aktualisiert: 09.01.2012 12:22 Uhr
Text
Text
SCHÖNFELD
Senioren im Mittelpunkt
Witzige Pointen: Schauspielgruppe in Schönfeld begeistert Publikum
-
Das tut weh: Kopfschläge gibt's für einen der Darsteller im Lustspiel „Die Dinosaurier“, das in Schönfeld aufführt wird.Foto: Franz Nickel -
Alltag in der Altenresidenz „Sanfte Ruhe“: Das im wahrsten Sinn des Wortes leidenschaftliche Nachspiel von „Mensch ärgere Dich (nicht)“ inklusive herausgerissenem Haarbüschel.Foto: Franz Nickel
Man nehme neun Laienschauspieler, einen erfahrenen Regisseur, das Lustspiel „Die Dinosaurier“ von Raymond Weißenburger sowie fleißige Helfer und schon ist ein deftiges Theaterschmankerl fertig. In drei Akten servierte die Theatergruppe der Katholischen Landjugendbewegung in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Dorfgemeinschaftshauses zahlreiche witzige Pointen.
Zum ersten Mal nahm sich die bewährte Bühnentruppe eines Stückes an, in dem das Thema „Senioren“ die Hauptrolle spielt. Sogar Rudi Schlagmüller, der zum 18. Mal als Regisseur fungierte, war etwas nervös. Diese Unsicherheit löste sich jedoch rasch, denn die über 200 Zuschauern belohnten die darstellerischen Leistungen mit viel Beifall.
Auch Brigitte Deckert bezeichnete die Aufführung des Lustspiels als „Herausforderung“. Vor allem deshalb, weil sie selbst mit Eva Lesch, Edgar Lurz und Andreas Deckert ein Pensionärs-Quartett spielen mussten, „obwohl wir doch noch gar nicht so alt sind“. Diese Aufgabe gelang ihnen aber hervorragend. Sie wirkten authentisch in ihrem dauerhaften Kampf mit den Gebrechen des Alters. So musste Edgar Lurz in der Rolle des „Fred“ wegen seines Prostata-Leidens die meiste Zeit der Aufführung auf dem Toiletten-Thron verbringen und die Klospülung betätigen. Lapidarer Kommentar der betagten Senioren: „Rentner werden nicht mehr an der Prostata operiert, weil die genug Zeit zum Pinkeln haben“.
Sehens- und hörenswert waren zudem die nicht mehr ganz taufrischen erotischen Spannungen zwischen Eva Lesch als „Sophie“ und Andreas Deckert als „Hubert“. Während sie sich im Vorfeld der Aufführung der berühmten Balkonszene als nach wie vor „beste Julia“ für Romeo bezeichnete, verwechselte der ergraute Galan die Dur- mit der romantischen Moll-Tonlage: „Wenn Du erheblich jünger wärst, wärst Du vielleicht auch die Schönste.“
Überzeugende Vorstellungen lieferte das gesamte Schauspieler-Ensemble ab. Martina Schmitt führte als „Gloria“ ein strenges Regiment in der Altenresidenz „Sanfte Ruhe“. Ihr zur Seite stand Regina Fleischmann als Betreuerin „Conny“, die die Heimbewohner mit Fingerspitzengefühl und Rücksicht behandelte.
Das Ensemble wurde von Stefan Deckert als Kassierer „Mario“ komplettiert. Nach Schlägen des Micky-Maus-Bankräubers litt dieser jedes Mal an heftigen Kopfschmerzen und musste sich zudem den gleichgeschlechtlichen Annäherungsversuchen des Bankdirektors „Reginald“ alias Wolfgang Nahm erwehren. Bravourös meisterte Dominik Deckert als „Reporter“ seine Feuertaufe auf der Bühne: Er stand zum ersten, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal im Rampenlicht.
Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 13.und 14. Januar, jeweils um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im Dorfgemeinschaftshaus Schönfeld. Für beide Vorstellungen gibt es noch Karten an der Abendkasse.

Wetter















