Kiliani-Volksfest

aktualisiert: 10.07.2011 20:29 Uhr
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WÜRZBURG
Kiliani-Auftakt nach Maß: 110000 Besucher in drei Tagen
Nichts zu meckern gibt es für Wirte und Schausteller nach den ersten drei Kiliani-Tagen: Bei bestem Volksfest-Wetter kamen Jung und Alt am Wochenende in großer Zahl auf die Talavera. Alexander Hofmann, der städtische Kiliani-Beauftragte, schätzte bis Sonntagabend knapp 110 000 Besucher. Eine Zahl, auf die sich gut aufbauen lasse.
„Das war der beste Kiliani-Auftakt, seit wir dabei sind“, freute sich denn auch Festwirt Michael Hahn, der das Kiliani-Bierzelt im dritten Jahr betreibt, am frühen Sonntagnachmittag. Zu diesem Zeitpunkt war der Festplatz schon wieder sehr gut frequentiert, viele Familien nutzten das warme Wetter zu einem ausführlichen Volksfest-Ausflug, bis gegen 17.30 Uhr ein Regenguss die Euphor
ie et was bremste. Trotzdem: Auch Schausteller-Sprecher Heiner Distel sprach von einem „guten Start“.Die Kiliani-Mischung aus ultramodernen Fahrgeschäften und traditioneller Volksfest-Unterhaltung funktioniert. Eher für junge Menschen geeignet: Der Cyberspace, der seine Fahrgäste nicht nur auf 50 Meter Höhe hievt, sondern sie auch kurzfristig auf das Mehrfache des Körpergewichts beschleunigt. „Das war der absolute Hammer. Ich bin noch nie etwas so Krasses gefahren. Da drückt es einem ja fast die Augen raus“, sagte der 21-jährige Tobi aus Estenfeld nach seinem Sturzflug über der Talavera. Sein Kumpel Sascha (21) aus Höchberg erklärt, warum er den „Cyberspace" jederzeit wieder fahren würde: „Das macht man für den Adrenalin-Kick. Es hat funktioniert.“
Kontrastprogramm gleich gegenüber: Hier versuchen etwas ältere Männer, große Nägel mit nur drei Hammerschlägen bis zum Kopf in einem Holzbrett zu versenken. Wer's schafft, hat freie Auswahl bei den Gewinnen. Fast schon Volksfest-Nostalgie nur ein paar Meter weiter: Wahrsagerin Novredana liest die Zukunft aus der Hand oder den Tarot-Karten. Tradition wie die beliebte Kinder-Achterbahn „Wilde Maus“ oder der „Playball“: Die auf der Talavera stets präsente Wildwasserbahn läuft in diesem Jahr unter dem Motto „Der Schuh des Manitu“.
Als eines der modernsten Laufgeschäfte derzeit gilt das „Pirates Adventure“, das die Besucher sieben Minuten lang in die Welt der Freibeuter entführt. „Wir sind über Wasser und Steine gelaufen, und dann kam ein Plastik-Krokodil. Und die Piraten haben geredet“, erzählt die zehnjährige Jasmina aus Würzburg. Ihr Fazit: „Es war gruselig, aber es war auch schön.“
Eine andere traditionelle Attraktion lockte am Samstag zahlreiche Zuschauer an. Beim farbenfrohen Kiliani-Trachtenumzug zogen 45 Musikgruppen und Trachtenvereine aus ganz Franken von der Residenz durch die Innenstadt zum Festplatz auf der Talavera. Bei über 30 Grad in der Sonne hatten es die gut 1500 Teilnehmer offenbar besonders eilig: In weniger als 30 Minuten waren alle Gruppen durch. „Die rennen ja heute so“, sagte eine ältere Dame zu ihrem Begleiter.
Die Bilanz von Festwirt Michael Hahn, in dessen Zelt am Samstagabend viele Gäste auf einem guten Dutzend Fernsehschirmen das Scheitern der deutschen Fußball-Frauen im WM-Viertelfinale miterlebten: „Stimmung und Atmosphäre sind gut. So kann es weitergehen.“
Das Kiliani-Volksfest dauert bis einschließlich Sonntag, 24. Juli. Der Festbetrieb läuft Montag bis Donnerstag von 14 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag von 14 bis 1 Uhr und an den Sonntagen von 13 bis 24 Uhr. Jeweils am Mittwoch ist Familientag mit um die Hälfte reduzierten Fahrpreisen. Am Sonntag, 17. Juli, wird im Festzelt ab 9 Uhr geboxt, am Abschlusstag findet zum ersten Mal ein Kiliani-Oldtimertreffen statt.
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