aktualisiert: 16.02.2009 18:37 Uhr
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WÜRZBURG
s.Oliver Flagshipstore: So oder so?
Dunkle oder helle Fassade für das neue Haus am Markt: Heute entscheidet der Stadtrat
Nach dem umstrittenen Forum-Bau am unteren Markt schaut Würzburg nun auf den oberen: Dort wächst in den kommenden Wochen das neue Vorzeige-Geschäft des Modeunternehmens s.Oliver. Fragt sich nur, in welcher Farbe – grau wie das Forum oder in einem helleren Naturstein? Der Stadtrat beschließt heute.
Der Zeitplan ist ambitioniert: Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft will das Modeunternehmen s.Oliver sein neues Vorzeige-Geschäft, den Flagship-Store am oberen Markt, mit einer Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern eröffnen.
Es handelt sich erneut um eine städtebaulich sensible Stelle.
Deshalb hatte das Rottendorfer Unternehmen einen Architektenwettbewerb ausgelobt.
Auf Bitte der Stadt wurde der Siegerentwurf noch leicht überarbeitet:
Die Fenster fallen jetzt etwas filigraner aus. Ferner wurde der „Monitor“, eine Art Schaufensterturm an der Ecke von Markt und Schönbornstraße, leicht verschlankt.
Er funktioniert optisch wie ein Gelenk, um eine Verbindung der Dachlandschaft vom Kaufhof zum Café Michel zu schaffen.
Nicht weniger prägnant für den Elf-Millionen-Euro-Bau sind Fassade und Dach. Beide sollen mit dem gleichen Naturstein verkleidet werden.
Nach bisherigen Animationen war von einem hellen Stein auszugehen. Vor wenigen Tagen nun wurden auf der Baustelle drei mögliche Musterungen präsentiert: ein gelblicher Creme Royal (spanischer Kalkstein), ein ähnlich heller Travertin und ein grauer Stein aus heimischem Krensheimer Muschelkalk – so wie er auch für den Forum-Bau verwendet wurde.
Vor allem weil er pflegeleichter ist, möchte der Bauherr gerne auf den grauen Krensheimer Muschelkalk zurückgreifen. Obwohl ursprünglich ein Sandstein vorgesehen war.
Technische Probleme sprächen nun dagegen. Dies sagte Ralf Ulrich Kapfer, Prokurist der von s.Oliver beauftragten Development Partner AG, beim Ortstermin mit Stadtrat, Oberbürgermeister und Baureferent.
Der Stein müsse beständig gegen Frost und Verschmutzung sein – und dürfe nicht gerade Graffiti-Sprayer einladen.
Auch bei den benachbarten Gebäuden von K+L und Marco Polo findet sich ähnlicher Muschelkalk. Daran habe man sich orientiert.
„Der Stein ist typisch für die Region, beständig und unauffällig“, argumentiert Kapfer. Damit bekomme das Haus eine gewisse Eigenständigkeit, ohne dominant zu werden.
Auf 300 Quadratmetern wird der s.Oliver-Flagship-Store mit dem Naturstein verkleidet, allein 80 Quadratmeter entfallen auf das Dach.
Im Mai soll der Rohbau stehen. Der Bauherr drückt aufs Tempo. Laut Kapfer müsse die Entscheidung über Fassaden- und Dachverkleidung noch im Februar fallen.
Sonst sei die Fertigstellung in diesem Jahr nicht mehr möglich. OB Georg Rosenthal, der das Projekt wie die große Mehrheit des Stadtrates grundsätzlich unterstützt, will eine gesonderte Abstimmung über Fassade und Dach.
Auf die Beratung im Bauausschuss am heutigen Dienstag (15 Uhr) darf man gespannt sein.
Unterdessen wird im Internet auf „mainpost.de“ schon munter über die Farbgebung diskutiert. Dabei stößt das angedachte „Mausgrau“ nicht gerade auf Begeisterung.
Außerdem gelinge es Würzburg zu wenig, alte und neue Bausubstanz zu versöhnen, lautet eine der Kritiken.
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