aktualisiert: 11.01.2012 16:24 Uhr
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VEITSHÖCHHEIM
Spielkonsole und Schule gehen doch zusammen
Ein Klick ganz ohne Maus: Schüler programmieren eigene Produkte – Kooperation mit der FH
Eine ungewöhnliche Vorstellung: Eine Spielekonsole in der Schule. Ist die nicht eigentlich für die Freizeit gedacht?
Nicht nur, dachte wohl Jochen Schmitt. Der Lehrer am Gymnasium Veitshöchheim hatte die Idee zum Projektseminar „Softwareentwicklung mit der Wiimote“. Vor über einem Jahr begannen die Vorbereitungen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Nun stellten die 13 Gymnasiasten ihre Ergebnisse vor. Informatik-Professor Arndt Balzer, der das Projekt zusammen mit Student Frank Flederer betreut hatte, war mehr als zufrieden: „Die Entwicklungen haben mir wirklich sehr gut gefallen. Die Schüler haben von allen Seiten höchste Anerkennung bekommen.“
Die viele Arbeit hat sich also gelohnt. Drei Semester – oder vielmehr eineinhalb Schuljahre – beschäftigten sich die Oberstufenschüler mit der Fernbedienung der Wii, einer Videospiel-Konsole, die man üblicherweise an den Fernseher anschließt. „Normalerweise spielt man mit der Fernbedienung zum Beispiel Tennis am Bildschirm“, erklärt Balzer. „Die Schüler haben sich aber neue Möglichkeiten überlegt.“
Klaviertöne per Fußtritt
Die Arbeit fand im Rahmen eines Projekt-Seminars statt, das fester Bestandteil der Oberstufe ist. Es beinhaltet neben einem Modul zur Berufsorientierung ein gemeinsames Projekt mit einer Hochschule.
Bei der Abschlusspräsentation in den Räumen der FH stellten die Schüler gleich drei unterschiedliche Entwicklungen vor. Christian Dambach, Georg Götz, Phillip Kreutzer und Frank Vogeltanz versuchten sich an der Musik. Gemeinsam hatten sie das „wiiPlayPiano“ programmiert – ein Klavier, das man mit den Füßen spielen kann. Die virtuellen Tasten projizierten sie auf den Boden und berührten diese mit ihren Schuhen. „Diese sind mit Leuchtdioden ausgerüstet, die beim Berühren einer Taste Infrarotlicht aussenden“, erklärt der Professor. „Die Fernbedienung nimmt diese wahr und sendet sie an den Computer, der wiederum einen Ton wiedergibt.“ So konnten die Schüler das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ zum Besten geben.
Infrarotleuchtdioden
Auf einem ähnlichen Aufbau basiert auch der Tischkicker von André Greubel, Julian Kleinschnitz sowie Marco und Philipp Waigand. „Die Gruppe hat eigene Leuchtstäbe gebaut, die Infrarotlicht aussenden“, so Balzer. „Bei der Demonstration ihres Spieles überzeugte nicht nur die Steuerung, sondern auch die Physik.“
Das dritte Ergebnis war die Fingersteuerung von Tobias Bednarczyik, Fabian Krug, Michael Leeming, Steffen Pohl und Tobias Strobl. An einem Baumwollhandschuh befestigten sie an der Spitze von Daumen und Zeigefinger jeweils eine Infrarotleuchtdiode. „Die Schüler zeigten uns zum Beispiel, wie sie die Steuerung in einem Mal-Programm verwenden können“, sagt der Informatik-Experte.
Offenbar lassen sich Spielkonsole und Schule also doch miteinander vereinbaren. Und das sogar mit nennenswerten Erfolgen, meint Professor Arndt Balzer: „Obwohl die Schüler sichtlich unter Stress standen, haben sie die Präsentation gut über die Bühne gebracht. Das war dem Rahmen der Hochschule auf jeden Fall angemessen.“

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