publiziert: 07.02.2012 17:48 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 18:07 Uhr
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Standpunkt: Mahnmal für Stillstand

Mit Pleiten und Pannen ist die jüngere Geschichte des alten Ämterhochhauses in der Augustinerstraße wohl trefflich beschrieben. Von Pech dagegen kann keine Rede sein: Denn die Probleme, die jetzt im gerichtlich gekippten Bebauungsplan gipfeln, hat sich die Stadt selbst zuzuschreiben. Sie fingen 2000 an, mit Investitionen von über einer Viertelmillion Euro in Würzburgs erstes Hochhaus. Fünf Jahre später war klar, dass dieses Geld in den Sand gesetzt war. Das Baudenkmal wurde wegen statischer Probleme geräumt.

Der schnelle Beschluss der Stadt, die Immobilie zu versilbern, indem man das Grundstück an einen Investor verkauft, der das Hochhaus abreißen und durch ein neues ersetzen soll, hatte langfristige negative Folgen: Das Angebot eines Interessenten, der das angeblich nicht sanierungsfähige Haus sanieren wollte, wurde nicht ernsthaft geprüft, der Denkmalschutz fühlte sich übergangen. Nach über einem Jahr Verhandlungen sprang der erste Investor ab.

Auch der zweite Anlauf mit der Real Invest AG wurde ein Hindernislauf. War nach dem Architektenwettbewerb 2007 noch von einer Fertigstellung 2010 die Rede, entpuppte sich der Termin alsbald als Utopie. Eine Diskussion um die Maximalhöhe und unklare Definitionen, ob Dachaufbauten dazu zählten oder nicht, sorgten für Umplanungen und weitere Verzögerungen, bis endlich im Juli 2010 mit breiter Mehrheit der Bebauungsplan beschlossen war.

Kurz darauf klagten die Nachbarn gegen den Plan. Das Ergebnis ist eine deftige Watsche für die Verwaltung, das Image der Stadt ist beschädigt, abgesehen von den finanziellen Verlusten. Die vom Verwaltungsgerichtshof beanstandeten Verfahrensfehler überraschen auch den Investor, seine Geduld scheint allmählich am Ende. Eine schnelle Lösung ist indes nicht in Sicht, man ist wieder bei Null angelangt.

Das mit Sicherheitsnetzen eingehüllte Hochhaus wird noch längere Zeit die Geschäftsleute in der Augustinerstraße und die Bürger nerven – als Mahnmal für Stillstand. Eine Chance bietet allerdings das Desaster: Endlich kann man gründlich abwägen, ob ein Neubau oder die Sanierung des Altbaus die bessere Lösung für Stadtbild und Stadtentwicklung ist. Dabei sollten die Stadträte nicht allein dem Stadtbaurat mit seiner Verwaltung das Feld überlassen.

Von Holger Welsch holger.welsch@mainpost.de
    
    

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Die neuesten Kommentare

Jenna (31 Kommentare) am 08.02.2012 08:57

Nicht das erste Mal

Hoteltower erst Invetor gefunden dan abgesprungen neuer Invetor wider abgesprungen und endlicht geht es weiter ob beendet ?????????????

Feurwerhrschule bei der Faulenberkaserne: Denkmalschutz, akute einsturzgefahr. Gefährdung der öffentlichen Sicherheit seit ca. 30 Jahren wird nicht unternommen.
Grönert stand 20 Jahrer leer. Wer ist schneller die Stadt oder eine Schnecke?

Cinemaxx war auch baustop wergen klagen der Einwohner so das der alte Investor absprang und ein neuer gefunden werdn musst

Neue Füßgängerzone ist seit über 10 Jahren geplant.
(2)
schorschmeitropfe (171 Kommentare) am 08.02.2012 07:37

Man möchte diese Watschen...

... doch gern an jeden einzelnen Stadtrat weitergeben, der diesem absolut unsinnigen Vorhaben zugestimmt hat. Wäre zu schön, wenn nach dieser deutlichen Ansage unsere Volksvertreter endlich aufwachten und hoffentlich bei künftigen Entscheidungen das (zumindest den CSUlern) von Gott gegebene Hirn benutzen und Weitblick beweisen.
Es ist wirklich erbärmlich, wie in Würzburg regiert wird. Und weil das noch nicht schlimm genug war, haben wir das jetzt auch noch offiziell bestätigt bekommen. Ich könnte heulen.
(3)
scheva (100 Kommentare) am 07.02.2012 23:44

Baumgart for president!!!!

In Berlin könnte ja bald mal ne Stelle frei werden, dann wäre Würzburg von einer Last befreit.... Mit dieser eindrucksvollen Erfolgsbilanz sollte er ja alle Chancen haben....
(3)
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