publiziert: 07.02.2012 17:48 Uhr
aktualisiert: 07.02.2012 18:03 Uhr
» zur Übersicht Stadt Würzburg
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG
Theater-Intendant Schneider: CSU fordert öffentliche Debatte um Vertragsverlängerung

  • Darf er bleiben? Der Stadtrat berät an diesem Mittwoch die Vertragsverlängerung mit Intendant Hermann Schneider.
    Foto: T. Obermeier
Bild von

Am heutigen Mittwoch diskutiert der Werkausschuss des Stadtrats über die Verlängerung des Vertrags mit Hermann Schneider, dem Intendanten des Mainfranken Theaters. Wie immer, soll er dies hinter verschlossenen Türen tun.

Doch zum ersten Mal gibt es aus den Reihen des Stadtrats einen Vorstoß, diese Türen zu öffnen. „Wir werden beantragen, dass die Vertragsverlängerung in öffentlicher Sitzung behandelt wird“, sagt CSU-Stadträtin Christine Bötsch. Denn eine grundsätzliche Debatte über die Arbeit Schneiders sei „kein Geheimnis“. Nur bei sensiblen Fragen, wie zum Beispiel nach dem Gehalt, sollte nach ihrer Meinung die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Folgt die Mehrheit dem Antrag, wird der Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil behandelt.

Intendant Schneider ist seit 2004 am Mainfranken Theater. Die erste Verlängerung seines Vertrags Ende 2008 war im Stadtrat nicht unumstritten: Nicht alle Stadträte waren mit seiner Arbeit einverstanden. In nichtöffentlicher Sitzung wurde sein Vertrag bis 2013 verlängert.

Die Verwaltung will mit Hinweis auf die „schutzwürdigen Interessen der betroffenen Person“ keine öffentliche Debatte. Stadtsprecher Christian Weiß: „Es geht bei der Frage der Vertragsverlängerung um sensible Daten wie Gehalt oder Laufzeit. Eine öffentliche Diskussion darüber ist rechtlich nicht möglich.“ Nach der Beratung im Ausschuss soll die Verlängerung vom Gesamtstadtrat entscheiden werden – ebenfalls nicht öffentlich.

„Ob schutzwürdige Belange durch eine öffentliche Diskussion gefährdet sind, muss im Einzelfall geprüft werden“, sagt dagegen Martin Heite, Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Medienrecht in der Kanzlei Weberling in Berlin. Grundsätzlich sei jede Sitzung öffentlich. Personalangelegenheiten würden zwar häufig nicht öffentlich beraten, jedoch müssten sachliche Gründe angeführt werden, die eine solche Ausnahme rechtfertigen. „Mit der generellen Berufung auf das Vorliegen einer Personalangelegenheit lässt sich der Ausschluss der Öffentlichkeit jedenfalls nicht begründen.“ Dass einige Vertragsbestandteile, wie das Gehalt, hinter verschlossenen Türen behandelt werden müssen, sei „richtig und auch gut so“. Doch stünde die Arbeit des Intendanten zum Beispiel wegen seiner künstlerischen Ausrichtung im Fokus der Öffentlichkeit. Laut Heite sollte die Diskussion darüber deshalb möglichst transparent geführt werden.

Die in Würzburg übliche Praxis, über Personalangelegenheiten im Stadtrat stets hinter verschlossen Türen zu debattieren, wurde zuletzt bei der Wiederwahl von Stadtbaurat Christian Baumgart kritisiert. Ohne Beteiligung der Öffentlichkeit hatte der Stadtrat beschlossen, dass dessen Stelle nicht ausgeschrieben wird. Anwalt Heite hatte dazu erklärt: „Eine öffentliche Debatte über fachliche Leistung des langjährigen Stadtbaurats berührt kein schutzwürdiges Interesse und ist aus Gründen der Transparenz dringend geboten.“

Von unserem Redaktionsmitglied MANUELA GÖBEL
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

»Alle 6 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Hingucker (1481 Kommentare) am 08.02.2012 22:45

@Multimedie-Redaktion

was war da verkehrt oder hat gegen die Netiquette verstoßen? etwa Parteibuch oder Pöstle, Gemauschel oder verschloßene Tür?
(0)
Hingucker (1481 Kommentare) am 08.02.2012 08:19

noch was dazu

natürlich soll das IntendanT heisen , aber warum muß immer hinter einem Namen auch die Parteizugehörigkeit stehen?
(0)
Hingucker (1481 Kommentare) am 08.02.2012 08:13

Intendand

Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen unsere Netiquette oder die AGB verstößt. Die Multimedia-Redaktion.
(0)
vulture (464 Kommentare) am 08.02.2012 02:55

Die Forderung nach "Transparenz"...

von Seiten der CSU, jaja. Bayerische Kulturpolitik kann man ja ansonsten faktisch eigentlich nur erahnen.

Daher sehr interessant:

alpha-Forum extra: Theater-Intendanten

Hermann Schneider – Mainfranken Theater Würzburg
im Gespräch mit Dr. Wolf-Dieter Peter


http://www.br-online.de/content/cms/Universalseite/2010/12/09/cumulus/BR-online-Publikation-ab-10-2010--48635-20101209133448.pdf

PS: Ich hoffe das Transskript hat nicht Bundestags-, ähm, Uhl-Niveau.

Wie sagt man in Passau: Pfiad Inna GoD!
(0)
karlgraf (33 Kommentare) am 07.02.2012 19:04

Schneider

Na endlich die Forderung nach Öffentlichkeit. ! Und gerade bei Herrn Schneider ist das dringend notwendig, z,.B. wegen der rückläufigen Besucherzahlen des Theaters. Es wird auch darüber zu debattieren sein, ob 20 Mio für die Theatersanierung notwendig sind. Übrigens kam aus den kleineren Parteien bereits mehrfach die Forderung nach öffentlicher Debatte, sie wurde aber nicht wahrgenommen.
Karl Graf, Mitglied des Stadtrats.
(2)
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Stadtteilserie 

Alles im (Über)blick
Von A wie Altstadt bis Z wie Zellerau - wir stellen Ihnern die verschiedenen Stadtteile Würzburgs vor. »mehr
    
Anzeige
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Ȇbersicht ePaper

Mainpost Wuerzburg
  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  25.05.2012

    
Anzeige
    

Spezial 

Westumgehung Würzburg
Wie Gegner und Befürworter wegen der "B26 neu" kämpfen. Ein Top-Thema in der Region. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Würzburg.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr