publiziert: 02.06.2011 15:37 Uhr
aktualisiert: 02.06.2011 16:21 Uhr
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Stadtrat Pecoraro gibt den Autoschlüssel ab

Auftakt zum Stadtradeln
  • Den Schlüssel abgegeben: Antonino Pecoraro (rechts) will es wissen. Sein Auto wird verhüllt. Im Bild (von links) Claudius Stanke und Gerhard Heimbucher (Umweltstation), Referent Kleiner und Andre Muno.
    Foto: Theresa Müller
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Am Mittwochabend wurde im Ratssaal der deutschlandweite Städtewettbewerb „Stadtradeln“ eröffnet. Es geht darum, drei Wochen auf das Auto zu verzichten und im Alltag, vor allem zur Arbeit mit dem Rad zu fahren. Die extremste Form dabei ist, für den Zeitraum praktisch den Schlüssel abzugeben. Da tat sich der Agenda 21-Beauftragte der Stadt Claudius Stanke allerdings schwer, dazu eine so konsequente Persönlichkeit zu finden. Antonino Pecoraro, Stadtrat der Grünen, war dann doch bereit. Im Interview erklärt der Vorsitzende des Ausländerbeirats, wie er die Herausforderung annehmen möchte.

Frage: Herr Pecoraro, bei Ihren vielen Terminen wird das nicht einfach sein, drei Wochen auf das Auto zu verzichten?

Antonino Paecoraro: Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht. Aber es gibt einige Leute in meiner Fraktion, die gar kein Auto haben. Also bin ich mir sicher, es geht. Eine gewisse Gewöhnung wird notwendig sein. Man muss alle Termine viel genauer planen, wenn man mit der Straßenbahn, dem Bus oder mit dem Rad unterwegs ist. Es wird alles etwas langsamer.

Nur zum Prozedere. Haben Sie noch ein anderes Auto für den Notfall?

Pecoraro: Das ist ganz klar, ich werde mich strikt an die Regeln halten. Dafür stehe ich viel zu sehr unter Beobachtung. Wenn es um Einkäufe geht, werde ich mich nur mit kleineren Mengen beteiligen. Zugegeben, es gibt ein Auto mit meiner Lebensgefährtin. Sie bewegt sich aber schon jetzt zu 95 Prozent mit dem ÖPNV. Für mich wird das eine außergewöhnliche Situation.

Wo sehen sie die echten Abstriche, die Sie im täglichen Leben machen müssen?

Pecoraro: Die wird es ohne jeden Zweifel geben. Vor allem mein beruflicher Radius in der Ausländer-Beratung geht weit über Würzburg hinaus. Da muss ich meine Termine einhalten. Ich kann nicht mehr so spontan sein und muss völlig anders planen. Die Bequemlichkeit wird ohne Zweifel leiden müssen.

Was versprechen Sie sich davon, wenn Sie sich so einen Zwang auferlegen?

 

Pecoraro: Neue Erfahrungen mache ich ganz gerne. Man bekommt andere Sichtfelder und neue Beziehungen. Im Bus treffe ich Menschen und komme ins Gespräch. Ich weiß aber auch inzwischen, dass man viele Ziele mit dem ÖPNV gut erreichen kann.

Wie steht es bei Ihnen mit dem Radeln allgemein?

Pecoraro: Am Wochenende bin ich 150 Kilometer gefahren. Radfahren gefällt mir, obwohl ich eigentlich unsportlich bin. Es ist gut für meine Gesundheit. Jetzt kommt der Spagat zwischen Freizeit und meinen beruflichen und ehrenamtlichen Aufgaben dazu. Das stellt mich auf eine echte Probe. Es ist spannend.

Ein letzte Frage noch: Böse Zungen behaupten, Sie hätten Ihren Führerschein ohnehin für einige Wochen abgeben müssen.

 

Pecoraro: Da muss ich lachen. Es stimmt, dass ich den Frankenwein liebe. Aber ich kenne auch die Balance wo ich nicht mehr fahrtüchtig bin. Dann gibt es andere Verkehrsmittel und auch Taxis.

Stadtradeln

Mit dem deutschlandweiten Auftakt der Kampagne „Stadtradeln“ am Mittwoch im Rathaus haben die Würzburger heuer bessere Karten in diesem Städtewettbewerb. Die 38 Teams mit 402 Teilnehmern vom letzten Jahr dürften heuer deutlich übertroffen werden, meinte Umweltreferent Wolfgang Kleiner in seiner Begrüßung und warb für dieses umweltfreundliche Verkehrsmittel zugunsten des Klimaschutzes.

 

Drei Wochen dauert die Kampagne, zum Auftakt hatte Kleiner zahlreiche prominente Werbe-Botschafter an seiner Seite. Andre Muno, Vertreter vom Klima-Bündnis Deutschland, meinte aus eigener Erfahrung über derzeitigen Verkehrs- und Baustellenverhältnisse, „wer Würzburg angefahren hat, weiß, warum es besser ist, das Auto stehen zu lassen“.

 

Beim Klimaschutz zählt nicht nur der Verbrauch, sondern auch der Verzicht, so der Würzbuger Prof. Heiko Paeth von „Mobilität und Klima“, er erinnerte daran, dass der Verkehr einen enormen Anteil an den Treibhausgasen habe. Mittels Radfahren könne Klimaschutz sogar Spaß machen, meinte er und wurde unterstützt von der fränkischen Weinkönigin Sabine Ziegler und Weltklasseschwimmer Thomas Lurz. Ziegler sah die große Chance, mit dem Rad die Schönheiten der Region zu entdecken und Lurz als Hochleistungssportler mit dem Radeln eine gute Möglichkeit, sich fit zu halten.

 

Eine Radler-Demo, eskortiert von der Polizei, durch die Stadt schloss sich an.

Mehr Infos: www.stadtradeln.de

Das Gespräch führte richard Wust
    
    

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Die neuesten Kommentare

piero13 (32 Kommentare) am 03.06.2011 18:20

Faule Ausrede Schwachsinn

Mal oben richtig lesen da steht Stellplätze und nicht Fahrradstellplätze traurig
(0)
ssilk (149 Kommentare) am 03.06.2011 15:37

Faule Ausrede

Hab ich noch nie gehört. Also nur weil man keinen Fahrradstellplatz hat kein Rad zu benutzen. Wozu gibt's Farradschlösser?

Echt.
(0)
piero13 (32 Kommentare) am 03.06.2011 10:15

Stadtradeln und keine Stellplätze für Arbeiter

Ich würde ja auch mitmachen aber leider haben wir nich genügend Stellplätze .Und das ist den Umweltreferent bekannt Ha Ha Ha .Und das in seiner eigenen Abteilung.
(0)
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