publiziert: 10.02.2012 14:32 Uhr
aktualisiert: 10.02.2012 14:55 Uhr
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Spannende und lehrreiche Experimente im Kulturspeicher

Museumsbox für Familien: Spannende und lehrreiche Experimente im Kulturspeicher
  • Präsentation der Museumsbox vor einem Werk von Victor Vasarely: Die Museumspädagoginnen Christiane Rolfs (4. von links) und Anja Klinger (4. von rechts) sowie die Studentinnen probierten die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten selbst aus.
    Foto: Thomas Obermeier
Bild von

Das Museum im Kulturspeicher ist zehn Jahre alt und bietet ab sofort Familien ein besonderes Schmankerl an: Für zwei Euro können sie eine Museumsbox ausleihen, mit der sie zehn ausgewählte Werke der Op-Art (optische Kunst) besser kennenlernen. Unter dem Thema „Wahrheit oder Täuschung“ haben kleine und große Besucher zudem Gelegenheit, bei einem Memory-Spiel oder mit Hilfe von beweglichen Magneten die wirklichen Bilder nachzustellen oder selbst eigene Kunstwerke zu schaffen.

Die Kunstrichtung Op-Art entstand in den 1960-er Jahren. Viele Künstler interessierten sich dafür, wie das Sehen funktioniert, und wie Auge und Gehirn zusammenarbeiten. Sie waren darauf aus, die Betrachter ihrer Bilder bewusst zu irritieren und wollten sie dazu bringen, über ihre Sehgewohnheiten nachzudenken.

Zu den Höhepunkten des Rundgangs mit der Museumsbox gehört die Station vor dem Bild von Ludwig Wilding mit dem Titel „PSR 85/26 Stereoskopisches Bild“: Ohne eine 3-D-Brille erscheint den Besuchern sein Werk als dreidimensional. Mit Hilfe einer Art Rohr, die sich in der Museumsbox befindet, hat man die Chance zu erfahren, wie das Gehirn zwei von den Augen gesehene Bilder zu einem zusammensetzt.

Kreisende Bewegung

Aufs visuelle Glatteis führt Wolfgang Ludwig die Betrachter seines Bildes „Kinematische Scheibe“. Wer das Werk rund 30 Sekunden lang ansieht, nimmt eine kreisende Bewegung im oder gegen den Uhrzeigersinn wahr. Außerdem schiebt sich der Mittelpunkt des Bildes wie ein Tunnel nach hinten. Das Werk fängt an zu pulsieren, zu flimmern und zu vibrieren. Anhand eines Selbstversuchs entdecken die Nutzer der Museumsbox, dass dieser Effekt nur vor einem weißen Untergrund klappt.

Hans-Jörg Glattfelder bugsiert die kleinen und großen Kunstliebhaber mit seinem Werk „Der Grenzgänger“ in den Bereich der „euklidischen und nicht-euklidischen Geometrie“. Durch die Anordnung von Linien wirkt das Bild, als sei die Oberfläche gekrümmt. Kinder können im Begleitheft zur Museumsbox, das sie mit nach Hause nehmen dürfen, versuchen, das Werk nachzuzeichnen. Erwachsene haben die Gelegenheit, einige knifflige mathematische Fragen zu beantworten. Beispielsweise, ob sich zwei parallele Linien nie schneiden, und ob dieser Sachverhalt der euklidischen Geometrie zugeordnet wird?

Die Museumsbox ist das Ergebnis eines Seminars, das die Museumspädagoginnen Christiane Rolfs und Anja Klinger für den Bachelor-Studiengang „Museologie und materielle Kultur“ abgehalten haben. Gemeinsam mit den acht Studierenden Sophia Kippes, Claudia Meusel, Veronika Leikauf, Theresa Tischler, Jasmin Schüllermann, Mira Bodewig, Martine Dürr und Sandra Ziegler erarbeiteten sie die Box sowie das Begleitheft.

 

Von unserem Mitarbeiter Franz Nickel
    
    

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