Rechtsextreme Mordserie
Fakten, Hintergründe, Reaktionen

BERLIN
Keine Spur und keine Fehler
Das erste Opfer der Neonazi-Mordserie kannte Bayerns damaliger Innenminister Günther Beckstein (CSU) persönlich: Ein türkischstämmiger Blumenhändler in Nürnberg wurde am 9. September 2000 niedergeschossen – von damals unbekannten Tätern. Der Mord sei direkt vor seiner Haustür passiert, erzählt Beckstein am Donnerstag vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss.
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GEMÜNDEN/MÜNCHEN
Vorbestrafter Neonazi Martin Wiese in Gemünden vor Gericht
Der rechtsextreme Martin Wiese, eine Führungsfigur der Neonazis in Bayern, muss sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Gemünden (Lkr. Main-Spessart) verantworten.
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BERLIN
Untersuchungsausschuss zu Neonazi-Morden: Kritik an Ermittlern
Bei den ersten Zeugenvernehmungen im Untersuchungsausschuss zur Neonazi-Mordserie ist eine mangelnde Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden deutlich geworden. So kamen bayerische Beamte der Zwickauer Terror-Zelle wohl deshalb nicht frühzeitig auf die Spur, weil sie die Täter im Großraum Nürnberg vermuteten. Durch diese Fokussierung habe es keinen Blick nach Sachsen oder Thüringen gegeben, wo das Terror-Trio ebenfalls Spuren hinterließ, sagte der Grünen-Obmann in dem Bundestagsgremium, Wolfgang Wieland. „Dieser Fehler hat sich verhängnisvoll ausgewirkt.“
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BERLIN
Merkel bittet Neonazi-Opfer um Verzeihung
Mit einer bewegenden Trauerfeier in Berlin und Gedenkveranstaltungen im ganzen Land haben Politik und Bevölkerung der Opfer der rechtsextremistischen Mordserie gedacht. Kanzlerin Angela Merkel bat die Angehörigen um Entschuldigung, weil Ermittler sie zum Teil über Jahre zu Unrecht der Verbrechen verdächtigten.
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WÜRZBURG/SCHWEINFURT
Schweigen für die Opfer
(wolf/hh/noh) An diesem Donnerstag, 23. Februar, 12 Uhr, steht die Zeit still. Zum Beispiel im Meininger Theater. Sie ist das Kostbarste, über das der künstlerische Spielbetrieb verfügt, aber der aktuelle Anlass hat Gewicht: das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt. Die Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben zum Schweigen gegen Rechts aufgerufen. Viele sind dem gefolgt – hier ein Auszug der vielen Aktionen in der Region:
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Standpunkt: Überfällige Bitte um Verzeihung
Es gehört zum Wesen von Rücktritten, dass sie manchmal irgendwie zum falschen Zeitpunkt stattfinden. Denn Christian Wulff hatte die Integration zu seinem wichtigsten Anliegen gemacht, die Trauerfeier für die Opfer der Neonazi-Bande war seine Idee: Es dürfte dem Ex-Präsidenten gut getan haben, dass sich Ismail Yozgat bei ihm „von ganzem Herzen“ bedankt hat, sich als Wulffs Gast fühlte, ihm seine Bewunderung zollte. »mehrVerbeugung vor den Opfern rechten Terrors
Gedenkfeier in Berlin: Angehörige der Toten rufen zum Einsatz gegen Hass und Gewalt auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt die kaltblütigen Morde „eine Schande für unser Land“. »mehr
DÜSSELDORF
Mutmaßlicher Terrorhelfer verhaftet
In einem Altbau im von vielen Ausländern bewohnten Düsseldorfer Arbeiter-Stadtteil Oberbilk liegt die Wohnung von Carsten S. (31). Vor wenigen Tagen noch hatten Ermittler in Karlsruhe eine Spur des braunen Terrors nach Düsseldorf bestritten, doch am Mittwoch schlug die Eliteeinheit GSG 9 genau dort zu. S. wurde als mutmaßlicher Mordhelfer der Zwickauer Terrorzelle festgenommen. Er sei dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord der rechtsextremen NSU geleistet zu haben, so sieht es die Bundesanwaltschaft inzwischen.
