publiziert: 05.05.2011 11:00 Uhr
aktualisiert: 05.05.2011 11:03 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text OBERPLEICHFELD
Zu viel Frischwasser im Kanal

Oberpleichfelder sollen 100 000 Euro bezahlen – Gemeinde fordert weitere Untersuchungen
  • Sturm Emma fällte 2008 bei Oberpleichfeld Pappeln: Im Wurzelstock ist deutlich zu erkennen, dass auch ein Entlüftungsrohre vom Abwasserkanalsystem umgerissen wurde. Nun vermuten die Oberpleichfelder, dass damals weitere Schäden am Rohrsystem entstanden sein könnten.
    Foto: rainer weis
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Das 1000-Seelen-Dorf hat Ärger mit seinem Kanalsystem. Vom Abwasserzweckverband wurde der Gemeinde Anfang des Jahres mitgeteilt, dass laut Berechnung der Firma Auktor die Gemeinde nicht nur Schmutzwasser, sondern auch 33 Prozent Quell und Grundwasser einleite und somit einen Betrag von über 100 000 Euro zu zahlen habe. Dies veranlasste Bürgermeister Raimund Hammer dazu, Vertreter der Firma zur Oberpleichfelder Ratssitzung einzuladen.

Nach der Präsentation der Zahlen war der Gemeinderat entsetzt und verlangte eine nochmalige Befahrung der Kanal-Strecke Dipbach-Oberpleichfeld mit einer Kamera, um Schäden aufzuspüren. Ferner hatten Gemeinderäte Zweifel an der Genauigkeit der Messgeräte.

Abgerissene Rohre

Oberpleichfelder vermuten, dass Ende Februar 2008 der Sturm Emma, der 20 Pappeln an der Pleichach entwurzte, dabei auch die dort verlaufenden Kanalrohre beschädigte. Damals ragte riesiges Wurzelwerk neben dem Flussbett scheibenförmig in die Höhe. Auf Bildern ist zu erkennen, dass dabei auch die Entlüftungsrohre des Abwasserkanalsystems mit umgerissen wurden. Welche Schäden dabei entstanden sind, ist bis dato nicht bekannt.

Hammer sagte in der Gemeinderatssitzung: „Es ist unbestritten, dass die Gemeinde an ihrem örtlichen Kanalsystem einiges tun muss. Aber die jüngste Befahrung des Kanalabschnittes Dipbach-Oberpleichfeld hat ergeben, dass an einigen Stellen das Rohr undicht ist und dort Wasser mit einem Liter pro Sekunde eindringt. Ob dies in unmittelbarem Zusammenhang mit dem beim Sturm Emma beschädigten Lüftungs- oder Kanalsystem zu sehen ist, kann nicht beantwortet werden, aber einiges deutet stark darauf hin“.

Zum zweiten wurde den Räten mitgeteilt, dass die sechs Messstellen nicht kallebriert waren und sich auch von dieser Seite Messfehler eingeschlichen haben. In wie weit dieser Fehler in die Auswertung der Fremdwasserproblematik eine Rolle spielt, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall sind die Messwerte anzuzweifeln, da nicht korrekt gemessen wurde. Der Gemeinde Oberpleichfeld wurde Anfang des Jahres mitgeteilt, dass aufgrund der Berechnungen von 33 Prozent Fremdwasser ein Betrag von über 100 000 Euro anstehe.

Der Gemeinderat ist jedenfalls der Meinung, dass das nicht sein kann und hat Bürgermeister Hammer beauftragt, beim Abwasserzweckverband die Ungereimtheiten nochmals vorzutragen. Gemeinderat Norbert Reichert brachte es auf den Punkt: „Alle Gemeinden im Verband sollten ihr örtliches Kanalsystem überprüfen und nachweisen, dass kein Fremdwasser einfließt. Außerdem soll der Abwasserzweckverband sein Kanalsystem besser in den Griff bekommen und über die Abrechnungsmodalitäten nachdenken“.

Abwasserzweckverband Obere Pleichach

1600 Kubikmeter Brühe täglich

Der Abwasserzweckverband der vier Gemeinden Hausen, Bergtheim, Oberpleichfeld und Unterpleichfeld betreibt die Kläranlage Obere Pleichach in Burggrumbach. Vorsitzender des Kläranlagenverbandes ist Bürgermeister Fredy Arnold aus Unterpleichfeld.

Die Kläranlage ist für 1600 Kubikmeter Schmutzwasser pro Tag ausgelegt.

Von den vier Mitgemeinden werden aber erhebliche Mehrmengen eingeleitet. Das heißt, die Anlage arbeitet an ihrer Höchstgrenze. Es wird zudem angenommen, dass rund 400 Kubikmeter Frischwasser pro Tag einfließt. Das Frischwasser verdünnt zu sehr das Schmutzwasser mit der Folge, dass die biologische Reinigung im Klärwerk beeinträchtigt wird.

Von unserem Mitarbeiter Rainer Weis
    
    

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