aktualisiert: 02.12.2009 16:14 Uhr
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KIST/EISINGEN
Westumgehung spaltet Gemeinden
Keine Kompromissbereitschaft bei Gegnern und Befürwortern in Kist und Eisingen
Beim Thema Würzburger Westumgehung (B 26 n) hat sich eine Kluft zwischen Eisingen und Kist aufgetan - fast so breit wie die Autobahn, die zwischen beiden Gemeinden verläuft. Südlich der A3 ist man dafür, nördlich dagegen.
Das wird sich auch so bald nicht ändern, wie kürzlich in den Bürgerversammlungen auf beiden Seiten deutlich wurde.
Gemeinderat Georg Bausewein klang beunruhigt, als er in der Eisinger Erbach-Halle von einer Beiratssitzung des Vereins Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung (B26n) berichtete: Die Umweltverträglichkeitsprüfung sei gemacht, die Ergebnisse würden bald veröffentlicht.
Bei der Planung trete man ins förmliche Raumordnungsverfahren ein: „Das Straßenbauamt hat die Trasse, die zwischen Eisingen und Waldbrunn hindurch geht, als die für den Verkehr günstigste bezeichnet“, sagte Bausewein.
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Vier Routen seien innerhalb des Mittelkorridors und der Nord-Süd-Kombination vorgesehen. Zwei würden zwischen Eisingen und Waldbrunn an die A3 anschließen.
Damit wäre ein hoch sensibles Flora-Fauna-Habitatsgebiet (FFH) nördlich des Autobahndreiecks Würzburg-Süd durchschnitten: „Eisingen ist in den vergangenen Jahren beruhigt worden, dass die Trasse hier nicht verläuft. Doch das waren nur unverbindliche Absichtserklärungen.“
Doch im beginnenden Raumordnungsverfahren könnten die Gemeinden Einwände erheben: „Bisher gab es nur politische Aktionen. Nun beginnt die rechtliche Auseinandersetzung. 2010 müssen wir uns wehren, den Druck aufrecht erhalten“, schwor Bausewein die Eisinger auf das Kommende ein.
Hanne-Birgit Wiederhold-Alt bemängelte, dass bisher nur wenige Eisinger bei Protest-Veranstaltungen gegen die Westumgehung dabei seien. Zusätzlich zum bestehenden Trassenwanderweg solle man zwischen Eisingen und Waldbrunn ein Schild aufstellen. Darauf würden beide Gemeinden deutlich machen, dass sie gegen das Mammut-Projekt sind.
Alfons Hubert begrüßte die kürzlich vom Gemeinderat beschlossene Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine Fotovoltaik-Anlage in der „Einflugschneise“ der Westumgehung. Weitere vorhandene Planungen sollte dorthin verlagert werden, um das Projekt zu verhindern. Und Georg Bausewein hat die „Hoffnung auf seltene Fledermausarten, die in dem FFH-Gebiet leben könnten“.
Keine Annäherung
Ganz anders hörte sich die Diskussion um die Westumgehung in der Kister Bürgerversammlung an. Sebastian Scheder, stellvertretender Vorsitzender der Initiative Pro B 26 n, monierte, dass er kürzlich nicht zu einem Treffen der Bürgermeister und Fraktionssprecher der beiden Gemeinden eingeladen worden sei. Im Kister Rathaus hatten Volker Faulhaber, Ursula Engert und die Gemeinderäte ihre Positionen zur Westumgehung erörtert. Zu einer Annäherung kam es nicht.
Scheder bezweifelte nun, dass der Widerstand gegen die verkappte Autobahn in Eisingen so geschlossen sei, wie offiziell bekundet. Aus Gesprächen mit Eisingern wisse er, dass nicht alle diese Meinung teilten.
Bürgermeister Faulhaber konnte diesen Eindruck nicht bestätigen. Er verspricht sich vom Bau der Westumgehung auch eine Verschwenkung der A 81 nach Westen. Sie würde dann links am Irtenberger Forst vorbeiführen und nicht mehr mitten durch. Das Lärm- und Abgasproblem für Kist wäre kleiner.
Überflüssig?
Übrigens gibt es auf kommunaler Ebene durchaus Versuche, eine Lösung für Befürworter und Gegner der Westumgehung gleichermaßen zu finden. Ursula Engert berichtete in der Eisinger Bürgerversammlung davon, dass sich die Bürgermeister betroffener Gemeinden schon zweimal zusammengesetzt haben.
