aktualisiert: 29.07.2008 10:58 Uhr
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WÜRZBURG
Vom FH-Chef fällt Zentnerlast ab
Nach Ja zu Neubau bei Bürgerentscheid – Glückwunsch vom Wissenschaftsminister
Groß ist die Erleichterung bei der Fachhochschule und Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel nach dem Bürgerentscheid zu Gunsten der FH. Oberbürgermeister Georg Rosenthal will künftig die Bürger stärker an städtischen Planungen teilhaben lassen.
Sonntagabend, kurz nach 21 Uhr im Foyer der Fachhochschule in der Münzstraße. Die meisten der rund 200 Studenten, die hier noch eine Stunde zuvor jubelnd das erfolgreiche Ratsbegehren für den Fachhochschulneubau gefeiert haben, sind schon gegangen, um in Kneipen weiterzufeiern. Einige steuern sogar hupend im kleinen Autokorso durch die Stadt – und natürlich: vorbei am künftigen FH-Standort Sanderheinrichsleitenweg, wo sie ein „Danke“-Schild in den Acker rammen. Gleichzeitig stehen im FH-Foyer in der Münzstraße nur noch Grüppchen um die runden Stehtische, als Oberbürgermeister Georg Rosental mit Gattin Hanna eintrifft.
SMS von Goppel noch am Abend
Der OB kommt direkt aus dem Rathaus und hat sich für die „FH-Wahlparty“ noch schnell umgezogen. „Meine Eintrittskarte“ sagt er, auf das schwarz-grüne „Ja zum FH-Neubau“-Bekenner-Shirt angesprochen. Er wirkt zufrieden, aber nicht gerade so, als wäre eine große Last von ihm abgefallen. Nein, er habe zu keinem Zeitpunkt befürchtet, dass die Würzburger den Neubau ablehnen. Die „Bürgerschaft“, das Lieblingswort von Rosenthal, habe die Botschaft, wie wichtig das Projekt für Würzburg sei, verstanden. Er sei sich so sicher gewesen, weil er die Stimmung, die sich letztlich im Abstimmungsergebnis widerspiegelte, bein den Leuten vielfach gespürt habe.
Ganz anders dagegen Heribert Weber. Der FH-Präsident sagt, dass eine Zentnerlast von ihm abgefallen sei. Der Marathonläufer war am Wahltag noch joggen und hat „wenig gegessen“, so nervös war er. Er hat durchaus befürchtet, dass „das Ding noch schiefgehen“ könnte. Umso gelöster wirkt er zum Ausklang der Wahlparty. Per Handy-SMS hat er kurz zuvor Wissenschaftsminister Thomas Goppel nach dem Abstimmungserfolg „Vollzug gemeldet“. Goppel „simste“ umgehend zurück: Er freue sich, dass sich der Einsatz gelohnt hat – „für Sie und uns“, so laut Weber der Glückwunsch aus München.
Dass Goppel „froh und erleichtert“ ist „über das klare Votum der Würzburger“, verkündete am Montag das Wissenschaftsministerium. So habe man nun die Möglichkeit, „ohne weitere Verzögerungen und Umwege bessere Konditionen für die Studierenden der Fachhochschule in die Tat umzusetzen.“ In sechs Wochen erfolge der Spatenstich. Mit dem Neubau am Sanderheinrichsleitenweg werde man spätestens bis 2011 „eine spürbare Entlastung der räumlichen Situation“ sicherstellen, so Goppel in seiner Presseerklärung.
Signal für die Zukunft
Gemeinsam mit den Planungen für die Uni auf dem Gelände der Leighton Barracks setze man ein Signal für die Zukunft der Region. Der Minister bedankt sich „bei allen, die zu einer Versachlichung der Diskussion beigetragen haben, gerade auch der jungen Generation.“
Bei der Entwicklung der Leightons dürfen die Bürger im Rahmen der öffentlichen Planwerkstatt von Beginn an mitreden. Ein Novum in Würzburg. Und für OB Georg Rosenthal, wie er selbst sagt, ein wichtiges Instrument, um Bürger „bei komplexen Themen stärker mitzunehmen“. In der FH-Frage scheint es hier Versäumnisse gegeben zu haben.
Einen kleinen Seitenhieb auf seine Vorgänger im Amt kann sich der neue OB nicht verkneifen: „Vielleicht ist in den letzten Jahren der Planungsstand zu wenig kommuniziert worden.“ Ein Bürgerentscheid, so seine Hypothese, wäre dann möglicherweise überflüssig geworden.
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