publiziert: 25.05.2010 18:16 Uhr
aktualisiert: 26.05.2010 10:07 Uhr
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Botschaften von Liebe

Abschlussabend des 22. Würzburger Africa Festivals: Die Reggae-Konzerte von Dellé und Takana Zion

  • Springinsfeld: Der ghanaisch-deutsche Musiker Dellé beim 22. Africa Festival in Würzburg.
    Foto: Chris Weiss
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Elf scheint eine gute Zahl zu sein: Nicht nur eine Fußballmannschaft und die Berliner Band Seeed haben so viele Mitglieder – auch die Gruppe von Dellé. Der ghanaisch-deutsche Sänger, sonst einer der Köpfe von Seeed, beendete am Montagabend das Würzburger Africa Festival mit einem perfekten Reggae-Konzert.

Den letzten Abend des Festivals eröffnete Takana Zion aus dem westafrikanischen Guinea. Der zierliche Sänger stapfte und hüpfte zu seinen Reggae-Sounds über die Bühne, dass die Dreadlocks nur so flogen. Hinter ihm wehte immer die guineische Flagge: Ein Bandmitglied war allein dazu abgestellt, sie zu schwenken – und tat das ausdauernd und mit würdevollen Bewegungen. Trotzdem gelang es der Band nicht, das ganze Publikum in Stimmung zu bringen – was vielleicht auch daran lag, dass Takana Zion außer „All Blessings to Germany“, also viel Segen für Deutschland, wenig auf Englisch sprach.

Dellé sprach die ganze Zeit Englisch, obwohl Deutsch eine seiner Muttersprachen ist, und um Nicht-Deutschsprachige nicht auszuschließen. An seinem Auftritt war zu sehen, dass er ein echter Master of Ceremony ist: Von dem stilvollen, einheitlichen Outfit der Band – Anzüge mit weißem Hemd und Weste im Kontrast zu Dellés Karo-Anzug – bis zu den Tanzschritten der Posaunenspieler war alles perfekt und ästhetisch durchchoreografiert. „Würzburg, give me your Smile!“, forderte er gleich zu Beginn und konnte sich in den eineinhalb Stunden sicherlich nicht darüber beschweren, dass ihm aus dem begeisterten Publikum nicht genug zugelächelt wurde.

Im Gegensatz zum Seeed-Sound, der sehr viel Dancehall-lastiger ist, beschränkt sich Dellé in seinem Solo-Projekt wirklich auf puren Reggae. Und es ist ihm offenbar wichtig, dabei auch Botschaften rüberzubringen, über Liebe, Respekt und Familie. „Don't jugde a Book by the Cover“ warnt er vor vorschneller Verurteilung. Und er ruft alle Eltern auf, ihren Kindern alle mögliche Liebe zu schenken, denn „nur so kommen wir einen Schritt weiter in der Welt“.

    
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Abendkonzerte Mo 2010
Africafestival Würzburg
24.05.2010
    

Persönlich wurde es, als der 40-Jährige von sich erzählt, zum Beispiel vom Tod seines Vaters und von der Geburt seiner Tochter, der er das Lied „You're why I wake up in the Morning“ gewidmet hat. Und davon, dass er als Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter einen großen Teil seiner Kindheit in Ghana verbracht hat und damit die Chance hatte, beide Kulturen kennenzulernen.

Trotz aller Botschaften: Einfach Spaß und gute Laune kamen auch nicht zu kurz. Dellé hat es sich nicht nehmen lassen, mit „Cry Out“ auch einen „new Sound for the WM 2010“ zu schreiben, ein Lied auch für die, „die von Fußball keine Ahnung haben“, aber die die „Party of the Year“ feiern wollen. Allein schon der Fakt, dass sich Dellé auf Pelé reimt, qualifiziert ihn ja schließlich dazu, zu guter WM-Laune beizutragen.

Spaß machten dem Publikum auch die zwei rundlichen Backgroundsängerinnen in ihren sehr kurzen Satin-Kleidern und der ebenso elegant gekleidete Backgroundsänger zwischen ihnen. Jeder der drei hatte sein Solo, entweder mit einem verführerischen Tanz oder mit ausdrucksvollem Gesang – und erntete dafür frenetischen Applaus. „Drei wundervolle Menschen“, nannte Dellé sie. Neben den Songs vom eigenen Album „Before I Grow Old“ hat Dellé auch ein paar Cover-Lieder auf Lager, die er auf die ihm ganz eigene Art interpretiert: „The Power of Love“ von Frankie goes to Hollywood etwa, kommt als Reggae-Version daher, und als ein Extra gab's noch ein älteres Seeed-Stück im Unplugged-Modus. Kurz vor der allerletzten, ohrenbetäubend herbeigeschrienen Zugabe und den damit letzten Tönen des 22. Africa Festivals in Würzburg, zeigte Dellé noch seinen „Riesenrespekt“ vor der Veranstaltung, bevor alle Musiker langsam und einzeln zu den Tönen von „I am leaving“ von der Bühne gingen. Der Heimweg mit Dellés Musik in den Ohren war auch beschwingt – wie sagte er? „Das Leben ist zu kurz, um sich nicht lockerzumachen.“

Von unserem Redaktionsmitglied Simone Schubert
    
    

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