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BERLIN
Bundestag beschließt Neonazi-Untersuchungsausschuss
Untersuchungsausschüsse im Bundestag und im Thüringer Landtag werden mögliche Pannen der Sicherheitsbehörden bei den Neonazi-Morden aufarbeiten. Beide Parlamente votierten am Donnerstag jeweils einstimmig für die Einsetzung der Gremien.
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MAIN-SPESSART
Rechtsextreme als Weihnachtsmänner unterwegs?
Haben sich Rechtsextremisten als Weihnachtsmänner verkleidet und in der Adventszeit Plätzchen sowie Flugblätter an verschiedenen Orten in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg verteilt? Nachdem dies so von rechtsextremistischen Kreisen verbreitet wird, möchte der Sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Harald Schneider (Karlstadt), Auskunft von der Staatsregierung erhalten.
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KARLSRUHE
Neuer Schlag gegen Neonazis
Neuer Fahndungsschlag gegen den Neonazi-Terror: Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch in drei Bundesländern Wohnungen und Geschäfte mutmaßlicher Unterstützer des Zwickauer Terror-Trios durchsucht. Mittlerweile werden Ermittlungsverfahren gegen elf mutmaßliche Unterstützer der Gruppe geführt, wie Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch in Karlsruhe sagte. Das sind vier mehr als bislang bekannt. Die Helfer sollen unter anderem Schusswaffen und Sprengstoff für die als „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) agierende Gruppe beschafft haben.
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MAINFRANKEN
Woran erkennt man Neonazis?
Vom eindeutigen "88" für "Heil Hitler" bis zum unaufälligen "Thor Steinar"-Pullover - die rechtsextreme Szene benutzt eine Vielzahl an Symbolen, Codes und Erkennungszeichen. Viele sind für Außenstehende auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen, verfehlen damit jedoch ihre Wirkung innerhalb der Szene und gegenüber Opfergruppen nicht. Hier erfahren Sie, wie man Neonazis anhand von Kleidungsstilen, Musikvorlieben oder typischen Verhaltensweisen erkennt.
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WÜRZBURG/MÜNCHEN
„Mein Kampf“ bald am Kiosk?
Nazi-Parolen an Gebäuden in Weißenburg, Anschläge auf Autos in Fürth und Weißenohe, ein Überfall auf eine Silvesterparty der alternativen Szene in Ansbach – wiederholt kam es in den vergangenen Wochen in Franken zu Anschlägen auf Aktivisten gegen den Rechtsextremismus. In diese Meldungen und weitere über Konsequenzen aus dem Versagen der Behörden im Fall der Zwickauer Naziterror-Zelle platzte die Ankündigung des britischen Verlegers Peter McGee. Der will am 26. Januar Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“ auszugsweise und „mit Begleittext“ in seiner Wochenzeitung „Zeitzeugen“ an deutsche Kioske bringen.
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BERLIN
Kabinett will Datei über Rechtsextremisten einrichten
Die Morde der Zwickauer Zelle haben eine Schwachstelle der deutschen Sicherheitsarchitektur in schockierender Weise offengelegt: Häufig arbeiten die Behörden nur nebeneinander her anstatt zusammen.
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KARLSRUHE
Zschäpe droht Mordanklage
Die mutmaßliche Rechtsextremistin Beate Zschäpe ist nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft bis zum Schluss in der Zwickauer Terrorzelle aktiv gewesen. „Aufgrund der weiteren Ermittlungen sind wir überzeugt, dass sie die terroristische Vereinigung NSU mitbegründet hat und sich auch bis zum Ende an ihr beteiligt hat“, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Marcus Köhler, in Karlsruhe. Die inhaftierte 36-Jährige muss nun befürchten, auch wegen versuchten Mordes angeklagt zu werden.
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BERLIN
Untersuchungsausschuss zu Neonazis
Ein Bundestags-Untersuchungsausschuss und eine Expertenkommission von Bund und Ländern werden die Ermittlungspannen rund um die Neonazi-Morde politisch aufarbeiten. Darauf einigten sich die Parlamentarischen Geschäftsführer aller Bundestagsfraktionen nach wochenlangem Tauziehen am Freitag in Berlin.
