publiziert: 28.07.2008 16:40 Uhr
aktualisiert: 29.07.2008 10:58 Uhr
» zur Übersicht FH-Neubau
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text WÜRZBURG
Vom FH-Chef fällt Zentnerlast ab

Nach Ja zu Neubau bei Bürgerentscheid – Glückwunsch vom Wissenschaftsminister

Groß ist die Erleichterung bei der Fachhochschule und Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel nach dem Bürgerentscheid zu Gunsten der FH. Oberbürgermeister Georg Rosenthal will künftig die Bürger stärker an städtischen Planungen teilhaben lassen.

  • In einer modernen und transparenten Architektur kann nun die Fachhochschule an ihrem neuen Standort am Sanderheinrichsleitenweg gebaut werden. Bis 2011 soll das Gebäude fertig sein.
    Skizze Gerber Architekten
Bild von

Sonntagabend, kurz nach 21 Uhr im Foyer der Fachhochschule in der Münzstraße. Die meisten der rund 200 Studenten, die hier noch eine Stunde zuvor jubelnd das erfolgreiche Ratsbegehren für den Fachhochschulneubau gefeiert haben, sind schon gegangen, um in Kneipen weiterzufeiern. Einige steuern sogar hupend im kleinen Autokorso durch die Stadt – und natürlich: vorbei am künftigen FH-Standort Sanderheinrichsleitenweg, wo sie ein „Danke“-Schild in den Acker rammen. Gleichzeitig stehen im FH-Foyer in der Münzstraße nur noch Grüppchen um die runden Stehtische, als Oberbürgermeister Georg Rosental mit Gattin Hanna eintrifft.

SMS von Goppel noch am Abend

Der OB kommt direkt aus dem Rathaus und hat sich für die „FH-Wahlparty“ noch schnell umgezogen. „Meine Eintrittskarte“ sagt er, auf das schwarz-grüne „Ja zum FH-Neubau“-Bekenner-Shirt angesprochen. Er wirkt zufrieden, aber nicht gerade so, als wäre eine große Last von ihm abgefallen. Nein, er habe zu keinem Zeitpunkt befürchtet, dass die Würzburger den Neubau ablehnen. Die „Bürgerschaft“, das Lieblingswort von Rosenthal, habe die Botschaft, wie wichtig das Projekt für Würzburg sei, verstanden. Er sei sich so sicher gewesen, weil er die Stimmung, die sich letztlich im Abstimmungsergebnis widerspiegelte, bein den Leuten vielfach gespürt habe.

Ganz anders dagegen Heribert Weber. Der FH-Präsident sagt, dass eine Zentnerlast von ihm abgefallen sei. Der Marathonläufer war am Wahltag noch joggen und hat „wenig gegessen“, so nervös war er. Er hat durchaus befürchtet, dass „das Ding noch schiefgehen“ könnte. Umso gelöster wirkt er zum Ausklang der Wahlparty. Per Handy-SMS hat er kurz zuvor Wissenschaftsminister Thomas Goppel nach dem Abstimmungserfolg „Vollzug gemeldet“. Goppel „simste“ umgehend zurück: Er freue sich, dass sich der Einsatz gelohnt hat – „für Sie und uns“, so laut Weber der Glückwunsch aus München.

Dass Goppel „froh und erleichtert“ ist „über das klare Votum der Würzburger“, verkündete am Montag das Wissenschaftsministerium. So habe man nun die Möglichkeit, „ohne weitere Verzögerungen und Umwege bessere Konditionen für die Studierenden der Fachhochschule in die Tat umzusetzen.“ In sechs Wochen erfolge der Spatenstich. Mit dem Neubau am Sanderheinrichsleitenweg werde man spätestens bis 2011 „eine spürbare Entlastung der räumlichen Situation“ sicherstellen, so Goppel in seiner Presseerklärung.

Signal für die Zukunft

Gemeinsam mit den Planungen für die Uni auf dem Gelände der Leighton Barracks setze man ein Signal für die Zukunft der Region. Der Minister bedankt sich „bei allen, die zu einer Versachlichung der Diskussion beigetragen haben, gerade auch der jungen Generation.“

Bei der Entwicklung der Leightons dürfen die Bürger im Rahmen der öffentlichen Planwerkstatt von Beginn an mitreden. Ein Novum in Würzburg. Und für OB Georg Rosenthal, wie er selbst sagt, ein wichtiges Instrument, um Bürger „bei komplexen Themen stärker mitzunehmen“. In der FH-Frage scheint es hier Versäumnisse gegeben zu haben.

Einen kleinen Seitenhieb auf seine Vorgänger im Amt kann sich der neue OB nicht verkneifen: „Vielleicht ist in den letzten Jahren der Planungsstand zu wenig kommuniziert worden.“ Ein Bürgerentscheid, so seine Hypothese, wäre dann möglicherweise überflüssig geworden.

Von unseren Redaktionsmitgliedern H. Welsch und A. Jungbauer
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Stadtteilserie 

Alles im (Über)blick
Von A wie Altstadt bis Z wie Zellerau - wir stellen Ihnern die verschiedenen Stadtteile Würzburgs vor. »mehr
    
Anzeige
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Ȇbersicht ePaper

Mainpost Wuerzburg
  Ausgabe:
  Main-Post Würzburg
  Datum:
  25.05.2012

    
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Spezial 

Westumgehung Würzburg
Wie Gegner und Befürworter wegen der "B26 neu" kämpfen. Ein Top-Thema in der Region. »mehr
    
    
Anzeige
WG-Gesucht.de gibt Ihrer Region eine Stimme

Hier finden Sie Ihre WG in Würzburg.

WG-Gesucht.de, die kostenlose WG-Börse im Internet.

    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr