aktualisiert: 06.09.2011 16:21 Uhr
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STEINFELD
Schlechte Karten für die Steinfelder
Planungsbehörden halten an vorgesehener B26n-Zubringertrasse durchs Buchental fest
Ohne konkrete Ergebnisse verlief am vergangenen Mittwoch ein Gespräch zum Thema B26n zwischen Vertretern der Regierung von Unterfranken, des staatlichen Bauamts Würzburg und der Gemeinde Steinfeld. Dies war dem Gesprächsprotokoll zu entnehmen, das Bürgermeister Matthias Loschert in der Gemeinderatssitzung am Montag vorlas.
Dass dieses Einzelgespräch überhaupt stattfand, lag laut Loschert daran, dass im Zusammenhang mit der geplanten Schnellstraße rund zehn Prozent aller Einwendungen aus Steinfeld kamen – sowohl von der Gemeinde als auch von Bürgern.
Angesprochen wurden vor allem folgende drei Hauptkonfliktpunkte:
• Nähe der Zubringerstraße zum Wasserschutzgebiet Dicker Busch,
• Nähe des Zubringers zum Wohngebiet „Forst“,
• Beeinträchtigung des Buchentals.
Wie aus dem Protokoll hervorging, soll laut staatlichem Bauamt ein Straßenbau in einem Wasserschutzgebiet in den Zonen II und III unter Auflagen möglich sein.
Das im ungünstigsten Fall rund 400 Meter entfernte Wohngebiet „Forst“ sehen die Behörden ebenfalls nicht als Hindernis für den Bau des geplanten Zubringers. Die 45-Dezibel-Grenze werde nicht überschritten, somit bestehe für die Bewohner kein Anspruch auf Schallschutz. Dennoch werde eine Verschlechterung der Wohnsituation gesehen, die aufgenommen werde.
Anders als viele Steinfelder sehen die Behörden keine Beeinträchtigung des Buchentals, falls der Zubringer wie geplant dort verwirklicht werden sollte. Da die bestehende Staatsstraße genutzt werde, werde das Tal sogar geschont.
Eine Alternativtrasse durch den Wald lehnen die Behörden laut Protokoll ab. Sie argumentieren damit, dass andernfalls die Erholungsfunktion des Waldes verloren ginge.
Rechtsanwalt Johannes Bohl, der die Gemeinde Steinfeld in Sachen B26n berät, riet bei dem Gespräch in Würzburg zu einer Bestandsaufnahme der im Trassenbereich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten durch einen Biologen.
Die anwesenden Steinfelder – unter ihnen auch Mitglieder der Anti-B26n-Bürgerinitiative – verständigten sich jedoch darauf, aus Kostengründen zunächst beim Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz nach Bestandslisten zu fragen.
Das Gespräch in Würzburg sei „sehr sachlich“ verlaufen, bilanzierte Bürgermeister Loschert am Montag. Er sei nicht mit der Erwartung hingegangen, „gleich Ergebnisse zu bekommen“.
Günter Koser gefiel nicht, dass eine mögliche Waldtrasse ohne Prüfung abgelehnt worden sei und bereits früher geprüfte Alternativen verworfen worden seien, weil die Stadt Lohr „Steinbach und Sackenbach schonen“ wolle und mehr Einfluss habe als Steinfeld. „Wenn sämtliche Alternativen abgelehnt werden, gibt's für uns nur die Möglichkeit, komplett abzulehnen“, lautete sein Fazit.
Edmund Knöferl sah die Sache so: Sollte der Zubringer wie geplant gebaut werden, „sind wir zu nah am Buchenbach beziehungsweise an den Talwiesen“. Das Tal müsse geschützt werden, wobei seiner Ansicht nach eine Untersuchung der dortigen Tier- und Pflanzenwelt helfen soll.
Er verstehe „das Wehklagen heute nicht“, meinte Martin Loschert. Schließlich hätten alle B26n-Befürworter diesen Zubringer „provoziert“.

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