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Zwickau (dpa)
Polizistenmorde in Augsburg und Heilbronn: offenbar kein Zusammenhang
Bei einer 36-Jährigen mit Kontakten zur Neonazi-Szene laufen die Fäden im Heilbronner Polizistenmord zusammen - und von dort ins Leere. Etliche frische Spuren haben die Ermittler inzwischen gefunden, den Zusammenhang aber nicht.
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ERFURT
Staatsgeld für Neonazis
Es klingt nach einer weiteren Panne der Verfassungsschützer: Ende der 90er Jahre wollten Geheimdienstler den Zwickauer Neonazis Geld für gefälschte Pässe übermitteln. Damit wollten sie ihre Decknamen erfahren.
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Berlin (dpa)
Verfassungsschutz soll Polizei sabotiert haben
Nach dem Abtauchen des Neonazi-Trios im Februar 1998 soll das Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz einzelne Fahndungsmaßnahmen der Polizei sabotiert haben.
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MÜNCHEN
Landtag gedenkt Opfern der Neonazi-Morde
In einer bewegenden Gedenkveranstaltung hat der Bayerische Landtag am Dienstag der Opfer der rechtsextremen Zwickauer Serienmörder gedacht. Fünf der zehn bekannten Getöteten mit türkischen und griechischen Wurzeln kamen aus München und Nürnberg. „Hinter uns liegen schockierende, verstörende Wochen“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) in ihrer Rede. Die Morde der Neonazis „haben auch im Bayerischen Landtag Fassungslosigkeit und Entsetzen ausgelöst“, so die Würzburgerin.
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NÜRNBERG
Braune Helfer aus Franken
Das Neonazi-Trio aus Zwickau soll bei seinen zehn Morden und zwei Sprengstoff-Anschlägen Komplizen aus Franken gehabt haben. Darauf weisen Zeugenaussagen eines Szene-Insiders gegenüber den Ermittlern der Soko „Trio“ hin.
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ASCHAFFENBURG
Offenbar rechtsextreme Attacke auf SPD-Büro
Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Sonntag ein Loch in die Fensterscheibe des Aschaffenburger SPD-Bürgerbüros in der Goldbacher Straße geschlagen. Außerdem brachte der Täter an dem Briefkasten einen NPD-Aufkleber an.
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BERLIN
Neue Mittel im Kampf gegen Nazis
Das besonders heikle Thema soll beim traditionellen Kamingespräch am Abend aufgerufen werden: Wie weiter in der Frage eines möglichen NPD-Verbots? Es gibt Skeptiker und Befürworter unter den Innenministern, die heute in Wiesbaden zu ihrer traditionellen Herbsttagung zusammenkommen.
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BERLIN
Neuer Verdacht gegen Neonazis
Im Zuge der Ermittlungen gegen die rechtsextremistische Terrorzelle aus Zwickau verfolgen die Fahnder jetzt weitere Spuren ins Saarland. Die Behörden prüfen, ob das Neonazi-Trio nicht nur mit dem Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung 1999 in Saarbrücken zu tun haben könnte, sondern auch mit einer Serie von Brandstiftungen in Völklingen. Medienberichten zufolge soll eine türkisch-islamische Gemeinde in Völklingen ein Exemplar der Bekenner-DVD erhalten haben, die die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe verschickt hat. „Wir verfolgen viele Spuren“, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Das Bundeskriminalamt ermittele.
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JENA/MÜNCHEN
Rockstars gegen Rechts
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) drückt in der Frage eines NPD-Verbots aufs Tempo: Er setzt auf den gemeinsamen Einsatz aller Länderminister für ein NPD-Verbot – und plädiert für die Einleitung eines neuen Verbotsverfahrens bereits im ersten Halbjahr 2012. „Es ist mir ein starkes Anliegen, dass wir ein klares Signal geben, dass wir ein neues Verfahren für richtig, notwendig und geboten halten“, sagte Herrmann mit Blick auf die Innenministerkonferenz nächste Woche.
