Hafensommer

Würzburg, 24.7.-15.8.2012
Hafensommer
    
publiziert: 20.07.2011 18:11 Uhr
aktualisiert: 21.07.2011 15:29 Uhr
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Kulturspeicher bleibt verhängt

Lamellen-Affaire: Neue Details und neue Widersprüche – Kosten stehen nicht fest
  • Baustelle Kulturspeicher: Vorne laufen Aufbauarbeiten für den Hafensommer, hinten verdecken Netze die Fassade des Speichers.
    Foto: Thomas Obermeier
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Wenn am Freitag das kulturelle Highlight Hafensommer eröffnet wird, können die Besucher außer der Kunst auf der Hafenbühne auch den verhängten Kulturspeicher bestaunen. Denn Teile der Stein-Fassade des städtischen Gebäudes liegen immer noch am Boden. Warum, ist weiter unklar.

Klar ist lediglich, warum die Steine an den Kopfbauten im Oktober demontiert wurden: Da in den Stein-Lamellen seit Jahren Tauben nisteten und die Glasscheiben in dieser Zeit nicht gesäubert wurden, musste ein Drittel abgenommen werden, um die Fenster gründlich zu reinigen und eine Taubenvergrämung anzubringen. 200 000 Euro hat die Stadt für die Baustelle veranschlagt. Ob das reicht, weiß man noch nicht.

Genauso offen wie die Kostenfrage ist die Frage, warum die 130-Kilogramm-Steine nicht, wie ursprünglich geplant, sofort nach der Reinigung wieder montiert worden sind. Während diese Zeitung berichtet hatte, die Steine können nicht wieder aufgehängt werden, erklärt die Stadt den Baustillstand mit „Verbesserung“: Damit die Steine künftig leichter abgenommen werden können, „optimiere“ man die bisherige Aufhängung. Statt bislang vier Befestigungen hinten, sollen dann zwei vorne die 130-Kilo-Lamellen tragen.

Nach Informationen dieser Zeitung liegt die Ursache des Problems darin, dass die Stein-Fassade 2002 gar nicht so gebaut worden ist, dass ein Drittel von ihr ab- und wieder aufgehängt werden kann. Diese Vermutung hat das Rathaus zunächst dementiert. So betonte Rathaussprecher Georg Wagenbrenner am 24. Mai: „Von Beginn an, war eine Demontage einzelner oder auch vieler Steinlamellen vorgesehen und möglich.“

Jetzt antwortet Wagenbrenner auf die Frage, ob man 2002 auch eine alternative, fensterputztauglichere Fassade hätte einbauen können: „Die jetzt geplante und in Prüfung befindliche Aufhängung stand damals für den Architekten, den Bauherren und die ausführende Firma nicht zur Debatte. Im Übrigen sah die ursprünglich geplante turnusmäßige Reinigung in kurzen Zeitintervallen eine Demontage der Lamellen nicht vor.“

Auch die Vermutung, dass das Aufhängesystem der Steine beschädigt ist und sie deshalb seit zehn Monaten nach einer neuen Art der Befestigung gesucht wird, dementiert Wagenbrenner: „Gelockerte Anker wurden bei der Demontage nicht festgestellt.“

Gleichzeitig schreibt er, dass die Stein-Lamellen unter anderem auch deshalb nicht wieder so aufgehängt werden, wie bisher, „weil die seinerzeit verwendeten Anker nicht mehr verfügbar sind“. Für was bräuchte man diese, wenn die abmontierten doch gar nicht beschädigt sind?

Diese und andere Fragen werden vielleicht beantwortet, wenn die Steine von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart untersucht worden sind. Ergebnisse waren zuletzt für Anfang Juli angekündigt, jetzt wurden sie laut Pressestelle um „einige Wochen“ verschoben.

Von unserem Redaktionsmitglied MANUELA Göbel
    
    

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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

alhambra (39 Kommentare) am 21.07.2011 23:20

Genau, was ist mit der Haftung der Architekten?

Wenn die preisgekrönten Architekten das so geplant haben, dass man die Fenster nie putzen kann und auch die Lamellen nicht ohne Probleme abmontieren und wieder anbringen kann, ist das Ganze nicht gebrauchstauglich. Dann müssen jetzt die Architekten für die Folgekosten aufkommen, die ja nie entstanden wären, wenn man die Fenster hätte putzen können.
Das ist dann eine glatte Fehlplanung und das Honorar dafür muss um die nachträglichen Kosten gekürzt werden. Es kann ja wohl nicht sein, dass dafür wieder der Steuerzahler aufkommt! Wofür bekommen die Architekten sonst ihr fettes Honorar? Dann hätte es gleich ein Maurer planen können. Der hätte es besser und billiger geplant, nämlich mit gesundem Menschenverstand, dass man Fenster auch irgendwann putzen muss und dass in solchen Nischen natürlich immer Tauben nisten.
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unbekannt (667 Kommentare) am 21.07.2011 08:04

Eine Zumutung

Ich beurteile die Aussagen der Stadt als pure Verarschung um von der gebauten Scheiße abzulenken.
Warum haben die Stadtverantwortlichen anscheinend kein Interesse an Schadensersatz? Ich denke mir meinen Teil. Ändern tut's leider nix.
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nabravo (510 Kommentare) am 21.07.2011 00:19

hirnlose planungen sind keine seltenheit

man kann vom kulturspeicher über das Glasdach vom Marktplatz bis zur neuen strabalinie zur uni alles finden - das ganze spektrum. zahlen tut es der bürger mit löchrigen strassen und ewig dauernden baustellen in würzburg.
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rhoenwasser (97 Kommentare) am 20.07.2011 21:42

Seit wann

leisten Stadträte, referenten oder von der Stadt beauftragte Architekten Schdenersatz? Sie verprassen unser sauer verdientes Steuergeld, ohne dafür belangt werden zu können. Lasst den Architekten, der den Schwachsinn verbrochen hat, jedes halbe Jahr die Fenster auf eigene Kosten putzen. Und die Wasserträger dürfen die Stadträte spielen.
(2)
1934 (283 Kommentare) am 21.07.2011 06:20

Die Rechtslage

bezüglich des Schadensersatzes bei gegebenen Baumängeln ist eindeutig. Das Problem ist nur, dass innerhalb der Stadtverwaltung und des Stadtrates kein Interesse daran besteht, die Rechte der Bürger zu sichern bzw. durchzusetzen. Gemeinhin spricht man in solchen Fällen von Korruption bzw. Betrug.
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