aktualisiert: 21.07.2008 22:43 Uhr
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GIEBELSTADT
Vortrag: Als Englischlehrer in Ruanda
Michael Bötsch war zwei Monate in Afrika
Nur zwei Monate war der Giebelstadter Michael Bötsch als Englischlehrer in Ruanda, und nun scheint ihn diese Verbindung nicht mehr loszulassen. Er hat viel zu berichten über das Land und seine vom Völkermord überschattete Geschichte.
Michael Bötsch, der gerade im Staatsexamen zum Lehramt an Gymnasien steckt, kam im vergangenen Jahr über den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) als Praktikant nach Ruanda – eigentlich ohne große Erwartungen. Was ihn nun dazu bringt, Ruanda nicht einfach als tolle Erfahrung auf sich beruhen zu lassen, ist seine Begegnung mit Pauline.
Mehr Bilder aus Ruanda
Pauline ist der Inbegriff einer neuen Verbindung zwischen Deutschland und Ruanda. Pauline hatte mit elf Jahren die Eltern und fast alle Geschwister verloren. In Umudugudu fand sie ein Zuhause.
Etwa eine Stunde Autofahrt östlich der Hauptstadt Kigali liegt das Kinderdorf, das nach dem Krieg mit nur zwölf Überlebenden von 120 Kindern wiederaufgebaut werden musste. Werkstatt, Sozialstation und eine Oberschule gehören dazu.
Schule finanziert
Pateneltern aus Kühbach bei Augsburg halfen Pauline bei der Finanzierung ihres Schulbesuchs. Sie spricht mittlerweile fünf Sprachen, hat Soziologie studiert und will nun zur Betriebswirtschaft wechseln. Zum fünften Mal ist die 25-Jährige in Deutschland, jetzt schon bald ein Jahr – auch als Botschafterin des Waisen-Projekts von Salesianer-Pater Hermann Schulz.
Sowohl der Staat Ruanda, als auch der Pater investieren in die Kinder, setzen auf Bildung und eine neue Gesellschaftsstruktur, auf eine Gemeinschaft von „wir sind Ruanda“. Das findet Michael Bötsch gut.
Deshalb will er sich weiter für das Projekt engagieren und berichtet in seinem Vortag. Mit Pauline zusammen, hat er Pater Schulz, der regelmäßig Promotions-Touren mit Jugendlichen macht, am 14. und 15 August nach Giebelstadt eingeladen.
Deshalb arbeitet der 26-Jährige gerade an einer Internet-Seite www.umudugudu.de Ihm schwebt ein Freundeskreis Ruanda vor, ein Netzwerk, das kommuniziert und hilft.
Apropos helfen: es werden noch Unterkünfte für die Reisebegleiter des Paters gesucht unter Tel. (01 76) 23 81 73 73).
„Ruanda, war da nicht?!“ - Geschichte und Perspektiven einer ehemaligen deutschen Kolonie. Vortrag und Bildpräsentation am Donnerstag, 24. Juli um 19.30 Uhr, Gasthaus Lutz, Giebelstadt.
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