publiziert: 17.05.2009 15:47 Uhr
aktualisiert: 18.05.2009 08:05 Uhr
» zur Übersicht Stadt Würzburg
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG
Straßenbahn-Ausbau als Erfolgsrezept

Vorträge beim ÖPNV-Tag zeigen: Neue Linien gut für die Stadtentwicklung und die wirtschaftliche Bilanz

Eine neue Straßenbahnlinie bringt die Stadtentwicklung voran, lockt mehr Fahrgäste an und sorgt für ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis der Verkehrsbetriebe. So war es in Gera – und so wird es auch in Würzburg sein. Davon sind die Veranstalter und die 60 Teilnehmer des ÖPNV-Tages im Kulturspeicher überzeugt.

  • Würzburger Straßenbahn
    FOTO Theresa Müller
Bild von

Eine neue Straßenbahnlinie bringt die Stadtentwicklung voran, lockt mehr Fahrgäste an und sorgt für ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis der Verkehrsbetriebe. So war es in Gera – und so wird es auch in Würzburg sein. Davon sind die Veranstalter und die 60 Teilnehmer des ÖPNV-Tages im Kulturspeicher überzeugt.

Drei Trassen stehen in Würzburg zur Auswahl, am 22. Juni wird sich der Stadtrat in einer Sondersitzung für eine entscheiden. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Interessengemeinschaft Würzburger Straßenbahn (IWS) und der Fahrgastverband Pro Bahn, die den ÖPNV-Tag gemeinsam veranstaltet hatten, bevorzugen die Variante „2c", für die rund 60 Millionen Euro veranschlagt sind und die nachweislich die meisten potenziellen ÖPNV-Nutzer erreicht. Sie führt durch die Theaterstraße, Balthasar-Neumann-Promenade, Ottostraße, Zeppelinstraße, und Frauenland-Platz zum Wittelsbacher Platz und von dort über Zwerchgraben und Mauermeierstraße zum Hubland. Zusätzlich wünschen sich die ÖPNV-Befürworter eine Spange von der Haltestelle Sanderring hinüber zur Ottostraße.

„Auch die Mehrheit des Stadtrats befürwortet die Trasse 2c", betonte Bürgermeisterin Marion Schäfer zur Eröffnung des ÖPNV-Tages. Begrüßen konnte sie Stadtratskollegen von SPD, Grünen und Linken. Was eine neue Straba-Linie bringt, zeigten Erich Engel und Harald Berger von den Verkehrsbetrieben aus Gera. In Ostthüringen wurde vor zwei Jahren, rechtzeitig zur Bundesgartenschau, eine neue Linie in Betrieb genommen. Durch die „Linie 1" konnte Gera trotz stark sinkender Einwohnerzahlen die Fahrgastzahlen im ÖPNV stabil halten. In die neue Straßenbahn steigen heute 50 Prozent mehr Menschen ein als früher in die Busse auf der gleichen Strecke. Die Busse dienen jetzt als Zubringer für die Straßenbahn, so ist es auch im Frauenland geplant.

    
Mehr zum Thema
 Stadt Würzburg  Neue Straba spart 500 000 Bus-Kilometer  »mehr
 Stadt Würzburg  Straba-Linie 6: Drei Trassen werden untersucht  »mehr
 Stadt Würzburg  Mit Straba das Frauenland erschließen  »mehr
 Stadt Würzburg  Straba: Stadtrat entscheidet  »mehr
 Stadt Würzburg  Drei Wege für die neue Straßenbahn  »mehr
 Stadt Würzburg  Straba-Trassen im Stadtrat  »mehr
 Stadt Würzburg  Straßenbahnlinie 6 zum Hubland:   »mehr
 Stadt Würzburg  Kritik an Straßenbahn vor Residenz  »mehr
 Stadt Würzburg  Straßenbahn-Ausbau als Erfolgsrezept  »mehr
 Stadt Würzburg  Geschäftsleute wollen neue Straba  »mehr
 Stadt Würzburg  Linie 6: Punkte sammeln für richtige Trasse  »mehr
 Stadt Würzburg  Neue Straßenbahn soll 2017 fahren  »mehr
 Stadt Würzburg  Verschönerungsverein: Neue Straba ist nötig  »mehr
 Stadt Würzburg  Straßenbahn: Steinwüste mitten in der Stadt  »mehr
 Stadt Würzburg  Weltkulturerbe nicht an die Wand fahren  »mehr
 Stadt Würzburg  Rennen am Rennweg nur noch Fußgänger?  »mehr
 Stadt Würzburg  Straba ohne Oberleitung ist einfach zu teuer  »mehr
 Stadt Würzburg  Neue Straßenbahn nimmt erste Hürde  »mehr
 Stadt Würzburg  Vor 20 Jahren fuhr die Straßenbahn zum ersten Mal zum Heuchelhof  »mehr
 Stadt Würzburg  Unesco setzt auf Rennweg-Sperrung  »mehr
 Stadt Würzburg  Rennweg: Sperrung ist möglich  »mehr
 Stadt Würzburg  Stadtrat: noch kein Votum über Rennweg-Sperrung  »mehr
 Stadt Würzburg  CSU-Vollbremsung am Rennweg  »mehr
 Stadt Würzburg  Touristenmagnet Residenz  »mehr
 Stadt Würzburg  Noch kein Votum über Rennweg  »mehr
 Stadt Würzburg  Linie 6 wird förderfähig gemacht  »mehr
 Stadt Würzburg  Behält die Stadt ihr Weltkulturerbe?   »mehr
 Stadt Würzburg  Planerisch und finanziell ist die Linie 6 ans Hubland auf gutem Weg  »mehr
 Stadt Würzburg  Unesco gibt Weg für neue Straßenbahn frei  »mehr
 Stadt Würzburg  Fliegt die Linie 6 doch noch aus dem Gleis?  »mehr
    


Eine Straßenbahn ersetzt mehrere Busse, dadurch konnten die Verkehrsbetriebe ihre Betriebsausgaben senken. Alleine an Personalkosten werden pro Jahr rund 740 000 Euro eingespart. Der Erlös pro Fahrplan-Kilometer konnte von 2,29 Euro (2005) auf 2,49 Euro (2008) gesteigert werden. Ebenso wichtig: Im Zuge des Straßenbahn-Baus wurde Gera an mehreren Stellen städtebaulich aufgewertet. Unter anderem wurde der Bahnhofsvorplatz komplett neu gestaltet.

Auch in Ulm wird derzeit an neuen Stadtbahn-Linien geplant, die unter anderem die überfüllten Busse zu den Schulen und Hochschulen ersetzen sollen. Allerdings war dafür Überzeugungsarbeit in Form einer ersten Straba-Linie erforderlich, nachdem ein Fünf-Linien-Netz in einem Bürgerentscheid abgelehnt wurde. Seit die erste Linie in Betrieb ist, „kommen viele Bürger aus anderen Stadtteilen und wollen auch eine Straßenbahn“, so Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Stadtwerke. Wie in Würzburg arbeiten auch in Ulm Straba-Ingenieure und Stadtplaner Hand in Hand. Wortmann: „Wo eine Straßenbahn gebaut wird, muss die Stadt hinterher besser aussehen als vorher."

Beispiele für erfolgreiche Straba-Projekte aus der ganzen Welt zeigte Verkehrsgeograf Dr. Konrad Schliephake von der Uni Würzburg. Sogar in Tunis und Dubai werden Stadtbahnen gebaut, in Frankreich werde seit zwei Jahrzehnten in jeder größeren Stadt der Ausbau des schienengebundenen Stadtverkehrs vorangetrieben.

Auf der Grombühler Straba-Linie erwartet Schliephake nach der Verlängerung zum Zentrum für Innere und Operative Medizin der Uni-Klinik eine Zunahme der Fahrgastzahlen um bis zu 70 Prozent. Für Fahrten von Gerbrunn nach Würzburg nutzen schon heute 23 Prozent der Menschen den ÖPNV, mit der neuen Straba „wird die Nachfrage um 50 Prozent steigen", prognostiziert der Geograf. Für die WVV hat sein Institut das Potenzial im Frauenland untersucht, das Ergebnis darf er noch nicht bekannt geben. „Es werden aber Zahlen sein, die die Linie 6 mehr als rechtfertigen."

Von unserem Mitarbeiter Patrick Wötzel
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Stadtteilserie 

Alles im (Über)blick
Von A wie Altstadt bis Z wie Zellerau - wir stellen Ihnern die verschiedenen Stadtteile Würzburgs vor. »mehr
    
Anzeige
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Ȇbersicht ePaper

Mainpost Wuerzburg
  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  24.05.2012

    
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Spezial 

Westumgehung Würzburg
Wie Gegner und Befürworter wegen der "B26 neu" kämpfen. Ein Top-Thema in der Region. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Würzburg.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr