aktualisiert: 27.06.2011 12:22 Uhr
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Umsonst & Draussen: Wenig Sonne und viel Musik
24. Umsonst & Draussen-Festival auf den Würzburger Mainwiesen
80 000 Fans und 90 Live-Bands feierten auf dem großen Gelände ihre ganz eigene Party mit Pop, Rock, HipHop, Folk und Kabarett.
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Hatte das Umsonst & Draussen-Publikum schnell auf ihrer Seite: Sängerin Sadeta von Balkanoid.Fotos: Theresa Müller, Thomas Obermeier, Silvia Gralla -
Genuss: Musik hören und eine Wasserpfeife rauchen.
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Regenmode: Plastikcapes über den eigenen Klamotten.
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Schmuck: Den mögen auch Kleine.
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Schlendern, bummeln, quatschen: Mit Freundinnen macht das Spaß.
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Früh übt sich: Heute Luftgitarre, morgen die große Bühne.
Es war wie immer umsonst, es war wie immer draußen, und es hat natürlich wie (fast) immer auch geregnet: Vor allem die kühle und feuchte Witterung am Samstag sorgte dafür, dass weniger Besucher als erhofft zum 24. Umsonst & Draussen-Festival auf die Würzburger Mainwiesen kamen. „Das hat uns massig Leute gekostet“, sagte Festivalchef Ralf Duggen am frühen Sonntagnachmittag. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sie an den vier Tagen – das Festival startete erstmals bereits am Donnerstag – trotzdem die Marke von 80 000 Besuchern geknackt haben.
Sie sind äußerst selten bei dem umfangreichen Festivalprogramm, aber es gibt auch ruhigere Momente auf dem Umsonst & Draussen. Ein Beispiel dafür ist die Gospelmesse mit einem 50-köpfigen Chor aus München, die mehrere Hundert Menschen am gestrigen Sonntag schon um 11 Uhr auf das Gelände lockte. Oder ein paar Hundert Meter weiter am „Grünen Bühnchen“, wo sich Liedermacher Andreas Kümmert aus Gemünden beim lauschigen Musikfrühstück vor entspannten Menschen auf Picknickdecken mit eigenen Liedern und Blues-Klassikern zur Gitarre heiser sang. „Meine Stimme ist sonst nicht so schlecht“, sagte er am Ende – und musste trotzdem eine Zugabe spielen.
An den ersten drei Tagen bekamen die Zuschauer die Sonne nur ganz selten zu sehen. Vor allem am Samstag waren Schirme und Regenjacken Pflicht. Die Musikfans waren gut vorbereitet und ließen sich die gute Laune durch den Nieselregen nicht verderben. Gründe dafür, das Festival zu besuchen, gab es auch in diesem Jahr reichlich. Und das lag nicht nur am abwechslungsreichen Musikprogramm auf den fünf Bühnen und den 90 nationalen und internationalen Bands, das ebenso bunt gemischt war wie das Publikum. „Auch die anderen kulturellen Programmpunkte gehören für uns untrennbar zum Umsonst & Draussen. Wir wollen immer ein breites Angebot, damit für jeden etwas dabei ist“, sagt Ralf Duggen.
Gitarren-Virtuose
Es hat funktioniert: Erstmals war das Theater „Bockshorn“ mit drei sehr gut besuchten Abendveranstaltungen unter dem Motto „Bockshorn außer Haus“ auf dem Festival vertreten. Ein absolutes Highlight war dabei der Auftritt des Comedy-Liedermachers und Gitarren-Virtuosen „El Mago Masin“ am Samstagabend im vergrößerten „Und-Zelt“. Auch beim Mitternachts-Poetryslam mit Moderator Christian Ritter, dem deutschen Poetryslam-Vizemeister von 2009 am Freitag platzte das Zelt aus allen Nähten. Am Vorabend veranstaltete Ritter im Kinder-Kultur-Zelt zusammen mit Andy Strauß aus Münster eine „testosterontriefende Lesung“ mit eigenen Texten. Ein Merksatz daraus: „Moderne Paare teilen sich die Frauenarbeit.“
Ein paar Meter weiter scharten sich die Besucher um John Nations, der mit fünf Fackeln gleichzeitig jonglierte. Der US-Amerikaner („Ich bin aus South Carolina entkommen“) lebt in Skandinavien, tourt durch ganz Europa und fand nach seinem witzigen Auftritt jede Menge Kleingeld in seinem Hut.
Lange bevor die Impro-Theater-Truppe „Kaktussen“ schon traditionell mit einem Auftritt am Sonntagabend das Ende des viertägigen U & D einleitete, zogen Duggen und Festival-Sprecher Tilman Hampl eine insgesamt positive Bilanz: „Es hat sich gelohnt, schon am Donnerstag zu beginnen. Wir sind insgesamt zufrieden und freuen uns darüber, dass das U & D immer noch gut funktioniert und die Leute ihren Spaß haben.“
Nicht ganz so positiv klang Duggens Fazit: „Das Beste, was uns in diesem Jahr passieren kann, ist, dass wir am Ende ohne Verlust dastehen.“ Eine gute Nachricht haben die Festival-Macher jedoch schon bei der offiziellen Eröffnung bekommen: Die Sparda-Bank hat angekündigt, dass sie das Festival auch im kommenden Jahr bei der 25. Auflage als Hauptsponsor unterstützen wird.
Mit 15 Helfern waren die Malteser an allen vier Tagen auf der Talavera im Einsatz für die Gesundheit der Besucher. Einsatzleiter Stefan Simon spricht von einem ruhigen Festival ohne große „Ausrutscher“. Dieser Bilanz schloss sich auch die Würzburger Polizei an. 50 Leute mussten die Malteser behandeln, von Schnittverletzungen bis hin zu einigen wenigen Alkoholsünden.
Mehr Umsonst & Draussen
In Bad Kissingen findet das nächste Umsonst & Draussen-Festival der Region statt. Termin sind der 15. und 16. Juli auf dem ehemaligen US-Kasernengelände. Erwartet werden in der Kurstadt circa 10 000 Besucher. Am Freitag beginnen die Auftritte der Bands aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen auf den verschiedenen Bühnen am frühen Abend (18.40 und 19 Uhr), am Samstag geht es schon nachmittags um 15 Uhr los. In Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) ist der Termin für das Umsonst & Draussen vom 22. bis 24. Juli. Erwartet werden wie in den vergangenen Jahren mehrere Tausend Besucher. Der Sonntag steht auf dem Festgelände am Saupurzel traditionsgemäß im Zeichen der Familie: Das Kinderprogramm – heuer unter dem Motto „Urwald“ – beginnt nach einem ökumenischen Gottesdienst mit Hüpfburg, Spaß- und Bastelaktionen. Die Auftritte der vielfältigen Bands auf den verschiedenen Bühnen beginnen am Freitag um 18 Uhr, am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.
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