Kiliani-Volksfest

aktualisiert: 29.06.2011 16:00 Uhr
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WÜRZBURG
Termin-Kollision: Kiliani-Gaudi beim Hafensommer
Traditionsvolksfest startet eine Woche später – Referent Kleiner will Rummel leiser machen
Mitten in einem leisen Klassikstück des Philharmonischen Orchesters Würzburg, das vor 1500 Kulturfans im Alten Hafen spielt, legen die Troglauer Buam im Kiliani-Festzelt über dem Main los, und die Bässe der Musikanlagen aus vielen Karussells wummern auf dem Festplatz. Kann nicht sein, das ist eine Fiktion, werden viele sagen. Doch Hafensommer und Kiliani kommen sich sehr nahe am Wochenende 22. bis 24. Juli. Das größte Volksfest der Region geht da nämlich in seine Endphase, während der Würzburger Hafensommer seinen Auftakt nimmt.
Warum kollidieren die beiden Veranstaltungen plötzlich, die einen festen Platz nacheinander im Jahreskalender haben? Die meisten Feste richten sich nach den kirchlichen Feiertagen. So fängt das Schweinfurter Volksfest immer einen Tag nach Fronleichnam an. Das ist in diesem Jahr der 24. Juni. Kiliani richtet sich nach dem Kalender und fängt laut städtischer Satzung immer am Freitag vor dem 8. Juli an, dem Tag des Festpatrons Kilian. Das Volksfest hätte am 1. Juli beginnen müssen.
Und hätte sich dann an dem Wochenende mit Schweinfurt überschnitten, das wegen der spät im Kalender liegenden Feiertage erst am 4. Juli endet. Etwa 25 Prozent der Schausteller, die lange Jahre auf Kiliani sind, haben ihre Karussells auch in Schweinfurt stehen und hätten so nicht kommen können.
Stadt um Lösung gebeten
Schausteller-Sprecher Heiner Distel: „Wir haben die Stadt als Veranstalterin um eine Lösung gebeten.“ Außerdem würde beim ursprünglichen Termin der Abbau des Umsonst & Draussen-Festivals mit dem Kiliani-Aufbau kollidieren, denn die Rock-Veranstaltung steigt in diesem Jahr vom 23. bis 26. Juni. Das Musikfestival blockiert noch Tage danach die Mainwiesen.
Im Mai 2010 hatte sich der Stadtrat mit dem heiklen Thema befasst. Der Verwaltungsvorschlag: Verlegung des Volksfestes um eine Woche nach hinten ab 8. Juli. Der Rat stimmte zu. Wie wollen die betroffenen Referenten Muchtar Al Ghusain (Hafensommer) und Wolfgang Kleiner (Kiliani) das Problem der Überschneidung lösen?
„Schausteller und Kiliani-Festwirt müssen ihr Geschäft machen, und wir müssen unsere Leute bedienen, aber das bekommen wir hin“, ist sich Al Ghusain sicher. Glücklich ist der Kulturreferent natürlich nicht über das Zusammentreffen. Den Hafensommer verschieben kam nicht in Frage, die Veranstaltungen haben lange Vorlaufzeiten. Nächste Idee: Auslagerung für drei Tage? Geht auch nicht, der Auftakt muss am 22. Juli sein, denn das Sinfonische Orchester des Mainfranken Theaters, das den ersten Auftritt bestreitet, geht dann in die Sommerpause. „Außerdem brauchen wir eine große Fläche wegen des Andrangs beim Auftakt“, sagt der Kulturreferent.
Rock meets Classic
Er will jetzt dem Volksfest mehr als unverstärkte Orchesterklänge entgegensetzen. Am ersten Abend spielt gemeinsam mit den Sinfonikern eine Rockband nebst Sänger. „Damit erreichen wir eine größere Lautstärke.“ Am Samstag und Sonntag spielen lautere Bands mit Verstärkeranlagen, und das Kiliani-Feuerwerk soll ein Discjockey im Alten Hafen musikalisch einbinden. Al Ghusain setzt außerdem auf die Lärmdämmung durch die Hafenmole.
Kommunalreferent Kleiner führt Gespräche mit Schaustellern und der Würzburger Hofbräu als Zeltbetreiberin. Sein Ziel: das Kiliani-Fest an den letzten drei Tagen am Abend für zwei Stunden etwas leiser zu machen. „Wir müssen einen Kompromiss für das Volksfest finden“, sagt er. Ein Zeitfenster also, in dem die Musik nicht so laut spielt. Das gelte dann auch für den Festplatz. Hofbräu-Geschäftsführer Michael Krasser bestätigt Gespräche und findet die Überschneidung „unglücklich“. „Wir haben die Situation nicht heraufbeschworen.“ Einen wirklichen Lösungsansatz sieht er noch nicht. „Das ist das Hauptwochenende für Schausteller und das Festzelt. Da geht es um richtig große Umsätze.“ Die Würzburger Hofbräu sei trotzdem bemüht, aber es werde schwer.
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Die neuesten Kommentare
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klausburkard (874 Kommentare) am 05.02.2011 09:19
warum eigentlich solcheinen großen Wirbel um ein so großes Traditionsfest wie Kiliani? Überall finden immer wieder Volksfeste statt, überall leben eigentlich die Veranstalter ganz gut vom Umsatz. Es wäre zu überlegen, die Preise von Getränken und Essen oder in den Schaustellerbuden mal etwas zu senken, vielleicht kämen dann auch wieder mehr Leute auf's Kiliani. Wenn z. B. eine vierköpfige Familie einen Tag aufs Kiliani geht hören doch bestimmt 100,-- Euro und mehr den Schlag nicht. Wenn ich für die Maß Bier schon einen horenten Preis zahlen muß, dann frag ich mich schon, ob ich mich ins Zelt setze und dann noch den Krach der lauten Verstärker anhören muß oder nicht. Und mal ehrlich: es ist doch auch auf dem Festplatz immer das gleiche Niveau. Man kennt schon die Plätze an dem die einzelnen Schausteller ihre Ware anpreisen. Mal was ganz neues wäre auch nicht verkehrt anzubieten. |
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Karl-Sebastian (38 Kommentare) am 28.01.2011 07:43
"und manche sind gleicher".Also gibt es doch Veranstaltungen während Kiliani auf öffentlichen Grund! Der Veranstalter muss nur die Stadt selbst sein. Bei diesen Terminschwierigkeiten sieht man nun auch die Probleme der Vereine in diesem Jahr. Aber diese dürfen nicht feiern. Wenn ein Verein ein Fest mit Hinweis auf den tollen Blick zum Kilianifeuerwerk veranstalten würde, wäre der Aufschrei bei den Schaustellern groß. Ich bin mir aber sicher, dass das Kulturamt die Konkurrenz zu Kiliani nicht unbedingt sucht. Nur sollten dann aber für alle die gleichen Regeln gelten. Hebt das unsägliche Festverbot für Vereine auf öffentlichem Grund während Kiliani auf! Liebe Stadträte, zeigt endlich mal wirklich die "Stadt mit Weltniveau", die Ihr so propagiert. Solche Verbote gibt es in keiner anderen Großstadt. |
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giraffe (479 Kommentare) am 04.02.2011 23:25
Wohersoll das ""Weltniveau"" bei den Wzbg.Stadträten und der Verwaltung denn herkommen??Den Niveau-Level bestimmen allerdings diese Intelligenzler wöchentlich selbst;nicht "bösartige"Kommentatoren. |
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