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WÜRZBURG
Auch unter Frauen gibt es fanatische Neonazis
„Neonazi, männlich, Anhänger des Neonazismus“. Das Wort steht seit 1986 im Rechtschreibduden. Doch ist Neonazismus ein männliches Phänomen? Wie stark ist die weibliche extrem rechte Szene, gerade auch in Franken? Wir sprachen darüber mit der Journalistin Andrea Röpke. Ihre aufwändigen Inside-Recherchen im Neonazi-Milieu wurden in TV-Magazinen wie „Panorama“, „Monitor“ oder „Stern“ veröffentlicht.
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WÜRZBURG
Übersicht: Organisationen rechtsextremer Frauen in Deutschland
Sie trägt farblich gedeckte Kostüme mit knöchellangen Röcken. Gezielte Provokationen hört man nicht von ihr. Wohl aber harte Wortbeiträge wie diesen: „Wen interessiert es denn, welcher Panzer vor Stalingrad stand, wenn heute (...) die Arbeitsplätze nach Osten und unsere Kinder nach Westen abwandern“. So beschreibt Andrea Röpke, die Autorin des Buches „Mädelsache“ die weibliche Landtagsabgeordnete der NPD, Gitta Schüßler. . Diese war einst Bundessprecherin des Rings Nationaler Frauen (RNF), einer Unterorganisation der NPD. Der RNF ist eine von folgenden Gruppierungen, die in der extrem rechten Frauenszene bekannt sind:
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KARLSRUHE
NPD und NSU hatten enge Beziehungen
Der Generalbundesanwalt rechnet mit weiteren Belegen für die Nähe der Neonazi-Terrorzelle zur NPD. Die Festnahme des früheren NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben am Dienstag weise klar in diese Richtung, sagte Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, ergänzte: „Wir werden noch weitere Beziehungen zur NPD entdecken.“ Zur weiteren Aufklärung setzen die Ermittler jetzt auf eine öffentliche Fahndung. Etwa eine Handvoll weiterer Verdächtiger sei im Visier.
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Berlin (dpa)
Chronologie: Tagebuch des Terrors
Innerhalb weniger Tage führt ein Bankraub auf die Spur einer Mordserie, die das Land erschüttert. Tag für Tag kommen neue Einzelheiten über die Neonazi-Gruppe aus Zwickau ans Licht:
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ERFURT/JENA
Strippenzieher der Neonazi-Szene
Ende vergangener Woche hatte sich Ralf Wohlleben noch sicher gezeigt: Für seine Verhaftung würden die Beweise des Bundeskriminalamtes nicht reichen, sagte er vor Journalisten. Die Ermittler hatten an diesem Tag seine Wohnung in Jena durchsucht. Nicht einmal eine Woche später hat sich das Blatt für den 36-Jährigen gewendet.
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BERLIN
Chancen für NPD-Verbot steigen
Die Verhaftung eines Ex-NPD-Funktionärs als mutmaßlicher Helfer der Neonazi-Terrorzelle erhöht nach Einschätzung führender Politiker die Chancen für ein NPD-Verbot. „Das ist jetzt ein Beweis, der erbracht worden ist, dass die NPD eine verfassungswidrig handelnde Partei ist“, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums für Geheimdienste (PKGr), Thomas Oppermann (SPD), am Mittwoch. Unionsfraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) sagte, die NPD spiele mit ihren extremistischen Auffassungen und Aktivitäten eine Rolle, „die mit den grundlegenden Prinzipien des Grundgesetzes nicht vereinbar ist“.
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KARLSRUHE/BERLIN
Mutmaßlicher Neonazi-Helfer Wohlleben gefasst
Die Polizei hat einen weiteren mutmaßlichen Helfer des Zwickauer Neonazi-Trios gefasst. Spezialeinheiten nahmen am frühen Dienstagmorgen den langjährigen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben in Jena fest. Der 36-Jährige sei dringend verdächtig, die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) unterstützt zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
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BERLIN/DRESDEN
NPD mit gewaltbereiten Neonazis vernetzt
Die Mordserie einer Gruppe von Neonazis hat die rechtsextremistische NPD in Bedrängnis gebracht. Der neue Parteichef Holger Apfel wittert ernste Gefahr, denn die Gewalttaten der braunen Szene liefern den Befürwortern eines NPD-Verbots weitere Munition.
