publiziert: 21.02.2012 13:16 Uhr
aktualisiert: 21.02.2012 15:56 Uhr
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Warum Intendant Schneiders Vertrag geheim verlängert wurde

Rathaus-Sprecher: Gemeindeordnung und Stadtrats-Geschäftsordnung lassen keine andere Wahl

In der vergangenen verlängerte der Würzburger Stadtrat den seit 2004 bestehenden Vertrag mit Theaterintendant Hermann Schneider um vier weitere Jahre. Das geschah, wie es aus dem Rathaus hieß, mit großer Mehrheit. Entschieden wurde dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit in geheimer Abstimmung.

  • Hermann Schneider.T. OBERMEIER
    Foto:
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Noch vor kurzem gab es im Werkausschuss für das Mainfranken Theater eine Debatte darüber, in öffentlicher Sitzung über die Leistungsbilanz des Intendanten und seine anstehende Vertragsverlängerung zu sprechen.

Vor der Vertragsverlängerung hatte CSU-Stadträtin Christine Bötsch gefordert, dass die Debatte darüber in öffentlicher Sitzung stattfinden solle. Sensible Fragen wie das Gehalt des Intendanten sollten geheim behandelt, eine Diskussion über die Arbeit Schneiders jedoch öffentlich geführt werden. Jedoch wurde sowohl im Werkausschuss als auch eine Woche später im Stadtrat das Thema hinter verschlossenen Türen behandelt. Und auch wenn im Vorfeld der Abstimmung einzelne Stadträte über den Intendanten murrten, gab es am Ende ein klares Votum für die Verlängerung.

Es ging um Gehalt und Laufzeit

Rathaus-Sprecher Christian Weiß erläuterte auf Anfrage dieser Zeitung, warum die Öffentlichkeit nicht dabei sein durfte, als über die Vertragsverlängerung im Stadtrat diskutiert wurde. Er berief sich zum einen auf die Bayerische Gemeindeordnung, laut der Stadtratssitzungen zwar generell öffentlich seien, aber nur „soweit nicht berechtigte Ansprüche einzelner entgegenstehen“. Dazu gehören laut Weiß beispielsweise das Gehalt des Intendanten oder die Laufzeit seines Vertrags. Deshalb sei es richtig gewesen, die Vertragsverlängerung im nichtöffentlichen Sitzungsteil zu behandeln.

Zudem zitierte Weiß die Geschäftsordnung des Stadtrats, in der in Paragraf 25 festgelegt sei, dass Personalangelegenheiten zwingend nichtöffentlich zu behandeln sind. Nach dem CSU-Vorstoß soll jedoch im Ältestenrats des Stadtrats besprochen werden, inwieweit diese Regelung gelockert werden kann. Dann müsste gegebenenfalls die Geschäftsordnung geändert werden.

(Rö.)
    
    

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»Alle 8 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

heinrich juestel (23 Kommentare) am 22.02.2012 18:04

Geheime Abstimmung?

Es wurde nicht nur in öffentlicher Sitzung über die Vertragsverlängerung des Intendanten abgestimmt. Im Schul- und Kulturausschuß vom 08.02.2012 wurde die Arbeit des Intendanten in öffentlicher Sitzung ebenso ausführlich diskutiert, wie die wirtschaftliche Lage des Theaters. Das Ergebnis dieser durchaus kritischen Diskussion spiegelt dann auch das Wahlergebnis wieder.

Wie immer nicht anonym, sondern mfG

Heinrich Jüstel
-Stadtrat-
(0)
karlgraf (33 Kommentare) am 22.02.2012 17:06

Geheime Abstimmung

Die Abstimmung erfolgte in nicht öffentlicher Sitzung durch Handzeichen. Für die Raum anwesenden Personen war die Stimmabgabe ersichtlich, man sah wer wie gestimmt hat. Die Aussage "in geheimer Abstimmung" ist falsch
(0)
steve67 (750 Kommentare) am 22.02.2012 10:58

Führungspositionen

nicht öffentlich zu besetzen, vergüten etc. fördert nur Kungelei und Vetternwirtschaft. Es ist dringend nötig die entsprechende GO zu ändern! Abgesehen davon verstehe ich auch nicht weshalb eine geheime Abstimmung stattfand, wenn vorher doch einige Stimmen laut wurden die gegen Schneider waren. Sollen die Stimmen doch für jeden einsehbar sein oder hatten die Angst nicht mehr ins Theater zu dürfen? Was vielleicht ja auch ein Privileg wäre, nach allem was man so hört grinsen
(1)
karlgraf (33 Kommentare) am 22.02.2012 16:29

Geheime Abstimmung

Das wurde in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, die Abstimmung war nicht geheim, für die im Saal anwesenden Personen war ersichtlich wer wie gestimmt hat. Die Aussage "in geheimer Abstimmung" ist falsch.
Karl Graf, Mitglied des Stadtrats
(0)
wue_bb (15 Kommentare) am 22.02.2012 09:59

Gehalt geheim?

Nachdem das Theater und damit auch sein Intendant aus Steuermitteln finanziert wird, bin ich der Meinung, dass ich als Steuerzahler auch das Recht habe, zu erfahren, welches Gehalt ich da mitfinanziere! Die Gehälter anderer im steuerfinanzierten System Beschäftigter sind ja schliesslich auch öffentlich (siehe BAT usw.). Wenn, wie in diesem Fall, öffentlich finanzierte Bezüge geheim festgelegt werden, so dient das bestimmt nicht der Vertrauensbildung gegenüber diesen 'Entscheidungsträgern'!
(3)
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