aktualisiert: 03.02.2012 17:45 Uhr
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Würzburger Woche: Wie man das Gesicht wahrt
In dieser Woche war unser Oberbürgermeister Georg Rosenthal (der Kürze wg. King George) damit beschäftigt, das Gesicht zu wahren, wobei es ihm zweimal leidlich gelang, der dritte Versuch aber gründlich in die Hose ging. Ein dem hohen Amte entsprechendes Gesicht konnte King George machen, als ihm der Regierungsvizepräsident Metschke den Planfeststellungsbeschluss für den Zeller Bock überreichte. Zwei, drei Jahrzehnte hat die Stadt dort Bockmist gebaut, bis die Straße vor zwei Jahren gesperrt werden musste. Nun könnte dieses Jahr der Bau beginnen, doch wohlweislich hat King George nicht darauf gewettet.
Ordentlich zu Gesicht stand King Georg des Weiteren, dass er wieder eine Wettschuld wg. des Hotelturms abtragen konnte. Diesmal belieferte er Uwe Dolata mit einem Fresskorb. Der FWG-Stadtrat und selbst ernannte Korruptionswächter hatte eigentlich 30 Portionen Leberkäse gewettet, doch gottlob davon Abstand genommen. Sonst hätte er ja nach seinem Buch über seinen „leidvollen Weg vom einfachen Alkoholkonsumenten zum süchtigen Trinker“ Band zwei folgen lassen können über den „leidvollen Weg vom einfachen Leberkäsesser zum süchtigen Fresser“.
Den dritten Versuch, das Gesicht zu wahren, wagte King George bei der Gala-Sitzung des Elferrates. Sympathischer Weise hießen Prinz Armin I. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Claudia IV. auch eine Reihe teils prominenter Gäste willkommen, so den Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder als Neandertaler, wobei ein Schalk meinte anmerken zu sollen, es sei keine Verkleidung gewesen, vielmehr komme PauLe aus Gaukönigshofen, und dort liefen alle noch so herum. Gekommen war selbstredend auch Bürgermeister Bauer (der Kürze wg. BümBa), und zwar verkleidet als Bauer, aber nicht als Thüngersheimer Bäuerle, sondern als bayerischer. Jeder andere als BümBa hätte schon ein komplettes Paradekissen gebraucht, um die Lederhose zu füllen.
Natürlich war auch King George da, verkleidet als Bürgermeister mit schwarzem Anzug, roter Schärpe und einem Bocker auf der Duisburger Dauerwelle, was alleine schon zu Frohsinn im Saale führte. Doch sollte er zu später Stunde noch einer wahren Sturm der Heiterkeit entfachen mit seinem Auftritt als„Schönheitskönigin von Schneitzelreuth“. King George trug dazu ein bodenlanges Dirndl, das womöglich schon zu Zeiten seiner Vorgängerin Pia Beckmann gefertigt worden war. Damals als kniefreies Modell. Um das Gesicht zu wahren und der Würde des Amtes wegen beliebte King Georg mit einer Maske auf die Bühne zu treten. Doch die hatte er falsch herum aufgesetzt, sodass die Nasenlöcher nutzlos aus der Stirne stierten. Möglicherweise hatte sich King George in der Garderobe den falschen Spiegel vorgehalten. Oder wollte er uns zeigen, wie hoch er die Nase tragen kann? Man weiß es nicht, jedenfalls war das Fußvolk im Saale nicht mehr zu halten. Was sind diese Duisburger doch für ein lustiges Völkchen!
Von Herbert Kriener
herbert.kriener@mainpost.de
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