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BERLIN
Weiterer Nazi-Verdächtiger in Haft
Ein weiterer mutmaßlicher Helfer der Neonazi-Terroristen ist gefasst. Das Polizei-Spezialkommando GSG 9 nahm den 32 Jahre alten Andre E. am Donnerstag in Brandenburg fest. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, ein Propagandavideo für die terroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) produziert zu haben.
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OBERWEISSBACH
Kannten Nazis die Polizistin aus Oberweißbach?
In Oberweißbach, dem Heimatort der im Jahr 2007 erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter, wurde gerade die Weihnachtsbeleuchtung am Rathaus montiert. Aber auch deren Lichter werden die Fragen nicht erhellen, die derzeit den 1800-Seelen-Ort umtreiben. Warum wurde Michele getötet? Wo ist das Motiv?
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BERLIN
Neuer Anlauf für ein NPD-Verbot
In eindringlicher Form hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die demokratischen Parteien zum vereinten Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen. „Diese Taten sind nicht mehr und nicht weniger als ein Angriff auf unser demokratisches Gemeinwesen“, sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag mit Blick auf die Neonazi-Mordserie, die zwischen den Jahren 2000 und 2007 acht türkischstämmige und einen griechischen Kleinunternehmer traf sowie eine junge Polizistin. Die Kanzlerin rief die demokratischen Parteien auf, im Kampf gegen Rechts die Taktik zurückzustellen.
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BERLIN
Bundestag bekennt Scham über Rechtsterror
Es war, als sei dem Bundestag der eigene Mut nicht geheuer gewesen. Da schafften die Fraktionen mal eine gemeinsame Entschließung gegen Rechtsterrorismus, zum ersten Mal überhaupt zusammen mit den Linken. Und dann prügelten sich alle in der Debatte doch wieder um die Frage, wer was verharmlost und welche Gewalt wohl gefährlicher sei – die von Links oder die von Rechts.
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BERLIN/HEILBRONN
War Heilbronner Polizistenmord eine Beziehungstat?
Das Puzzle fügt sich Teil für Teil zusammen. Viereinhalb Jahre nach dem Polizistenmord von Heilbronn taucht ein neuer Verdacht auf: War es eine Beziehungstat? Die Polizei hatte das bisher ausgeschlossen.
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BERLIN
Nazi-Mordserie: Braune Helfer und blinde Behörden
Auch eineinhalb Wochen nach Aufdeckung der Neonazi-Mordserie rätseln die Sicherheitsbehörden über das gesamte Ausmaß der rechtsextremistischen Verbrechen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) befürchtet, dass die kriminellen Netze um Drahtzieher und Helfershelfer im braunen Milieu größer und gefährlicher sind, als bislang angenommen.
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BERLIN
Neonazi-Zelle noch größer?
Die Neonazi-Terrorzelle aus Zwickau, der zehn Morde zur Last gelegt werden, ist möglicherweise größer als bekannt. Die Ermittler haben neben den beiden bereits Verhafteten zwei weitere Personen im Visier. Das Ausmaß der Unterstützung stellt für die Ermittler ein Rätsel dar. „Das kann auf ein Netzwerk hinauslaufen“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke.
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„Wir haben in alle Richtungen ermittelt“
Die Mordserie hat Schwächen bei den Ermittlungen enthüllt. Wir sprachen mit Bayerns Innenminister Herrmann (CSU). »mehr
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Der rechte Terror und seine Helfer
Schlimm genug, dass eine rechtsradikale Mörderbande über Jahre hinweg unbehelligt Menschen in Deutschland töten konnte. Was aber seit der zufälligen Enttarnung der Gruppe Tag für Tag bekannt wird, verschlägt einem fast die Sprache. Eine Ermittlungspanne jagt die andere. Da saß ein Beamter des Verfassungsschutzes in einem Internetcafé, wenige Minuten bevor die tödlichen Schüsse auf dessen Inhaber fielen. Noch immer ist nicht geklärt, ob V-Leute des Verfassungsschutzes im Umfeld der Täter agierten.
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Mythos V-Mann
Arbeit der Nachrichtendienste: Verbindungsmänner sind manchmal das einzige Mittel, Zugang zu streng abgeschotteten Gruppen zu bekommen. »mehr
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Neonazis unter Beobachtung
Neue Datei: Der Innenminister und die Justizministerin sind sich bei der Datensammlung über die rechte Szene nicht einig. Auf jeden Fall soll die Verknüpfung von Informationen besser werden.
