Energie

aktualisiert: 27.12.2011 14:41 Uhr
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GEROLZHOFEN
Mehr als ein kurzes Strohfeuer
Zu Pellets gepresste Halme haben hohen Heizwert und sind wertvolles Einstreumaterial
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Das Pelletier-Mobil: Eine Gruppe interessierter Landwirte begutachtet auf dem Hof von Werner Herbert in Zeilitzheim den Prozess vom Stroh zum Pellet. Der Maschinenring Gerolzhofen (im Bild mit Geschäftsführer Roland Kukoll, links, und Zweitem Vorsitzenden Johannes Prowald, Dritter von links) sorgte dafür, dass die Maschine im erstmals Raum Gerolzhofen Station machte.Fotos: Norbert Finster -
Brennstoff oder Einstreu: So sehen die Strohpellets aus der Nähe aus.
Stroh hatte in der Landwirtschaft vorübergehend nur eine geringe Bedeutung. Manche Landwirte ließen es bei der Getreideernte gleich draußen auf dem Feld und pflügten es ein. Das hat sich geändert. Denn es gibt jetzt eine technische Möglichkeit, Stroh mit hohem Druck zu kleinen Pellets zu pressen, die sich sowohl als Heizmaterial als auch als Einstreu für Pferde und Rinder eignen.
Mehr als 20 Landwirte aus dem Bereich des Maschinenrings Gerolzhofen hatten Interesse an diesen Pellets bekundet, sowohl als Strohlieferanten als auch als Abnehmer. Deswegen ließ Geschäftsführer Roland Kukoll das Pellet-Mobil zu einem Probelauf aus der Gegend von Frankfurt auf den Hof des Zeilitzheimer Landwirts Werner Herbert kommen.
Zum einen kann das zu rund zwei Zentimeter langen Pellets gepresste Stroh ein alternativer und regenerativer Brennstoff mit hohem Heizwert sein. Das Schüttgut aus Getreide- oder Rapsstroh, Micanthus oder Dinkelspelzen hat einen Heizwert von 4,5 bis 4,7 Kilowattstunden je Kilogramm. Das kommt fast an Holzpellets (4,7 bis 4,9 Kilowattstunden) heran.
Roland Kukoll stellt einen Vergleichswert auf: „Stroh von zwei bis drei Hektar Ackerfläche hat, zu Pellets verarbeitet, den Brennwert von so viel Heizöl, wie eine vierköpfige Familie im Jahr verbraucht.“ Zum Verfeuern der Pellets genügt eine normale Feststoffheizung.
Eine zweite wichtige Funktion der Pellets ist die Verwendung als saugstarkes Tiereinstreu. Voraussetzung: Die Pellets sollen ein Naturprodukt sein, also ohne Bindemittel und sonstige Zusatzstoffe gepresst werden. Das Produkt kann dann ein Ersatz für Sägemehl sein, das immer knapper wird. Denn auch dieses Material wird häufig zu Holzpellets verarbeitet. „So kommen wir oft nur noch an minderwertiges, feuchtes oder schon angeschimmeltes Sägemehl“, berichtet Roland Kukoll. Das enthalte außerdem mitunter spitze Späne oder Spreißel, an denen sich zum Beispiel Milchkühe mit ihren Eutern verletzen können.
Pellets als Einstreu haben gegenüber Stroh oder Sägemehl also viele Vorteile: Sie sind – auch im Hinblick auf das Ammoniak im Stall – saugfähiger und hygienischer, weil beim Pressen eine hohe Temperatur entsteht, die Keime und Sporen im Stroh abtötet.
Die Pellets haben außerdem ein geringeres Lagervolumen, entwickeln keinen Staub im Stall und bereiten dem Landwirt weniger Entsorgungsaufwand. Am Ende schließlich sind die Pellets auch noch ein gutes Düngemittel. Die Grundeinstreu beträgt in der Rinderhaltung 50 bis 75 Kilogramm je Liegeplatz, die Nacheinstreu 15 bis 20 Kilo je Woche und Platz.
Die gut 18 Meter lange Pelletier-Maschine kann Quader und Rundballen mit Heu oder Stroh verarbeiten. Das Material sollte nicht mehr als 15 Prozent Feuchtigkeit enthalten, also trocken und wegen der Gefahr des Schimmelbefalls nicht in Freien gelagert sein.
Ob die Maschine demnächst wieder einmal im Gerolzhöfer Land stationiert wird, entscheiden im Prinzip einerseits die Strohbesitzer, für die die Abgabe von Material fürs Pelletieren ein schönes Zubrot bedeutet, andererseits diejenigen, die sich für die Nutzung der Pellets als Heizstoff oder Einstreu interessieren. Der Maschinenring wird jetzt alle Aufträge sammeln und dass Mobil bei ausreichend Bedarf wieder auf einem Hof im Einzugsgebiet stationieren.
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