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publiziert: 12.12.2011 12:05 Uhr
aktualisiert: 13.12.2011 15:26 Uhr
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Stromfressende Betriebe wollen Netzgebühren abwälzen

Viele energie-intensive Betriebe wollen sich von den Stromnetzgebühren befreien lassen. Für die Verbraucher könnte diese Entwicklung noch stärker steigende Strompreise zur Folge haben.

  • Strommasten Viele energie-intensive Betriebe wollen sich von den Stromnetzgebühren befreien lassen. Für die Verbraucher könnte das noch stärker steigende Strompreise zur Folge haben. Foto: Patrick Pleul/Archiv
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Bis Anfang Dezember gingen beim Wirtschaftsministerium nach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» (Montag) bereits 159 Anträge auf eine vollständige Befreiung ein. Die Zeitung beruft sich auf die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle.

Laut Bericht liegt die Zahl der Anträge auf Befreiung von den Stromnetzgebühren deutlich über den Angaben der Industrieverbände. Die sechs Verbände der energie-intensiven Industrie hätten Ende November von 20 Unternehmen gesprochen, die befreit würden. «Die Industrie versucht, uns mit falschen Zahlen zu manipulieren», sagte Nestle dazu.

Die seit August geltende neue Stromnetzentgeltverordnung befreit Unternehmen mit einem hohen Verbrauch fast komplett von den Netzgebühren - und das rückwirkend für das laufende Jahr. So müssen zum Beispiel Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden pro Jahr am Netz hängen und mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen, gar keine Netzentgelte mehr zahlen.

Die Kosten werden auf die Verbraucher umgewälzt. Geschätzt wird, dass die Strompreise nur durch diese Kosten um 0,75 bis knapp 1,0 Cent pro Kilowattstunde steigen könnten. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 3500 bis 4000 Kilowattstunden pro Jahr würde der «Netzaufschlag» bis zu 40 Euro mehr pro Haushalt bedeuten.

    
    

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»Alle 21 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

grayjohn (1547 Kommentare) am 12.12.2011 13:37

Also in dem Maß wie die Subventionen bei Erneuerbaren Energien abgebaut werden, gehören die Stromgroßverbraucher an den Netzkosten beteiligt. Bei den übrigen Infrastrukturmerkmalen wie Rechtsstaat, Qualifikation der Arbeitskräfte, Transportwege, Ver- und Entsorgung sagen sie schließlich auch gerne "Ja bitte".
(0)
OPS (839 Kommentare) am 12.12.2011 14:00

Was meinen sie?

Hallo grayjohn

Mir war nicht bekannt, dass Subventionen bei Erneuerbaren Energien in Deutschland abgebaut werden. Bitte nennen sie mir ihre Quellen.
(0)
grayjohn (1547 Kommentare) am 12.12.2011 15:43

Soweit ich das EEG interpretiere

sinkt der Zuschuss für jedes Jahr späterer Inbetriebnahme um einen bestimmten Prozentbetrag und geht bei jedem Anlagenbetreiber nach 20 Jahren auf Null.
(0)
OPS (839 Kommentare) am 12.12.2011 16:07

Das ist richtig

Die Idee dahinter war die:
Am Anfang sind Erneuerbare Energien noch ineffizient und teuer. Darum werden sie gefördert.
Jedes Jahr soll nun die Produktion und Ausbeute von Erneuerbaren Energien steigen, so dass eine neuere Anlage zwar weniger Zuschuss braucht, aber dafür auch weniger kostet und/oder eine höhere Ausbeute hat.
So bleibt quasi der "Netto-Gewinn" für die Anlagenbetreiber gleich.
Am Ende der Finanzierung- so die Idee- sind Erneuerbare Energien so fortschrittlich, dass sie auch ohne Unterstützung durch das EEG konkurrenzfähig sind.

Das Gesetz wurde so von Rot-Grün gedacht und umgesetzt.

Es ging dabei um die gezielte Förderung einer Technologie mit dem Ziel den Klimawandel zu stoppen ohne ein unendlich bestehendes Subventionsgrab zu erzeugen.

Erneuerbare Energien werden nicht im Wortsinne subventioniert, sondern "gefördert".
Der Unterschied ist, dass bei Subventionen der Staat das Geld von den Bürgern als Steuern nimmt und direkt das Geld an die Subventionierte Sache weitergibt.

Beim EEG, muss das EVU (ob es das will oder nicht) den sehr hohen, nicht konkurrenzfähigen Strom vom Erzeuger kaufen und in sein Netz einspeisen. Da EVUs keine gemeinnützigen Organisationen sind, holen sie sich die Mehrkosten vom Stromkunden zurück. (Man Stelle sich vor, ein Gemüsegroßhandel mit eigener Hochleistungslandwirtschaft müsste sehr viel teureres Bio-Gemüse von jedem Kaufen der ihnen welches anbietet, und sie dürften ihr eigenes Gemüse erst verkaufen wenn das Bio-Gemüse alle ist).

Der wichtige Unterschied zu einer Steuer ist der, dass niemand, wie bei Subventionen, auf die Politik schimpft (die verprassen unsere Steuergelder!), sondern auf die EVUs (die erhöhen unsere Preise!).

Eine Win-Win-Situation für fast alle Beteiligten. Die Politik fördert ein Ideologieprojekt und "schafft" neue Arbeitsplätze (die so lange bestehen wie die Förderung fließt), aber da sie keine Steuern dafür erhalten oder ausgeben, beschwert sich niemand bei der Politik über die Kosten.
Der Besitzer einer Anlage kann sich über stetig sprudelnde, steuerfreie Gewinne freuen, egal wie betriebswirtschaftlich unsinnig seine Unternehmung ist.
Die EVUs können ihre Preise erhöhen, zusätzlich zur EEG-Umlage noch ein wenig mehr Aufwandsentschädigung. Dass man sie dafür hasst ist Unternehmen egal. Unternehmen haben im Kapitalismus die Aufgabe Gewinn zu erwirtschaften.

Der einzige der dabei nicht gewinnt ist jeder der weder Politiker ist, noch Besitzer Erneuerbarer Energien noch EVU. (also ca. 95% der Bevölkerung) Sie bezahlen nämlich das ganze.
Ach nein- quatsch. Natürlich haben die auch was davon: Einen geretteten Planeten.
Danke!
(1)
OPS (839 Kommentare) am 12.12.2011 16:09

Ein kleiner Fehler

Richtig muss es heißen:
Der wichtige Unterschied zu einer Subvention ist der, dass niemand, auf die Politik schimpft (die verprassen unsere Steuergelder!), sondern auf die EVUs (die erhöhen unsere Preise!).

Original:
Der wichtige Unterschied zu einer Steuer ist der, dass niemand, wie bei Subventionen, auf die Politik schimpft (die verprassen unsere Steuergelder!), sondern auf die EVUs (die erhöhen unsere Preise!).
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