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BERLIN
Wer in Deutschland überwacht
In Deutschland sind verschiedene Behörden für die Abwehr von Gefahren und für die öffentliche Sicherheit zuständig. Die Aufgaben und Befugnisse von Polizei und Geheimdiensten sind dabei strikt getrennt.
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UNTERFRANKEN
Deutschlands braune Seite
Die Gefahr rechten Terrors ist nicht gebannt: Mitwisser und Mittäter der mutmaßlichen Zwickauer Terrorzelle könnten weiter frei herumlaufen. Der Ruf nach Konsequenzen wird lauter.
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BERLIN
Neonazi-Mordserie wirft viele Fragen auf
Die Neonazi-Mordserie gibt weiter Rätsel auf. Auch wenn täglich neue Details bekanntwerden – das Puzzle passt an vielen Stellen nicht zusammen:
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(2) Netz-gegen-Nazis: "NPD-Verbot würde Grundproblem nicht ändern"
Das unter anderem vom Verlag "Die Zeit" unterstützte "Netz gegen Nazis" klärt seit 2008 im Internet über Rechtsextremismus auf. Chefredakteurin Simone Rafael (37) ist davon überzeugt, dass ein NPD-Verbot nichts bringt. »mehr
BERLIN
Ein Netzwerk rechten Terrors
Die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ hat sich bei ihrer beispiellosen Mordserie womöglich auf weit mehr Helfer stützen können als bisher bekannt. Wegen möglicher Verstrickungen stellen Koalition und Opposition V-Leute des Verfassungsschutzes in der rechtsextremen Szene immer stärker infrage. Der Ruf nach grundlegenden Reformen des Verfassungsschutzes wird lauter. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit eines neuen Anlaufs für ein NPD-Verbotsverfahren.
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BERLIN
Dokument der Unmenschlichkeit
Es sind Bilder voller Bösartigkeit, Hass und Menschenverachtung: das Bekennervideo der Neonazis, auf deren Konto vermutlich Morde an neun Ausländern und einer Polizistin zwischen 2000 und 2007 gehen. Rosarot lächelnd führt die Trickfilmfigur Paulchen Panther 15 Minuten lang durch eine Art Show, in der die Ermordeten verhöhnt und präsentiert werden. Dem „Spiegel“ liegt die DVD vor. Die Bilder sind tief verstörend, die Montage ist bizarr.
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BERLIN/KARLSRUHE
„Rechtsterrorismus“ in Deutschland
Nach der deutschlandweiten Mordserie an acht Türken und einem Griechen sprechen Bundesanwaltschaft und Bundesregierung erstmals ausdrücklich von Rechtsterrorismus. Ermittler nahmen am Sonntag einen mutmaßlichen Komplizen des Neonazi-Trios fest, das für die als Döner-Morde bekannt gewordene Serie verantwortlich sein soll. Zudem sei die Wohnung des 37-Jährigen bei Hannover durchsucht worden, hieß es in einer Mitteilung.
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BERLIN
Aufklärung vom Verfassungsschutz gefordert
Die Hinweise auf einen rechtsextremistischen Hintergrund der sogenannten Döner-Mordserie hat Sicherheitsbehörden und Politiker aufgeschreckt. Viele reagierten am Wochenende überrascht und schockiert auf die Wende bei den Ermittlungen zu den Morden an acht Türken, einem Griechen und einer Heilbronner Polizistin zwischen 2000 und 2007.
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Berlin (dpa)
Neue Dimension bei Rechtsterror befürchtet
Die spektakuläre Wende in der Döner-Mord-Serie, die möglicherweise auf das Konto von Neonazis geht, alarmiert Ermittlungsbehörden und Politik.
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Berlin (dpa)
Chronologie: Mordserie könnte 2000 begonnen haben
Der Mord an einer Polizistin in Heilbronn steht nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft wahrscheinlich im Zusammenhang mit weiteren Gewalttaten. Die Serie könnte im Jahr 2000 begonnen haben. Ein Rückblick:
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