aktualisiert: 26.07.2009 17:46 Uhr
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WÜRZBURG
Würzburger helfen Straßenkindern im Kongo
„Mbonda Lokito“: Vor der Abreise zum Hilfsprojekt für Straßenkinder im Kongo
Die Aufregung wächst mit jedem Tag: Am 3. August fliegen die beiden Würzburger Melanie Weisenberger und André Mabiala nach Kinshasa, in die Millionenhauptstadt der Demokratischen Republik Kongo.
Für die Versicherungsangestellte ist es die erste Reise auf den afrikanischen Kontinent, für den Musiker ist es nach 13 Jahren das erste Wiedersehen mit seiner Heimat.
Unterwegs sind die beiden in wichtiger Mission: Sie bringen Hilfe in ein Projekt für Straßenkinder, das sie seit mehreren Jahren von Würzburg aus unterstützen.
„Mbonda Lokito“ heißt der gemeinnützige Verein, der Spenden sammelt und auf die prekäre Lage von Kindern in Kongos Hauptstadt hinweist.
Rund 25 000 leben dort auf der Straße, Mbonda Lokito gibt zurzeit über 50 von ihnen ein Zuhause.
Dabei ist sind Weisenberger und Mabiala schon froh, wenn die Kleinen genug zu essen haben.
Mit durchschnittlich 1,60 Euro pro Tag kann ein Kind versorgt werden.
Dazu kommen Ausgaben für Schulsachen und Bücher. „Aber ein hungriger Bauch hat keine Ohren“ zitiert Mabiala ein bekanntes Sprichwort.
Er weiß um die Schwierigkeiten seines Bruders René, der das Projekt in Kinshasa seit 2004 aufgebaut hat. Deshalb trommelt André Mabiala in Würzburg und Umgebung dafür.
Spenden auf persönlichem Weg
Und das ist wörtlich zu nehmen. Schon etliche Auftritte hat die von ihm vor drei Jahren begründete Trommelgruppe Mbonda Lokito hingelegt, um statt der Gage eine Spende für die Straßenkinder zu erspielen.
Auch für private Anlässe oder Gottesdienste lässt sich die Gruppe buchen. Mittlerweile mischen zwei seiner vier Kinder in der Trommelformation mit.
Percussionlehrer Mabiala (32) lebt seit 1996 in Deutschland, seit 2002 in Würzburg bzw. in Eibelstadt. Melanie Weisenberger ist waschechte Würzburgerin. Sie ist 2007 zu Mbonda Lokito gestoßen, organisiert die Auftritte und verwaltet die Kasse.
Durch die Hilfe aus Würzburg konnte in Kinshasa mittlerweile ein eigenes kleines Zentrum für die Straßenkinder errichtet werden. Noch ist der Bau nicht ganz fertig, aber zumindest Fenster und Türen sind montiert.
Das Dach ist gedeckt. Ein gewaltiger Fortschritt gegenüber den Anfängen des Projektes, als sich die Kinder noch unter einem Mangobaum gesammelt haben.
2007 hat man von Würzburg aus einen Kleinbus in den Kongo geschickt. Er dient mittlerweile neun Mädchen und Buben als Schlafquartier.
Zwischen fünf und 17 Jahre alt sind die Straßenkinder, die bei Mbonda Lokito Aufnahme gefunden haben. Ihre Eltern sind entweder tot oder können nicht für sie sorgen.
Nicht selten müssen die Kinder als Sündenböcke für die Notlage der Erwachsenen herhalten und werden geschlagen.
Zur Ablenkung und Aufheiterung wird im Projekt vom 6. bis 15. August ein Fußballturnier mit acht Jugendmannschaften organisiert.
Die beiden Kongo-Reisenden haben einen spendierten Satz gebrauchter Trikots im Reisegepäck sowie die eigens bedruckten Trikots für das Team des Straßenkinder-Zentrums.
AC Rolly nennt sich die Mannschaft – nach Rolly, dem ersten Sohn von André Mabiala. Aber auch jede Menge Schulmaterial, Stifte und Medikamente gehen am 3. August mit nach Kinshasa.
Drei Wochen bleiben die beiden Würzburger vor Ort. „Ich bin total neugierig“, sagt Versicherungsfrau Melanie Weisenberger. Zusammen mit Mabiala hofft sie, dass bis zu ihrem Aufbruch vielleicht noch die eine oder andere Spende eingeht (Konto s. unten).
So könnte das Geld auf dem direktesten Wege zu den Kindern gebracht werden.
Im Blickpunkt
Mbonda Lokito e.V. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Würzburg unterstützt Straßenkinder in Kinshasa.
Nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird den Kindern Mut gemacht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und sich eine eigene Existenz aufzubauen.
Spendenkonto: Nr. 44 640 993, Sparkasse Mainfranken (BLZ 790 500 00), für Spendenquittung vollständigen Absender angeben.
Infos bei Melanie Weisenberger, Tel. (0931) 27 12 02, oder André Mabiala, Tel. (0 93 03) 98 17 59. E-Mail: mbondalokito@aol.com Weitere Infos im Internet:
www.mbonda-lokito.com
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