aktualisiert: 02.02.2012 17:19 Uhr
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HEIDINGSFELD
Schüler und Lehrer bauen eigene Schule
Greising-Schule errichtet Neubau ohne öffentliche Zuschüsse in Null-Energie-Bauweise
Ein Projekt, von dem mancher Häuslebauer nur träumen kann: Die Josef-Greising-Schule – das Gewerblich-Berufsbildende Zentrum II – baut in Eigenregie zwei neue Unterrichtsräume und eine Zimmererwerkstatt in Null-Energie-Bauweise. Für jeden notwendigen Schritt beim Fortgang der Bauarbeiten hat die Schule Fachleute unter den Lehrkräften und Schüler, die innerhalb des Lehrplans an dem Projekt lernen und mitarbeiten.
Das neue Zimmererzentrum entsteht auf 430 Quadratmetern in Holzrahmenbauweise und gliedert sich nach Südwesten in Richtung seines Nachbarn „Grüne Radler“ an den bestehenden Werkstatttrakt an.
Noch viel ungewöhnlicher ist es, dass die Schule ohne öffentliche Mittel auskommt. Seit Jahren war ein anderer, größerer Anbau geplant – zu groß, als dass die Josef-Greising-Schule ihn selbst hätte schultern können. Die Stadt als Schulträger winkte auch ab, weil in anderen Schulen Klassenräume frei sind.
Zurzeit sind sechs Semester der Meister- und Technikerschulen noch in der Steinbachtal- und in der Kepplerschule ausgelagert. Durch den jetzt entstehenden Bau wird es möglich, die Meisterschule Zimmerer in das Stammgebäude zurückzuholen, so Schulleiter Günther Beuchert. Vor allem die Lehrer können aufatmen, deren erzwungene Fahrten zwischen den Schulgebäuden im Frauenland und Heidingsfeld Pausen und Unterrichtszeiten raubten.
Es ist das Glück der Schule, dass Förderer und Sponsoren parat stehen. So haben die Georg-Eydel-Handwerkerstiftung und der Förderverein der Schule, die „Freunde der Meisterschulen“, Hilfe angeboten und stellen jeweils 50 000 Euro zur Verfügung. Die Freunde der Meisterschulen setzen dieses und kommendes Jahr noch eins drauf mit jeweils weiteren 30 000 Euro. Die Zimmererinnung engagiert sich beim Bau der beiden Klassenräume, die Firmen Knauf und Keller & Kiesel helfen beim Bau und mit Baumaterialien. Im Mai 2011 erhielt die Schule die Baugenehmigung für den Anbau. Bauleitung und Ausschreibung übernahmen Lehrkräfte, und so konnten schon die Fundamente errichtet und die Grundleitungen verlegt werden. Die kapillar brechende Schicht (eine 15-Zentimeter-Schicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit) unter der Bodenplatte ist eingebaut.
Null-Energie-Haus heißt in diesem Fall: Der externe Energiebezug des Gebäudes im Jahresmittel wird durch den eigenen Energiegewinn aufgewogen. Beabsichtigt ist eine sehr gut gedämmte, nahezu luftdichte Gebäudehülle, die Minimierung von Wärmebrücken, kontrollierte Lüftung (Fenster können trotzdem geöffnet werden) und der Einbau einer Photovoltaikanlage.
Bis Ende Februar soll die Bodenplatte betoniert und noch in diesem Jahr der Rohbau fertig sein. Der Ausbau fällt ins kommende Schuljahr. Einzugstermin: September 2013,
Zuverlässige Helfer
• Georg-Eydel-Handwerkerstiftung: Sie wurde im Jahr 1970 vom Würzburger Stadtrat installiert. Als finanziellen Grundstock hatte der 1964 verstorbene Architekt Georg Eydel den Großteil seines Vermögens der Stadt Würzburg vermacht.
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Ausbildung und Selbstständigmachung von Handwerkern im Baugewerbe. Es werden unter anderem Zuwendungen für Lehrbücher, für den Besuch von Fachschulen und zur Eröffnung eines eigenen Betriebs gewährt.
Gefördert werden können bedürftige, würdige und befähigte Angehörige der handwerklichen Jugend in Unterfranken und auch Ausbildungseinrichtungen, wenn sie diesem Personenkreis Vergünstigungen gewähren.
• Freunde der Meisterschulen: Aktive ehemalige Schüler der Meisterschule für Bauhandwerker und Straßenbauer in Würzburg hatten sich 1966 zur Gründung einer Traditionsgemeinschaft entschlossen, die unter Ausschluss jeder parteipolitischen und konfessionellen Betätigung die Kameradschaft der Meisterschüler im Sinne des deutschen Handwerks und des traditionsbewussten Meisterstandes betreiben will. Inzwischen hat die als gemeinnützig anerkannte Vereinigung 1700 Mitglieder und gliedert sich in die Fachgruppen Maurer, Zimmerer, Straßenbauer, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Restauratoren im Bauhandwerk. Zweck des Vereins ist laut Satzung die ideelle und materielle Förderung der Meisterschulen und Meisterschüler der Josef-Greising-Schule.

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