aktualisiert: 08.10.2009 11:01 Uhr
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WÜRZBURG/KINSHASA
Strahlende Kinderaugen als Auftrag zum Helfen
Mbonda Lokito: Zwei Würzburger vom Projektbesuch in Kongos Hauptstadt Kinshasa zurück
(aj) Es waren bewegende Tage, die die Würzburger Melanie Weisenberger und André Mabiala in Kinshasa verbrachten. Drei Wochen erfuhren sie in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wie schlecht die Versorgungslage in dem afrikanischen Land – und wie wichtig Hilfe ist. Beide reisten für die Kinderhilfe Mbonda Lokito, für die sie von Würzburg aus um Spenden bitten. Mabiala tritt auch mit einer gleichnamigen Trommelgruppe auf, um Geld zu sammeln.
Für den Familienvater war die Reise ein besonderes Ereignis: Zum ersten Mal seit seiner Emigration vor 13 Jahren kehrte in seine frühere Heimat zurück. Erstmals sah er seine Geschwister, seine ganze Familie wieder – und war entsprechend berührt. Und auch geschockt: „Das Land sah anders aus, der Bürgerkrieg hat seine Spuren hinterlassen. Die meisten Straßen, die ich von früher kannte, sind kaputt. Die Menschen sehen abgemagert aus, als ob sie hungern müssten.“
Verloren habe er sich zunächst gefühlt, schildert Mabiala seine Eindrücke. Erst mit der Zeit habe er sich an die Zustände gewöhnt und die Stimmung genießen können. Schwer fiel ihm nach drei Wochen dann der Abschied von seinen Geschwistern in Kinshasa, gleichzeitig freute sich der 32-Jährige auf die Rückkehr zu seiner Frau und den Kindern in Würzburg.
Für Melanie Weisenberger war es die erste direkte Begegnung mit Afrika. Betroffen hätten sie die vielen Menschen und Kinder in zerrissenen Kleidern und kaputten Schuhen gemacht. Dazu der ganze Müll auf den Straßen. Auch die Versicherungsangestellte brauchte einige Tage, um sich auf die Lebensverhältnisse im Kongo einzustellen.
Als Ort der Hoffnung erlebten beide die Zentrale von Mbonda Lokito, die Andrés Bruder René seit 2004 mit Unterstützung aus Deutschland aufgebaut hat. „Die Kinder“, sagt Weisenberger, „sind mit in diesen drei Wochen richtig ans Herz gewachsen und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denken muss.“ Es sind Straßenkinder ohne Eltern. Oder mit Eltern, die sich nicht um sie kümmern können. Allein am täglichen Essen fehlt es. Mbonda Lokito will zudem eine Schule bauen. Aus den strahlenden und hoffnungsfrohen Kinderaugen hat Melanie Weisenberger viel Motivation für die Arbeit in Würzburg mitgenommen. Das bisher gespendet Geld sei jedenfalls gut investiert worden. Allen Unterstützern danken die beiden herzlich.
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