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publiziert: 22.11.2011 19:22 Uhr
aktualisiert: 22.11.2011 23:12 Uhr
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Kartellamt nimmt Sprit-Preise ins Visier

Oberster Wettbewerbswächter: Fünf Tankstellenketten beherrschen den Markt
  • Muss das sein? Hohe Spritpreise ärgern die Autofahrer.
    Foto: dpa
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Die Autofahrer in Deutschland sind aus Sicht des Bundeskartellamts den fünf großen Tankstellenketten ausgeliefert. Diese bildeten ein „wettbewerbsloses Oligopol“ und beherrschten damit den Markt. Behördenchef Andreas Mundt sagte am Dienstag in Berlin: „Man müsste über Maßnahmen nachdenken, um in dieses in sich ruhende Oligopol ein bisschen Unruhe hineinzubringen.“ Die Mittel der Wettbewerbshüter reichten dafür nicht. Das Kartellamt warnt auch vor Wettbewerbsverzerrungen durch die Förderung erneuerbarer Energien.

Mundt warf Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total vor, freien Tankstellen Kraftstoff zu teuer zu verkaufen und so die Konkurrenz zu schwächen. Die Fünf änderten ihre Preise häufig nahezu zeitgleich und nach einem immer wiederkehrenden Muster. Erhöhungen seien anders als behauptet nicht immer auf höhere Nachfrage zurückzuführen, kritisierte Mundt. „Ostern wird nicht mehr getankt als zu anderen Zeiten.“

Mundt forderte, die erneuerbare Energie in den Markt zu integrieren. „Da muss die Politik vielleicht ein bisschen mutiger werden.“ Derzeit herrsche in dem Bereich Planwirtschaft statt Marktwirtschaft. Die Förderung von Strom aus Sonne, Wind und Wasser sei aber zu hoch. Der Preis dafür bilde sich zu wenig am Markt. „Wir werden auch in Zukunft konventionelle Kraftwerke brauchen, aber sie werden sich nicht mehr lohnen“. Er stellte aber klar: „Der Atomausstieg ist langfristig gut für die Wettbewerbsstruktur.“ Er senke den Einfluss der großen vier Energiekonzerne in Deutschland. Mundt forderte aber eine intensivere Kontrolle des Wettbewerbs durch eine neue Markttransparenz-Stelle.

dpa
    
    

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»Alle 13 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

231156 (108 Kommentare) am 23.11.2011 10:38

Leidiges Thema!

Solange unsere Oberen ( Politiker und Wirtschaftbosse ) ihren Sprit in ihren Benzinfressern nicht selber bezahlen müssen, sondern wir dämlichen Steuerzahler deren Sprit bezahlen, werden die Mehreinnahmen aus den hohen Spritpreisen für die deutsche Schuldenpolitik dringend benötigt und es wird sich nichts ändern.

Wohl dem deutschen Michel!!

PS: Es geht auch anders, schaut mal nach Ägypten

W. S.
(1)
klosterschueler (493 Kommentare) am 25.11.2011 12:56

Die 1%-Regelung bei Dienstwagen

ist eines der größten Hindernisse, den Durchschnittsverbrauch pro Pkw in Deutschland zu senken.
Den Dienstwagen - Fahrern ist der Verbrauch völlig egal und diese Fahrzeuge verstopfen dann relativ preiswert den Markt für ökologisch sinnvollere Fahrzeuge.
Außerdem muss sich die Autoindustrie ja auch kaum anstrengen den Effektivverbrauch Ihrer schweren Schlitten real zu senken, es reicht ja wenn der sogenannte Norm-Verbrauch schön aussieht!
(0)
grayjohn (1547 Kommentare) am 25.11.2011 11:26

Völlig richtig

Ich bin sogar der Meinung, dass alle unsere Politiker/innen per Gesetz verpflichtet werden müssten, den ÖPNV zu nutzen oder ihre individuelle Anreise selbst zu bezahlen, ohne dafür einen Ausgleich zu bekommen.

Dann bekämen wir vielleicht endlich eine bessere Bahn (bei der Neubauprojekte auf die Optimierung der Infrastruktur und nicht des Inhalts der Großkopferten-Geldbeutel ausgerichtet würden) - aber auf dieses Wunder werden wir wohl vergeblich warten...
(0)
schonda (1146 Kommentare) am 23.11.2011 08:49

Dummer Autofahrer

Was nützts, wenn ALLE die sich hier aufregen weiter bei den teuren - (allen voran der Preistreiber Shell !! ) weitertanken u. nicht ihre Macht als Verbraucher einsetzen. Die allermeisten Aufreger über Spritpreise sind zu faul 1 Km zur billigsten Tankstelle zu fahren, kaufen aberpreisbewusst bei Aldi u. Lidl ein ! Beim Sprit hört man dann : "..ach die 2cent/Liter machen mich nicht arm..." Auch Freitags ab 12 Uhr steigt wegen dem zu erwartenden Feierabend der Spritpreis.Da stehen dann doch die dümmsten Autofahrer bei Shell an ! Irgendwie Schwachsinn u. stinkfaul eine billigre zu nehmen. Mit genau dieser Faulheit wird bei den Abzockern gerechnet. Was meint ihr was mit dem Spritpreisen passiert, wenn keiner mehr bei den "Teuren" tankt ? Eben - die Preise fallen, weil die MÜSSEN ja verkaufen u. zusätzlich fahren die Heuschrecken hohe Verluste ein ! Wenn das dauerhaft durchgezogen wird, vergeht denen die Spekulationslust ! Solange noch soviele Autofahrer bei Shell & Co tanken ist das Gejammer über teuren Sprit nur Gelalle von "dumm-faulen" die selbst Schuld sind !
(1)
drkiesel (72 Kommentare) am 23.11.2011 10:42

"Die allermeisten Aufreger...

...über Spritpreise sind zu faul 1 Km zur billigsten Tankstelle zu fahren..."

Das aber ist doch genau das Problem! Meist sind es doch mehrere Kilometer zur nächsten freien, "billigeren" Tankstelle. Und mit jedem gefahrenen Kilometer sinkt die Ersparnis - und da sind der zusätzliche Verschleiß und der Zeitaufwand noch gar nicht mit drin. Aber ich gebe Ihnen im Prinzip schon recht! Wir Verbraucher müssten uns anders verhalten und konsequent die billigsten Tanken in der Region für einen längeren Zeitraum anfahren - und nicht nur ein paar wenige. Nur wie soll das funktionieren, wenn der Unterschied bei einer Tankfüllung für ca. 90 € lediglich 1-2 € ausmacht? Das ist für viele scheinbar nicht genug Anreiz.
(0)
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