aktualisiert: 21.05.2010 21:02 Uhr
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WÜRZBURG
Südafrika feiert seine Freiheit
Africa Festival: Das Gastgeberland der Fußball-WM steht bis Pfingstmontag in Würzburg im Mittelpunkt.
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Hoch hinauf: Adesa, die Akrobaten aus Ghana, holten sich bei der Eröffnung Unterstützung aus dem Publikum.FotoS: NORBERT SCHWARZOTT -
Ausgezeichnet: Vusi Mahlasela und Kulturministerin Lulu Xingwana aus Südafrika.
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Strahlend: Zwei Händlerinnen auf dem Basar bieten Holzköpfe feil.
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Erfrischend: Bei der Eröffnung gab es Tee mit Pfefferminze.
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Groovig: Dady Mimbo aus Kamerun eröffnete den Reigen auf der offenen Bühne.
Südafrika gilt als eine Lokomotive für den südlichen Teil Afrikas und vielleicht des ganzen Kontinents. Wie viel Fahrt diese Lokomotive wenige Wochen vor der ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika aufgenommen hat, aber auch, welche historischen Lasten das Land noch zu ziehen hat – das wurde am Freitag bei der Eröffnung des 22. Africa Festivals in Würzburg deutlich. Über 250 Künstler und rund 100 000 Besucher werden auf den Talavera Mainwiesen bis Pfingstmontag erwartet. Das Festival hat diesmal Südafrika zum Schwerpunkt gemacht – nicht nur musikalisch, sondern auch politisch.
Politisch? Die jahrzehntelange Unterdrückung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, die Menschen verachtende Rassentrennung des Apartheid-Systems, der unerschrockene Kampf gegen die Diktatur und schließlich die Befreiung und Demokratie: Das ist der Stoff, aus dem südafrikanische Musiker ihre Geschichten schreiben. Voran die 2008 verstorbene „Mama Africa“ Miriam Makeba, an die bei der gestrigen Eröffnung gleich mehrfach erinnert wurde. „Sie ist eine Tochter Südafrikas und sie ist eine Tochter der ganzen Welt“, sagte Südafrikas Kunst- und Kulturministerin Lulu Xingwana, die mit einer zwölfköpfigen Delegation nach Würzburg angereist war.
Fünfmal war Makeba am Main aufgetreten. Seit 2009 arbeiten der finnische Regisseur Mika Kaurismäki und der südafrikanische Produzent Don Edkins an einer Dokumentation über ihr Leben und Wirken. Im vergangenen Jahr hatten sie dazu auf dem Festival das Gedenkkonzert gefilmt. Ausschnitte zeigen die Filmemacher an diesem Wochenende. Sich politisch einzumischen, aufzustehen gegen das Unrecht – das gilt in gleichem Maße für Jonas Gwangwa, eine südafrikanische Jazzlegende. Die Ministerin hatte den Posaunisten und seine Gattin als Ehrengast mit nach Würzburg gebracht. Und hier – dies zeigt die Wertschätzung für das Festival – überreichte sie ihm einen eigens ausgelobten Preis für sein Lebenswerk. Ministerin Xingwana, sie gehört Nelson Mandelas African National Congress (ANC) an, würdigte nicht nur die Musik Gwangwas. Er habe sein Talent in den Dienst des Befreiungskampfes gestellt. Der lange Kampf gegen die Apartheid, das Erbe der Rassentrennung – die Vergangenheit scheint auf dem Weg Südafrikas in die Zukunft allgegenwärtig zu sein. Und die Regierenden lassen im Fokus der nahen Weltmeisterschaft keine Gelegenheit aus, um der Welt mit Stolz von ihrer demokratischen Revolution zu künden. So hatte die Kulturministerin am Freitag mit dem Jazzmusiker Don Laka einen weiteren politisch engagierten Künstler an ihrer Seite. Er ist im gleichen Township in Pretoria aufgewachsen wie Vusi Mahlasela, der dort noch heute lebt.
Der musikalische Freiheitskämpfer begann am Freitagabend im großen Zirkuszelt den viertägigen Konzertreigen. Mit gewaltiger ausdrucksstarker Stimme hatte er sich zuvor bei der offiziellen Eröffnung in die Herzen der Gäste gesungen. Engagierte er sich früher im Kampf gegen die Apartheid, unterstützt er heute den Kampf gegen Aids. Sein spontanes Duett mit Posaunist Gwangwa war das i-Tüpfelchen der Eröffnung. Von Festivalchef Stefan Oschmann nahm Mahlasela einen Festival Award entgegen, der zweite ging an die ghanaische Gruppe Adesa, die mit spektakulärer Akrobatik und Clownnummern seit dem ersten Festival vor 22 Jahren dabei ist. Oschmann: „Sie stehen für die kosmopolitische Haltung des Festivals.“
Weltoffenheit versprach auch Kulturministerin Lulu Xingwana für die am 11. Juni in Südafrika startende Fußball-WM. „Wir sind bereit für das größte Sportereignis der Welt.“ Deutschland als WM-Gastgeber 2006 sei Vorbild. „Aber wir wollen es noch besser machen.“ Und wenn der Pokal nicht in Südafrika bleibe, dann solle er wenigstens nach Deutschland und Würzburg kommen. Enge Beziehungen zwischen der Stadt und Afrika, so Oberbürgermeister Georg Rosenthal, werden nicht nur über das Festival gepflegt. Brücken bauen auch Hilfswerke, Kirchen, Wissenschaft und private Initiativen.
•Das komplette Festival-Programm in unserem Kulturkalender.
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Die neuesten Kommentare
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groove68 (3 Kommentare) am 30.05.2010 16:28
Film zum ThemayInteressanter Politthriller über rolle eines Multis beim Ende der ApartheidENDGAME (mit Chiwetel Ejiofor und William Hurt) http://www.realeyz.tv/de/pete-travis-endgame_cont3369.html Video on Demand Stream |
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appeldorn (426 Kommentare) am 23.05.2010 21:24
Mandela DayJohannesburg die Stadt von Miriam Makeba sie soll Aufrika zum Mittelpunkt der Welt machen, wenn das runde Leder rollt.Freiheit auf allen Wegen Afrikas. |
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