publiziert: 18.10.2011 13:12 Uhr
aktualisiert: 18.10.2011 13:18 Uhr
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Start für Würzburger Schule in Kinshasa

Gebaut mit Spenden des Vereins „Mbonda Lokito“ – Drei Klassenzimmer für 150 Kinder – Weiterer Abschnitt geplant
  • Ankunft des Lastwagens aus Würzburg: André Mabiala (oben) und Melanie Weisenberger (links) beim Ausladen in Kinshasa.
    Foto: privat
  • Tolle Unterstützung aus Würzburg ermöglichte dieses Kinderglück: Endlich dürfen die Mädchen und Buben aus Kongos Hauptstadt Kinshasa lernen. Groß war die Freude am ersten Schultag.
    Foto: privat
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Moise Beleduma ist sieben Jahre alt. Der kleine kongolesische Junge leidet an den Folgen seiner Polio-Erkrankung. Er lebt in Kongos Hauptstadt Kinshasa – genauer gesagt in Lutendele-Mafuta. Die Gegend gilt als eine der ärmsten des Landes. Mitte August war Moise mit seiner Mutter einer der Ersten im Direktorat der Mbonda Lokito e.V. Grundschule „Groupe Scolaire Vabatu Ngoma“. Er hat sich für das kommende Schuljahr einschreiben lassen.

Die Grundschule wurde neu gebaut vom gemeinnützigen Verein „Mbonda Lokito Kongo / Kinshasa Kinderhilfe“. Moise und noch vorerst weitere 149 Kinder freuen sich darüber, jetzt in die Schule gehen zu können. Der erste Bauabschnitt mit drei von sechs geplanten Klassenzimmern, dem Bürogebäude und den Toiletten ist fertig.

Anfang Juli hatten engagierte Vereinsmitglieder einen 7,5-Tonner-Lkw mit der von VS Möbel (Tauberbischofsheim) gespendeten Schuleinrichtung – Stühle, Tische, Tafeln und Lehrerpulte – für insgesamt sechs Klassenzimmer beladen. Auch die vom Verein gesammelten und angeschafften Sachspenden wie Schulsachen, Computer, Drucker, Kopierer, Nähmaschinen, Instrumente, Fußbälle, Trikots, Fahrräder, Spielsachen und vieles mehr fanden auf der Ladefläche des Lkws Platz. Per Seefracht ging der Lastwagen dann Anfang August auf seine Reise nach Kinshasa.

Die Transportkosten konnten dank der Spenden von Rudi Schmidt (Diskothek Airport Würzburg), Tierarzt Rolf Herzel (Rottendorf), weiteren Unterstützern und den Erlösen der Auftritte der Trommelgruppe Mbonda Lokito Percussions finanziert werden.

Mitte August reisten die Vorstände von Mbonda Lokito e.V., André Mabiala und Melanie Weisenberger, von Würzburg aus nach Kinshasa, um vor Ort die letzten Arbeiten an den ersten Schulgebäuden zu organisieren und die Ankunft des beladenen Lkws und die Einrichtung der Klassenzimmer zu koordinieren. Anfang September rollte der Laster auf den Schulhof der neuen Schule. Die Freude über die heil angekommene Ladung war immens. Ganz Lutendele-Mafuta lief zusammen, um gemeinsam mit den beiden Würzburger die Ankunft des Lkws zu feiern und zu bestaunen.

„Unglaublich – so viele Kinderaugen haben zugeschaut, als der Lkw ankam“, berichtet eine immer noch gerührte Melanie Weisenberger. „Die Kinder sind so glücklich, dass sie jetzt ihre eigene Schule haben.“ Das Kinderlachen sei der schönste Dank. Die ganze Arbeit der letzten Monate habe sich gelohnt. Begeistert äußert sich auch der aus Kinshasa stammende André Mabiala: „Ich bin überwältigt, den ersten Teil der Schule fertig zu sehen. Ich kann es kaum glauben, dass der Lkw mit den Spenden tatsächlich heil im Kongo angekommen ist.“ Doch im Grunde ist nun erst der Anfang gemacht. Mabiala weiß: „Die Verantwortung, die wir jetzt den Lehrern und den Kindern gegenüber haben, ist enorm.“

Viele Hände packten an

Viele Hände packten vor Ort beim Ausladen, Ordnen und Sortieren der Sachen mit an. Die Schulmöbel wurden in die Klassenzimmern geräumt, nach und nach aufgestellt, das Bürogebäude mit Direktorat möbliert. Vor wenigen Tagen begann der Unterricht – nach nur siebenmonatiger Bauzeit für den ersten Abschnitt mit drei Klassenzimmern, Bürogebäude und. Toiletten.

Laut Weisenberger unterrichten vorerst sechs Lehrer vormittags und nachmittags die 150 Schulkinder in den bisher gebauten Räumen. So werde zumindest einigen Kindern in einem der ärmsten Länder der Welt der Schulbesuch ermöglicht und damit eine Basis für eine bessere Zukunft geschaffen. „Denn Bildung“, darin sind sich die Mbonda-Lokito-Verantwortlichen einig, „ist das Wichtigste, um sich eine eigene, unabhängige Existenz aufzubauen.“ Der Verein ist allen bisherigen Unterstützern sehr dankbar. Gleichwohl wird weiter Hilfe benötigt. Schließlich soll bald auch auch der zweite Teil mit weiteren drei Klassenzimmern gebaut werden.

Spendenkonto 446 409 93 (Mbonda Lokito), Sparkasse Mainfranken (BLZ 790 500 00), www.mbonda-lokito.org

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Jungbauer
    
    

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