Von Ortsumgehungen und Ertüchtigung der bestehenden Strecken sei die Rede gewesen. Dadurch würde die vierspurige Bundesstraße überflüssig werden.
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»Alle 18 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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audianer (39 Kommentare) am 07.12.2009 19:26
Wie im KindergartenHallo jemand zuhause ? Ihr werft den B 26n Gegnern vor sie wollen nur die Autobahn nicht vor ihrer Tür. Milchmaderl und Co für was soll so ein Projekt den Sinnvoll sein auser das die Natur zerstöhrt wird ? |
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wolferl (40 Kommentare) am 04.12.2009 08:35
@rosybHaben Sie Ihren Führerschein schon abgegeben? Auch wird Ihnen untersagt, bei anderen im Auto mitzufahren. Ach ja und Urlaub in Malle für immer gestrichen. Außerdem werden wir sämtliche Kohlekraftwerke still legen. Damit sparen wir ca. 46% sämtlicher Kohlendioxidemissionen in Deutschland ein! Gehen Sie doch bitte mit gutem Beispiel voran! Ich denke dann an Sie, wenn ich über die neun Autobahn oder B 26n fahre. |
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chris1982 (134 Kommentare) am 04.12.2009 05:45
@rosyb.Natürlich sind Diese schädlich. Aber die Autoindustrie hat dem Druck nachgegeben und produziert immer Umweltverträgliche Autos. Ich habe nur etwas dagegen, das Autofahren gleich als Klimakiller Nr. 1 gesehen wird. Dem ist definitiv nicht so.Unser Umweltfreundliches Land ist Spitze in Europa was CO2-Emmissionen betrifft. Und das haben wir den Fabriken zu verdanken. Daher sollte man lieber hier anfangen (und nicht noch weitere Braukohlekraftwerke bauen ...). Und wenn jemand unbedingt darauf rumreiten will: Es ist mit Sicherheit verträglicher, wenn der Verkehr flüssig auf der B26n rollt, als wenn er auf der B27 (im Bezug auf MSP) oder sonstigen Gemeindestraßen stockt. Die Westumgehung ist auf jeden Fall ein wirtschaftlicher Gewinn für MSP und die anliegenden Gemeinden. |
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unbekannt (297 Kommentare) am 04.12.2009 00:05
Wo ist der Gutachter?Beziehen Sie sich auf den Geographen oder Elektrotechniker, der gerade mal eine lineare Beziehung zwischen der ersparten Fahrzeit als einzige unabhängige Veränderliche mit dem Faktor 0,3 für den induzierten Verkehr sieht?Wollen Sie mich zum Lachen bringen? Sie dürfen mich ernster nehmen. Zeigen Sie mir den kleinsten Fehler meiner Rechnung, der nur auf Zahlen Ihres BI-Chefs beruht! Es gibt Keinen! |
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rosyb. (13 Kommentare) am 03.12.2009 23:24
Leute, denkt nochmal nachganz kurz zu einigen zum Teil wirklich abwegigen und leider sehr unsachlichen Beiträgen:@chris1982: Autoabgase sind nicht klimaschädlich, sondern nur Fabrikabgase: das meinen Sie nicht ernst, oder? @milchmaderl und peter_pan: Ich habe auf die Karte geschaut. Zwischen dem Dreieck Werneck und dem Dreieck Würzburg-West gibt es eine Autobahnverbindung (A7/A3), die Lücke existiert gerade nicht! Auch die Milchmaderl-Rechnung stimmt nicht, da das Verkehrsaufkommen insgesamt durch die neue Straße höher werden wird.So sagen es die Gutachter. @newsrat: Sie lesen doch Zeitung. Dann lesen Sie doch auch mal die Berichte über die katastrophalen Folgen des Klimawandels, welche bereits heute festzustellen sind, geschweige denn wie sie noch kommen werden. Ihre Verharmlosung ist doch sehr zynisch gegenüber den Betroffenen. Den Empfehlungen von grayjohn schließe ich mich an. Übrigens sind sehr viele Gegener der B 26n auch sonst für die Natur engagiert und müssen sich nicht ständig vorwerfen lassen, aus egoistischen Motiven nur die Straße vor der eigenen Tür abzulehnen. |
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