236.
Weil wirtschaftliche Not zuweilen erfinderisch macht, haben von den rund 550 in der Stadt ansässigen Anwälten nicht alle eine weiße Weste. Einige saßen schon selbst auf der Anklagebank und wurden bestraft, weil sie zum Beispiel Geld von Mandanten veruntreut haben. Zwei Würzburger Anwälte haben nach ihrer Verurteilung wegen gravierender Straftaten keine Zulassung mehr.
Böse Gerüchte
Ein 51-Jähriger ist zwar auch vorbestraft, darf aber noch arbeiten. Es scheint jedoch, als sei seine Ein-Mann-Kanzlei in der Vergangenheit nicht allzu gut im Geschäft gewesen. Jedenfalls gab es Gerüchte, dass der Fachanwalt für Strafrecht im Gefängnis auf ungewöhnliche Art Werbung für sich gemacht haben soll. Untersuchungsgefangene erzählten, dass er ihnen Provisionen für die Vermittlung neuer Mandate gezahlt habe.
Inwieweit diese Vorwürfe stimmen, wurde nicht geklärt. Allerdings hat der vorbestrafte Anwalt, nachdem ein Kollege eine einstweilige Verfügung gegen ihn angestrengt hatte, im Herbst 2009 einen Vergleich geschlossen. Darin verpflichtet sich der 51-Jährige, „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne die Vorwürfe einzuräumen“, diese Art der Mandanten-Rekrutierung künftig zu unterlassen.
Nun ist der vorbestrafte Anwalt wieder ins Fadenkreuz seiner Kollegen geraten. Diesmal allerdings nur indirekt. Er vertritt als bezahlter Wahlverteidiger einen Kollegen aus Nordrhein-Westfalen, der in Würzburg in U-Haft sitzt, weil er an illegalen Geschäften beteiligt gewesen sein soll. Und dieser Kollege soll in der Justizvollzugsanstalt am Friedrich-Bergius-Ring nicht nur eine renommierte Würzburger Kanzlei schlecht machen, sondern auch versuchen, ihre Mandanten abzuwerben und sie zu seinem Anwalt zu schicken.
Ein Vertreter der in Misskredit gebrachten Kanzlei hat jetzt, wie Oberstaatsanwalt Burkhard Pöpperl auf Anfrage bestätigt, Strafanzeige gegen den inhaftierten Juristen gestellt. Darin wird unter Nennung eines Zeugen erklärt, wie der inhaftierte Anwalt vorgegangen sein soll.
„Dreiste Lügen“
So ist die Rede davon, dass er in der JVA verbreite, die Anwälte der Kanzlei „verrieten“ die Interessen ihrer Mandanten, arbeiteten mit der Staatsanwaltschaft zusammen und seien interessiert daran, dass Untersuchungshäftlinge möglichst lange hinter Gittern blieben, um im Gefängnis Werbung für die Kanzlei machen zu könnten. Dem Zeugen soll der inhaftierte Anwalt geraten haben, sich nicht von dieser Kanzlei vertreten zu lassen, sondern zu dem vorbestraften Anwalt zu wechseln.
In der betroffenen Kanzlei ist man empört. „Das sind dreiste Lügen“, erklärt ein Vertreter auf Anfrage. Deshalb habe man den inhaftierten Anwalt „wegen übler Nachrede, Verleumdung und eines Verstoßes gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb angezeigt“.
Auch der vorbestrafte Anwalt, für den sein inhaftierter Kollege die Werbetrommel rühren soll, hat wieder Ärger mit der Justiz. Pöpperl bestätigt, dass die Staatsanwaltschaft dem 51-Jährigen „Parteiverrat“ vorwirft. Der Fachanwalt für Strafrecht soll „sukzessive zwei Mandanten vertreten“ und einen davon begünstigt haben. Die Verhandlung ist für Anfang Dezember terminiert.
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tomaso (2 Kommentare) am 16.01.2011 13:21
geoutetIch habe irgendwie das Gefühl, dass ich "erkannt" worden bin als Verfasser des o.g. Kommentars. Komisch. Und dieser welcher hat sich doch tatsächlich geoutet, dass er es tatsächlich sein muss. Dafür fehlen mir echt die Worte. Ich sollte wohl den Kommentar löschen, bevor er mich mobbt, was er ja bei jeder möglichen Gelegenheit gerne macht. Dummerweise gibt es keinen "Löschbutton". Der Betroffene kann sich doch auch über "Kommentar melden" beschweren, wenn er meint, ich habe gegen irgendein Gesetz verstoßen (und das hätte er sicher schon längst gemacht, wenn er die rechtliche Möglichkeit gehabt hätte). Wenn er mich aber persönlich darum bitten würde, könnte ich mal mit der Redaktion sprechen. Aber trotzdem recht merkwürdig, wie angreifbar dieser welcher sein kann. Dabei kann der Betroffene des Kommentars von Außenstehenden wohl kaum identifiziert werden. Und einmal davon abgesehen: Freie Meinungsäußerung muss gewährleistet bleiben, auch wenn es sarkastisch ist. |
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gauni2002 (1085 Kommentare) am 21.10.2010 12:49
als anwalt...muss man mit allen mitteln agieren, um sein brot zu verdienen. oftmals ist moral ein fremdwort und skrupellosigkeit gang und gebe....leider! oftmals stimmt wirklich das alte "klischee" des rechtsverdrehers |
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tomaso (2 Kommentare) am 21.10.2010 10:51
Spieglein, Spieglein, an der Wand......oder hoffentlich bald in 4 Wänden. Wer mag der Anwalt wohl sein, der seine Einmann-Pseudo-Alibi-Kanzlei in der Innenstadt in einer Dach-Studentenbude innehat und lediglich unter einer Handynummer erreichbar ist? Ich muss mal meinen Nachbarn fragen
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lodi (104 Kommentare) am 21.10.2010 06:10
man dankt!da hat sich ein Korintenkacker wohl gerade selbst zugeschissen... |
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vulture (464 Kommentare) am 20.10.2010 21:56
mea culpamanchmal stimmt das Gewäsch |
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